DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:43:41 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:43:43 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 22:15:59 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold -0,28 % 4.027,00 USD 00:29:00 Silber -0,56 % 54,04 USD 00:28:57 Brent -0,42 % 110,28 USD 00:24:46 WTI -0,30 % 101,45 USD 00:29:12 Bitcoin -0,01 % 80.015,74 USD 00:39:13 EUR/USD -0,40 % 1,11760 USD 00:38:44 EUR/GBP +0,02 % 0,83730 GBP 00:39:12 EUR/CHF +0,51 % 0,92470 CHF 00:39:12 EUR/JPY +0,24 % 176,014 JPY 00:39:13

Erhöht Vitamin D die Lebenserwartung? Studie kommt zu verblüffendem Ergebnis

Allgemein

KI-Stimme. Info

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ist nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt, wie Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigen. Ein Mangel schadet langfristig der Knochengesundheit. Die möglichen Folgen einer Unterversorgung können aber weit darüber hinausgehen: Viele Studien stellen einen Zusammenhang zwischen Vitamin D und Longevity oder Langlebigkeit her: So soll die Versorgung mit dem Nährstoff die Lebenswahrscheinlichkeit und das biologische Alter beeinflussen können. Würde eine Nahrungsergänzung im Umkehrschluss die Alterungsprozesse ausbremsen? Ein Biologe ordnet die Studienergebnisse ein.

Vitamin-D-Mangel kann die Sterblichkeit erhöhen

Dass Vitamin D die Lebenswahrscheinlichkeit beeinflussen kann, legt unter anderem eine Analyse australischer Forscher von 2022 nahe. Sie untersuchten dafür Blutproben von mehr als 300.000 Briten im Alter von 37 bis 73 Jahren. Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel starben häufiger vorzeitig an Krebs, Atemwegs- und Herzkrankheiten. Menschen mit einem Vitamin-D-Spiegel niedriger als 25 nmol/l hatten ein um 25 Prozent höheres Sterberisiko. Bei einem extremen Mangel von unter 10 nmol/l war das Sterberisiko sogar sechsfach erhöht.

Ab wann besteht ein Vitamin-D-Mangel?

Vitamin D liegt im Körper in verschiedenen Formen vor: als Vorläuferstufe, als aktive Form und als Speicherform. Für die Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung wird die Speicherform herangezogen, da sie Aufschluss über die körpereigenen Reserven gibt. Der Wert wird meist in Nanomol pro Liter (nmol/l) angegeben.

Laut Robert Koch-Institut gilt die Versorgung bei Werten von 30 bis unter 50 nmol/l als suboptimal. Unter 30 nmol/l liegt ein starker Mangel vor, der unter anderem das Risiko für Folgeerkrankungen wie Osteoporose erhöht. Diese Symptome können auf einen Vitamin-D-Mangel hindeuten.

Besonders bei Krebserkrankungen könnte Vitamin D je nach Versorgung des Körpers zu einem Schutz- oder Risikofaktor werden. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hat sich in einer Übersichtsarbeit mit diesem Zusammenhang beschäftigt. Dafür sichteten die Forscher 14 Studien mit mehr als 100.000 Probanden. Aus den Daten schlossen sie, dass Vitamin D die Krebssterblichkeit um zwölf Prozent reduzieren könnte, aber nur bei einem bestimmten Einnahme-Rhythmus: Sehr hohe Einzeldosen, die die Probanden nur einmal im Monat einnahmen, zeigten keinen positiven Effekt – dafür aber tägliche niedrigere Vitamin-D-Dosen. Ein Experte erklärt, ob man Vitamin D morgens oder abends einnehmen sollte.

Dabei habe es laut den Studienautoren keinen Unterschied gemacht, ob die Probanden zuvor eine Unterversorgung hatten. Der Effekt könnte für Menschen mit einem nachgewiesenen Mangel demnach höher sein, wie die Forscher vermuteten. Die These: Durch die tägliche Einnahme sei die bioaktive Form von Vitamin D regelmäßig verfügbar und könnte das Tumorwachstum hemmen. Denn Vitamin D ist an der Bildung von Enzymen und Hormonen beteiligt und reguliert die Aktivität der Immunzellen. Darum kann ein Vitamin-D-Mangel auf Dauer die Immunabwehr schwächen und Infekte begünstigen.

Studie: Vitamin D könnte Alterungsprozess ausbremsen

Vitamin D könnte aber auch über einen anderen Mechanismus einen positiven Einfluss auf die Lebenswahrscheinlichkeit haben. Darauf deutet eine im vergangenen Jahr veröffentlichte US-amerikanische Studie hin. Darin nahmen rund 1000 Probanden entweder 2000 IE Vitamin D, ein Gramm Omega-3 oder ein Placebo ein.

Die Forscher untersuchten zudem nach zwei und nach vier Jahren jeweils die Länge der sogenannten Telomere. Diese liegen als Kappen an den Enden der Chromosomen, den Trägern der DNA, und schützen diese bei jeder Zellteilung. Im Alter verkürzen sich die Telomere, was altersbedingte Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Demenz begünstigen kann. Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass Vitamin D vor Demenz schützen könnte. Unterschreiten die Telomere eine bestimmte Mindestlänge, hören die Zellen auf, sich zu teilen oder sterben ab. Die Untersuchung ergab, dass sich die Telomere unter Vitamin D langsamer verkürzten, was laut den Studienautoren einem Altersunterschied von knapp drei Jahren entsprach. Omega-3 zeigte hingegen keine Wirkung auf die Zellalterung.

