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Entschuldigung bei Fedorow: Kiews Armeechef Syrskyj spielt Konflikt mit Ex-Verteidigungsminister herunter

Welt

Ein möglicher Konflikt zwischen Verteidigungsminister Fedorow und Armeechef Syrskyj entzweit das ukrainische Militär. Ersterer muss seinen Hut nehmen, was zu Protesten in der Bevölkerung führt. Zweiterer ist irritiert über den Vorgang und weist Streitvorwürfe zurück. In dem tagelangen Streit über die ukrainische Militärführung hat sich erstmals der Oberkommandierende Olexander Syrskyj geäußert, der möglicherweise vor der Entlassung steht. Es sei für ihn überraschend gewesen zu erfahren, dass er einen Konflikt mit dem entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gehabt haben solle, schrieb Syrskyj in der offiziellen Militärzeitschrift "Militarnyj". Er habe das für unterschiedliche Auffassungen zwischen Ministerium und Militär in Sachfragen gehalten. "So sollte es zwischen zwei Institutionen während eines großen Krieges auch sein", erklärte der General. Er sei manchmal hart. "Falls ich jemanden in irgendeiner Weise gekränkt habe: Mychajlo Albertowitsch, bitte entschuldigen Sie!" Gemeint ist Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Albertowytsch Fedorow. In der Ukraine gibt es seit Tagen Proteste, weil Präsident Wolodymyr Selenskyj den jungen Verteidigungsminister Fedorow entlassen hat. Dieser wird als Reformer betrachtet, der vor allem die erfolgreiche Drohnenkriegsführung vorangetrieben hat. Zugleich fordern die Demonstranten den Rücktritt Syrskyjs, dem vorgehalten wird, zu sehr an taktischem Denken aus Sowjetzeiten festzuhalten. Selenskyj beriet erneut mit ranghohen Kommandeuren über die Lage und die militärische Strategie. Er verkündete aber keine Entscheidung über eine Abberufung des Armeechefs. Es sei wichtig, dass Armee, Rüstungsproduzenten und Regierung ständig in Kontakt seien, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Syrskyj verwahrte sich in dem Artikel gegen den Vorwurf, er sei gegen den Drohnenkrieg. Er habe die Drohnentruppe als eigene Waffengattung eingeführt und deren Kommandeur Robert Browdi, einen Seiteneinsteiger ins Militär, berufen, argumentierte er. Viele der jetzt bei der Bevölkerung beliebten Kommandeure seien unter seiner Führung befördert worden. Das Verteidigungsministerium sei für die Beschaffung der notwendigen Rüstung zuständig, die Armeeführung für die Strategie der Kriegsführung, grenzte er die Aufgaben ab. Er warte auf die notwendigen politischen Entscheidungen für eine verbesserte Mobilisierung neuer Soldaten, "wie das ganze Land darauf wartet".

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