Erfurt: ++ Höcke nennt Demonstranten „Seelenverwundete“ - Erste Blockade auf der Autobahn löst sich auf ++ Liveticker
Der thüringische AfD-Chef Björn Höcke hat die Strategie der Ausgrenzung seiner Partei für gescheitert erklärt. „Die Brandmauer hat uns groß gemacht“, sagte Höcke am Samstag in seinem Grußwort an den AfD-Bundesparteitag in Erfurt. „Jetzt sind wir stärkste Kraft in Deutschland und werden in Kürze die ersten Regierungschefs im Osten begrüßen dürfen.“ In seiner Rede beschwor Höcke die Rückbesinnung auf eine nationale Identität und ein Konzept der „Volkssouveränität“ - und er erteilte der „bunten Zivilgesellschaft“ eine scharfe Absage. „Diese bunte Zivilgesellschaft, die simuliert Volk und simuliert Mehrheit“, sagte Höcke. „Aber sie ist nicht Volk und sie ist nicht Mehrheit. Sie ist nur das Vorfeld der Kartellpartei.“ Die AfD sieht er dagegen weiter auf Erfolgskurs: „Wir sind auf der Siegesstraße der Geschichte unterwegs“, so Höcke. „Ich bin mir sicher, du bist der nächste Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt“. AfD-Chefin Alice Weidel hat beim Parteitag in Erfurt eine Kampfansage an politische Gegner und Gegendemonstranten gerichtet. „Ihr werdet uns nicht kleinkriegen! Ganz im Gegenteil, wir werden immer stärker und größer!“, rief sie unter großem Jubel in den Saal. Sie rief ihre Partei dazu auf, das Land in Schwarz-Rot-Gold zu tauchen. Viele Delegierte schwenkten Deutschland-Fahnen. Weidel sagte, aktuell habe die AfD 75.000 Mitglieder, ein deutlicher Anstieg. Ende 2024 waren es noch gut 50.000. Weidel sagte, sie sei überzeugt, dass man schnell die 100.000 knacken werde. Die politischen Gegner hätten der AfD den Tod vorausgesagt. Das Gegenteil sei der Fall. Man sei auf Wachstumskurs und bereit, Verantwortung zu übernehmen. Die Versammlungsleitung hatte vor Weidels Rede auch die Zahl der Delegierten bekanntgegeben: Eine halbe Stunde nach Beginn waren demnach 569 AfD-Mitglieder beim Parteitag akkreditiert. Angesichts der guten Umfragewerte hat die AfD-Vorsitzende Alice Weidel einen Führungsanspruch für ihre Partei formuliert. „Wir sind die neue Volkspartei in Deutschland“, sagte Weidel am Samstag in ihrer Rede beim AfD-Parteitag in Erfurt. „Die AfD ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, weil wir es, weil die Deutschen, weil Deutschland es verdient hat, gut regiert zu werden.“ Die AfD sei inzwischen der „politische Taktangeber im Bund“. In vielen Bundesländern sei sie „stärkste Kraft oder zweitstärkste Kraft.“ Vor allem die Union wurde von Weidel attackiert: Die CDU macht Politik gegen die Deutschen, gegen Deutschland, gegen die Interessen in unserem Land“, sagte sie. Die SPD bezeichnete sie als „einst so stolze Arbeiterpartei“, die nun „sang- und klanglos aus der deutschen Parteiengeschichte verschwindet“. Die SPD sei eine „Partei, die die Arbeiter und Arbeitnehmer verrät“. Der AfD-Bundesvorsitzende Tino Chrupalla eröffnet den Bundesparteitag. „Die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen“, sagt er. „Vielleicht können wir bald schon alleine regieren. Das wäre ein gutes Zeichen an die Demokratieverächter da draußen.“ Die Doppelspitze mit Alice Weidel sei „ein Erfolgsduo, wie es die deutsche Politik selten gesehen hat“, sagte Chrupalla am Samstag vor den Delegierten in Erfurt. „Wir waren, wir sind und wir bleiben ein Herz und eine Seele. Ein Herz, das für Deutschland schlägt und eine Seele, die für Deutschland lebt.“ Diese Einheit wolle die Partei auf das Land übertragen, sagte Chrupalla. „Zuerst das Land. Dann die Partei, dann die Person.“ Mit Blick auf die geplanten Vorstandswahlen mahnte der Ko-Parteichef: „Nur wer etwas geleistet hat, darf auch berufen werden. Darf hohe Verantwortung tragen. Das muss für die Nationalmannschaft ebenso gelten, wie für den Bundesvorstand der Alternative für Deutschland.“