Bedeuten die Studienergebnisse, dass eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D das biologische Alter senken und lebensverlängernd wirken kann? Sebastian Grönke, Biologe und Genetiker am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns, ist davon noch nicht überzeugt: „Früher galten Telomere als wichtiger Marker für den Alterungsprozess. Heute hat man aber bessere Marker, um das biologische Alter zu bestimmen.“ Allein auf Basis von verlängerten Telomeren auf eine positive Wirkung von Vitamin D auf den Alterungsprozess zu schließen, sei daher fraglich. Das Altern sei ein komplexer Prozess, der nur durch die Kombination mehrerer Marker genau untersucht werden könne, so der Experte.

Entzündungsfördernde Botenstoffe geben mehr Auskunft über biologisches Alter

In der Forschung seien Entzündungsbotenstoffe als biologische Marker für Alterungsprozesse von größerer Bedeutung als Telomere: „Die chronische Entzündungsreaktion im Körper nimmt im Alter zu. Das nennt man auch ‚Inflammaging‘“, erklärt Grönke. Der Begriff „Inflammaging“ setzt sich dabei aus den beiden englischen Wörtern „Inflammation“, Entzündung, und „aging“, Altern, zusammen. Er beschreibt niedrigschwellige, „stille“ Entzündungen, die den Alterungsprozess beschleunigen können. Als Risikofaktoren gelten Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und übermäßiges Bauchfett.

Aufschluss über den Alterungsprozess des Körpers können daher entzündungsfördernde Botenstoffe geben, die sich über eine Blutuntersuchung ermitteln lassen: „Häufig wird der Marker Interleukin verwendet. Auch das C-reaktive Protein (CRP) oder GDF-15 sind Marker, die häufig genutzt werden, um den Zustand des ‚Inflammagings‘ im Körper anzugeben“, sagt der Biologe. Dabei gelte: Je niedriger die Werte, desto besser.

In einer weiteren Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums lagen die Blutspiegel des Botenstoffs Interleukin-6 und des Entzündungsmarkers CRP bei Probanden mit einer Krebserkrankung, die Vitamin D ergänzten, niedriger. Einen deutlichen Zusammenhang ergab die Analyse nicht, aber zumindest einen Hinweis darauf, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung Entzündungen entgegenwirken und zu einem günstigeren Krankheitsverlauf beitragen könnte. Lesen Sie auch: Dicker Bauch durch Vitamin-D-Mangel? Arzt erklärt Phänomen

Langlebigkeit: Andere Nährstoffe haben größere Wirkung als Vitamin D

Aus den Studien lässt sich aber nicht schließen, dass die Einnahme von Vitamin D den Alterungsprozess ausbremsen und die Lebenserwartung verlängern kann, wie auch Grönke betont: „Man muss zwischen dem Einfluss eines Nährstoffs auf den Alterungsprozess und einem Nährstoffmangel unterscheiden“, sagt er. „Wenn man beispielsweise einen Vitamin-D-Mangel hat, kann das schädlich für den Körper sein.“ Eine Unterversorgung kann in jedem Alter Knochenschwund verursachen, das Immunsystem schwächen und Entzündungen fördern. „Es handelt sich dann aber eher um einen krankhaften Zustand im Vergleich zu einem Alterungszustand“, so der Experte.

Wie gut oder schlecht ein Körper altert, hängt Grönke zufolge ohnehin nicht von einzelnen Mikronährstoffen wie Vitamin D ab: „In erster Linie spielen Makronährstoffe eine Rolle, also Kohlenhydrate, Fette und Proteine“, sagt er. Ballaststoffe senken den Blutzucker und können so vor Diabetes schützen, während gesunde Fette wie Omega-3 wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit sind und eine gute Proteinversorgung übermäßigem Muskel- und Knochenschwund im Alter entgegenwirken kann.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollte generell nur nach Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin erfolgen, da eine Vitamin-D-Überdosierung schädlich sein kann. Wer gesund altern möchte, sollte den Nährstoffbedarf in erster Linie über die Ernährung decken: „Generell kann man sagen, dass die Ernährung einen großen Einfluss auf den Alterungsprozess hat“, so Grönke. Ein Ernährungsexperte erklärt, was Sie für ein langes Leben regelmäßig essen sollten.

Quellen

Kuznia, S. [u.a.]: Efficacy of vitamin D3 supplementation on cancer mortality: Systematic review and individual patient data meta-analysis of randomised controlled trials, in: Ageing Research Reviews, in: Jun. 2023.

Gwenzi, T. [u.a.]: Effects of vitamin D supplementation on inflammatory response in patients with cancer and precancerous lesions: Systematic review and meta-analysis of randomized trials, in: Clinical Nutrition, Jul. 2023.

Zhu, H. [u.a.]: Vitamin D3 and marine ω-3 fatty acids supplementation and leukocyte telomere length: 4-year findings from the VITamin D and OmegA-3 TriaL (VITAL) randomized controlled trial, in: The American Journal of Clinical Nutrition, Jul. 2025.

Senkt Vitamin D das Krebsrisiko? Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D in der Krebsprävention, in: krebsinformationsdienst.de. Zuletzt aufgerufen am 22.09.2026.

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, in: dge.de. Zuletzt aufgerufen am 22.09.2026.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren