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„Er spricht aus, was Millionen Ukrainer fühlen”: Trumps Druck auf die Ukraine stärkt Selenskyj in der Heimat

Welt

US-Präsident Donald Trump setzt bei seinen diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs in den vergangenen Tagen und Wochen wieder verstärkt die Ukraine unter Druck – und das hilft offenbar dem Ansehen von Präsident Wolodymyr Selenskyj daheim. Nachdem Trump den „Diesel-Deal“ mit Russland verkündete, ist das Vertrauen der eigenen Bevölkerung in den ukrainischen Präsidenten um 14 Prozentpunkte gestiegen, teilte das Kyiv International Institute of Sociology (KIIS) mit.

Das Institut ermittelt regelmäßig das Vertrauensniveau, das die ukrainische Bevölkerung ihrem Präsidenten entgegenbringt. Obwohl sich der Wert im Durchschnitt seit Juli kaum verändert habe, sei dennoch ein Anstieg des Vertrauens von 43 auf 57 Prozent zwischen Anfang und Mitte Oktober feststellbar.

Zudem sei die überwiegende Mehrheit der Ukrainer (73 Prozent) nicht der Meinung, dass ihr Land in Verhandlungen mit Russland entgegenkommender sein sollte, teilte das KIIS mit. Nur eine Minderheit von 20 Prozent würde das befürworten. Das Institut befragte telefonisch 1031 Personen in von der Ukraine kontrollierten Gebieten. Der erste Umfragezeitraum erstreckte sich vom 8. bis 9. Oktober, der zweite vom 10. bis 16. Oktober.

„Diesel-Deal“, Trump-Kritik und fehlende Geheimdienstinfos

Zwischen den beiden Erhebungen – am 9. Oktober 2026 – verkündete Trump, er habe sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf umfangreiche Diesellieferungen geeinigt. Die beiden Staatschefs hätten vereinbart, dass Russland umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für den US- und den Weltmarkt bereitstelle.

Selenskyj kritisierte den „Diesel-Deal“ scharf. „Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss“, schrieb er damals bei Telegram. Daraufhin forderte Trump erneut eine Ablösung Selenskyjs und einen Stopp der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien.

In den Zeitraum zwischen den beiden Umfragen fiel zudem ein Bericht der „Financial Times“, die USA würden mit der Blockade von Waffenlieferungen an die Ukraine drohen, um ein Ende der Angriffe auf russische Ölraffinerien zu erzwingen. Keinen Tag später beklagte Selenskyj nach russischen Raketenangriffen ausgebliebene Vorwarnungen durch die westlichen Verbündeten. Auch die Drosselung des Satellitennetzwerks Starlink für das ukrainische Militär fiel in den Erhebungszeitraum.

Zuletzt zeigte sich Trump offen, an einem von Putin vorgeschlagenen Dreiergipfel zusammen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping Mitte November teilzunehmen. Kritiker werfen Trump vor, den Kremlchef trotz seines Angriffskriegs zu hofieren und die beim Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren auf westliche Hilfe angewiesenen Ukrainer im Stich zu lassen. Unklar ist, wie sich das mögliche Treffen der drei Staatschefs auf das Vertrauen der ukrainischen Bevölkerung in ihren Präsidenten auswirkt. Die Umfrage war zu diesem Zeitpunkt schon beendet.

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