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Epilepsie: „Es kommt aus dem Nichts“ - welche Symptome die Krankheit so tückisch machen

Gesundheit

KI-Stimme. Info Ein wanderndes Kribbeln am Arm oder Muskelzuckungen. Eine leichte Übelkeit in der Magengegend oder „Aussetzer“, die man selbst kaum bemerkt. Unvermittelte Lichtblitze oder gar plötzliche Bewusstlosigkeit. Die Symptome eines epileptischen Anfalls können ganz unterschiedlich sein. „Und auch nicht jeder, der im Laufe seines Lebens einmal einen epileptischen Anfall erleidet, hat automatisch eine Epilepsie“, sagt Privatdozentin Dr. Franziska Scheibe, Chefärztin für Neurologie im Asklepios Klinikum Hamburg-Harburg. Dennoch ist Epilepsie die weltweit häufigste chronische neurologische Erkrankung. Ein Prozent aller Menschen gilt als betroffen, allein in Deutschland leiden zwischen 600.000 und 800.000 Menschen daran. „Die Angst vor einem Anfall ist bei den Betroffenen groß“, sagt die habilitierte Chefärztin, die lange an der Berliner Charité tätig war. Denn sie würden von einem Anfall quasi „überfallen“: „Es handelt sich um ein unberechenbares Ereignis, es kommt aus dem Nichts.“ Patientinnen und Patienten rät sie deshalb davon ab, allein im Meer schwimmen zu gehen oder allein eine Wanderung in den Bergen zu unternehmen. Da die Erkrankung die Lebensqualität einschränke, seien die wichtigsten Ziele der Behandlung Anfallsfreiheit und möglichst keine Nebenwirkungen durch Medikamente. Epilepsie: Was bei einem Anfall im Gehirn passiert, vergleichen Mediziner oft mit einem Gewitter Doch was geschieht bei einem epileptischen Anfall im Gehirn? „Ein epileptischer Anfall entsteht durch eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Entladung von Nervenzellen im Gehirn“, erklärt die Expertin. Die Milliarden von Nervenzellen im Gehirn kommunizieren über winzige elektrische Impulse. Bei einem Anfall feuern plötzlich Tausende oder Millionen dieser Zellen gleichzeitig und rhythmisch. Mediziner vergleichen dies oft mit einem Gewitter. Grundsätzlich müsse ein neurologischer Facharzt abklären, ob es sich tatsächlich um einen epileptischen Anfall handele. Die exakte Beschreibung des Anfalls sei wichtig, Handyaufnahmen könnten zusätzlich helfen. „Wir machen dann in der Regel ein MRT und ein EEG, eine schmerzfreie Messung der elektrischen Gehirnströme.“ Auslöser für epileptische Anfälle gebe es viele, sagt die Chefärztin. „Es kann an einer Stoffwechselstörung liegen, es kann ein Schlaganfall dahinterstecken, die Fehlbildung eines Gefäßes oder eine strukturelle Schädigung an irgendeiner Stelle im Gehirn.“ Selten, aber möglich, sei auch eine familiäre Veranlagung. Epilepsie wird oft im Kindesalter oder bei älteren Erwachsenen diagnostiziert. Unterschieden wird zwischen zwei Formen von epileptischen Anfällen: Sogenannte fokale Anfälle entstehen in einem umschriebenen Bereich einer Gehirnhälfte, während generalisierte Anfälle von Beginn an beide Gehirnhälften betreffen. Epilepsie: In Hamburg gibt es ein besonderes Angebot für Betroffene Und wie läuft die Behandlung ab? „Wenn wir die Diagnose Epilepsie gestellt haben, behandeln wir in der Regel erst einmal mit Medikamenten“, sagt die Medizinerin. Bei knapp der Hälfte aller Patienten reiche eine Monotherapie, also die Behandlung mit einem einzigen Medikament, aus. Seit den 1980er-Jahren habe sich viel getan, die Medikamente seien mittlerweile deutlich nebenwirkungsärmer. „Die Betroffenen sind natürlich unglaublich dankbar, wenn sie danach ohne Anfälle durchs Leben gehen können.“ Die Dauer der medikamentösen Therapie hänge vom Wiederholungsrisiko für weitere Anfälle ab und werde individuell entschieden, sagt die Spezialistin. Mehr zum Thema Medizin „Wie ein Wunder“: Junge Hamburgerin überlebt Krebs – und ist jetzt im Babyglück Hodenschmerzen: „Nur 6 Stunden Zeit“ – warum Jungs sofort in die Klinik müssen Experte für Kinderseelen: Was der Hamburger Psychiater Michael Schulte-Markwort Eltern rät

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