Entscheidung gefallen: So soll die neue Carolabrücke für Dresden aussehen
AUDIO: Stadtrat stimmt für Entwurf, der Dresdnern am besten gefiel (1 Min)
Entscheidung gefallen
Neue Carolabrücke für Dresden: Stadtrat stimmt für Lieblingsentwurf der Bürger
Stand: 04.09.2026 16:05 Uhr
Der Dresdner Stadtrat hat eine Grundsatzentscheidung zum Ersatzneubau der Carolabrücke getroffen. Vor der Abstimmung waren die Entwürfe unterschiedlich bewertet worden: Während Bürger einen Favoriten kürten, sprach sich ein Expertengremium für ein anderes Konzept aus.
von MDR SACHSEN
Abstimmung über Entwürfe im Stadtrat
Der Dresdner Stadtrat hat über den Entwurf zum Ersatzneubau der Carolabrücke abgestimmt und sich mehrheitlich für den Entwurf der FHECOR Deutschland GmbH & TSSB Planungsgesellschaft mbH ausgesprochen. 39 Stadträte von CDU, AfD, FDP, Team Zastrow und Fraktionslosen stimmten dafür, 31 Stadträte von SPD, BSW, Grünen, Linken und PVP-Fraktion dagegen.
Der FHECOR-Entwurf war auch der Favorit beim Bürger-Votum und am Vortag vom Bauausschuss des Stadtrates empfohlen worden.
Ein Expertengremium hatte sich für den Entwurf von Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG (LAP) – in Zusammenarbeit mit Knight Architects ausgesprochen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) stimmte für den LAP-Entwurf. Das hatte er in der Sitzung angekündigt.
Die beiden Entwürfe in der Übersicht
Der Entwurf von FHECOR + TSSB ist für vier Autospuren ausgelegt, zwei je Richtung, dazu getrennte Bereiche für Rad- und Fußverkehr. Es wäre auch eine Variante mit nur zwei Autospuren möglich – dann gäbe es breitere Fußwege.
X-förmige Rampen für den Radverkehr
Straßenbahnspuren am Rand oder mittig möglich.
Ein großer und mehrere kleine Bögen in Anlehnung an die historische Carolabrücke,
Ein Pfeiler steht in der Elbe, dadurch wird die Brücke 2,5 Meter höher als die alte Brücke.
Mit 32,5 Metern Breite ist der FHECOR-Entwurf der schmalste der vier Entwürfe
Der LAP- + Knight-Architects-Entwurf hat vier Autospuren - je zwei Spuren pro Richtung.
Promenadenweg auf der Brücke zum Flanieren
Straßenbahngleise und getrennte Bereiche für Rad- und Fußverkehr
Auffällig ist ein filigranes Stahlfachwerk: das sind gitterförmigen Bereiche an den angedeuteten Bögen
Insgesamt zurückhaltender im Stadtbild als der FHECOR-Entwurf, 35,3 Meter breit.
Zwei Stunden hitzige Debatte
Der Abstimmung zum Brückenentwurf waren fast zwei Stunden Diskussion vorausgegangen. Der Linken-Abgeordnete Tilo Kießling stellte den Wiederaufbau ganz in Frage. Er wollte den Neubau späteren Generationen überlassen, wenn klar sei, wie sich die Verkehrsströme in Dresden entwickeln.
Stadträte von den Grünen, der SPD und den Linken kritisierten, dass Dresden eine vierspurige Brücke bauen wird und damit Autoverkehr in die Innenstadt ziehe, den Bau mit Schulden finanziere und rechtliche Grauzonen bestünden. Während der Debatte wurden Anträge gestellt, vier Autospuren zu verwerfen und sich auf zwei Autospuren zu begrenzen oder die neue Brücke nur für Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger zu bauen.
All diese Änderungsanträge wurden mit der Mehrheit von CDU, AfD, FDP und Team Zastrow abgelehnt.
Baubürgermeister: "Knappe Entscheidung"
Dresdens Baubürgermeister Stefan Kühn (Grüne) nannte den Beschluss zum Ersatzneubau eine "knappe Entscheidung und einen Meilenstein". Der Bau soll 140 Millionen Euro kosten und "für die nächsten 100 Jahre stehen". Laut Kühn soll das Begleitgremium den Prozess weiter begleiten. "Unser Zeitplan ist ambitioniert." Im Mai 2028 sollen die Bauarbeiten beginnen.
MDR (kk)
Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 02.09.2026 | 20:00 Uhr
Stadtrat
Für ein Schloss in traumhafter Elbhanglage wird ein Investor gesucht. Das Erbbaurecht soll verkauft werden, um mit dem Geld Gläubiger zu bezahlen. Das widerspricht aber dem Testament des alten Schlossherrn.
580 Millionen Defizit
Dresden hat 20 Jahre aus dem Vollen geschöpft, weil es durch den Milliardendeal beim Wohnungsverkauf schuldenfrei war. Das ist vorbei. Die Stadt muss dringend sparen, sonst ist sie in fünf Jahren handlungsunfähig.
Interview
Am Staatsschauspiel Dresden inszeniert Christian Friedel Shakespeares Sonette. Im Interview erklärt er, wie die Theaterarbeit ihm vor der Wahl in Sachsen-Anhalt Hoffnung gibt.
Körpernaher Einsatz
Acht Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst haben einem Mann aus der Klemme geholfen. Sein Penisring saß so bombenfest, dass Spezialwerkzeug nötig war.
Neue Cowboy-Ampel
Drei Jahre Genehmigungen, jetzt ist sie da: Die neue Old-Shatterhand-Ampel steht seit Sonntag vor dem Karl-May-Museum in Radebeul.
Ermittlungen
Ein 34-Jähriger soll in der Dresdner Ausländerbehörde einen Sicherheitsmitarbeiter mit brennbarer Flüssigkeit übergossen haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags.
Dresden
Seit 2010 ist Samuel Koch querschnittsgelähmt. Sein Engagement für andere Menschen mit Handicap hat der Dresdner Presseclub jetzt mit dem Erich-Kästner-Preis gewürdigt.
Aktuelle Nachrichten, Videos und Bilder aus der Region Dresden, Radebeul und Moritzburg.