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"Er hat keine Ahnung": Putin blamiert sich mit Erfolgsmeldung

Welt

Die Experten vom amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) neigen in ihren Tagesberichten zum Krieg in der Ukraine normalerweise nicht zur Ironie. Doch jetzt sagten sie voraus [externer Link], Russland werde das erklärte Kriegsziel des Kremls, nämlich die Eroberung der gesamten Region Donezk, am 2. Oktober 2032 erreichen – vorausgesetzt, Putins Armee könne das derzeitige Vormarschtempo bis dahin durchhalten.

"Weitverbreitete Lügenkultur"

Das ISW beklagte eine "weitverbreitete Lügenkultur innerhalb der russischen Streitkräfte": "Die Lügen und Verzerrungen russischer Militärkommandeure auf vielen Ebenen führen wahrscheinlich dazu, dass sich bei Putin die Überzeugung verfestigte, die russischen Streitkräfte könnten seine Ziele in der Region Donezk bis Ende 2026 erreichen und er müsse daher keine Kompromisse eingehen."

Unterdessen blamierte sich Putin mit seiner jüngsten Behauptung, die russische Armee habe die ukrainische Ortschaft Swjatohirsk erobert [externer Link].

"Nehmt eure Clownsnasen ab"

Weil der Präsident offenbar ahnte, dass seine Glaubwürdigkeit diesbezüglich ramponiert ist, hatte er hinzugefügt: "Ich bin, bevor ich diesen Raum betreten habe, nach oben gegangen und habe kurz mit dem Generalstabschef [Waleri Gerassimow] gesprochen. Ich möchte betonen, dass die Informationen, die ich erhalte, aus verschiedenen Quellen stammen, praktisch von allen Geheimdiensten und Abteilungen, die in irgendeiner Weise an der militärischen Spezialoperation beteiligt sind. Daher ist das Bild – zumindest für mich – recht objektiv."

Doch dieses "Bild" bekam jetzt erhebliche Risse. Ein ukrainischer General spazierte seelenruhig für ein Video [externer Link] durch das angeblich von den Russen eroberte Swjatohirsk und spottete: "Ich wende mich an das russische Militär und dessen Führung: Nehmt eure Clownsnasen und bunten Perücken ab! Macht euch nicht lächerlich!"

"Wir hoffen, es dauert nicht mehr lange"

Der Vorfall schlug bei russischen Militärbloggern entsprechend hohe Wellen: "Nun stellt sich heraus, dass diese triumphale Meldung [Putins] mit der Realität nichts zu tun hat", schimpfte einer der russischen Kommentatoren [externer Link]. Ein weiterer Beobachter scherzte: "Vielleicht haben die Ukrainer einfach die bessere KI, und ihr Video wirkte deshalb so realistisch. Nur ein Scherz natürlich." Womöglich werde bald nur noch "virtuell" gekämpft: "Diese Dystopie ist gar nicht mehr so ​​fern."

Ein maßgeblicher russischer Militärblogger (616.000 Fans) erläuterte präzise die Fälschungsmethoden der russischen Armee und schrieb [externer Link]: "Diese Behauptung [Putins] erschien uns zunächst äußerst optimistisch, da die nächstgelegenen Stellungen der russischen Streitkräfte etwa zehn Kilometer von Swjatohirsk entfernt liegen – eine Strecke mit schwierigem Gelände."

Propagandist Oleg Sarow tröstete sich und seine Leser [externer Link]: "Das Dementi der ukrainischen Streitkräfte war zu erwarten. Sie konnten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Dennoch warten wir ab und sind zuversichtlich, dass Swjatohirsk – ein heiliger Ort der russischen Welt – befreit wird. Wir hoffen, es dauert nicht mehr lange."

"Taktische Fehler, strategische Probleme"

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