Erdbeben in Italien: Stärkster Erdstoß seit 40 Jahren erschüttert Region bei Neapel
Rund um die süditalienische Großstadt Neapel hat am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag mehrmals die Erde gebebt. Das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) registrierte am Freitag ein Beben mit einer Stärke von 4,7, das stärkste seit etwa 40 Jahren. In der Nacht zum Samstag und bis in den Morgen hinein gab es zahlreiche Nachbeben, darunter ein besonders intensives der Stärke 3,8. Das Epizentrum lag in den sogenannten Phlegräischen Feldern, nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Neapel entfernt. Der erste Erdstoß und die weiteren Nachbeben waren vor allem in den Ortschaften rund um die Phlegräischen Felder, aber auch in Neapel sowie auf den Inseln Ischia und Procida sehr deutlich zu spüren. Aus Angst verließen zahlreiche Menschen ihre Häuser und verbrachten die Nacht im Freien. Es kam zu Stromausfällen in einigen betroffenen Gegenden. »Das Beben war so stark und anhaltend, dass ich die Wohnungstür nicht einmal öffnen konnte, weil sie klemmte«, sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur Ansa. »Nach dem gestrigen Schrecken war es unmöglich, die Nacht zu Hause zu verbringen.« Man sei zwar viel gewöhnt, aber nicht in dieser Stärke, sagte er. Seit einiger Zeit rumort es immer wieder in der Gegend. Meist sind die Erdstöße allerdings schwächer. Im Mai hatte die Region ein Beben der Stärke 4,4 erschüttert. Im März des vergangenen Jahres hatte ebenfalls ein Beben der Stärke 4,4 in der Region Panik ausgelöst; mehrere Menschen wurden leicht verletzt. 2025 hatte die Regierung in Rom neue Maßnahmen und Pläne für eine mögliche Evakuierung von Hunderttausenden auf den Weg gebracht. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beobachtet nach Angaben ihres Amtssitzes die aktuellen Entwicklungen im Erdbebengebiet. Sie befinde sich in ständigem Kontakt mit den lokalen Behörden.