DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,04 % 64.285,40 USD 08:14:37 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Erkältungs- und Grippewellen begünstigen Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gesundheit

In einer kürzlich veröffentlichten Studie untersuchten Forscher die saisonalen Schwankungen von Atemwegserkrankungen in Deutschland. Dabei analysierten sie insbesondere die zeitlichen Veränderungen, die infolge der Pandemie auftraten, sowie deren Auswirkungen auf die allgemeine Sterblichkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die pandemiebedingte Verschiebung der saisonalen Erkrankungswellen in bemerkenswerter Weise auch auf die Sterblichkeit übertrug. Besonders deutlich war dieser Zusammenhang bei Todesfällen infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zusammenhang zwischen Gesamtsterblichkeit und Atemwegserkrankungen In ihrer im Fachjournal „PLOS Global Public Health“ veröffentlichten Studie werteten Michael Sieber und Arne Traulsen vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie Datensätze des Robert-Koch-Instituts sowie des Statistischen Bundesamts aus einem Zeitraum von 14 Jahren aus. Ziel der Untersuchung war es, die zeitlichen Zusammenhänge zwischen saisonalen Atemwegserkrankungen und der Sterblichkeit in Deutschland zu analysieren. Die Auswertung zeigte, dass Phasen mit einer erhöhten Zahl von Atemwegserkrankungen wie Grippe, RSV-Infektionen sowie Covid-19 regelmäßig mit einem Anstieg der Todesfälle infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergingen. Lesen Sie weitere Artikel zum Thema Erkältung Parallel zum saisonalen Anstieg der Atemwegserkrankungen erhöhte sich auch die vom Statistischen Bundesamt erfasste Gesamtsterblichkeit. Dieses Muster ließ sich über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg konsistent beobachten. Vor Beginn der Pandemie erreichten die Erkrankungs- und Sterbewellen ihren Höhepunkt nahezu regelmäßig in den Monaten Februar und März. Während der Wintersaison 2020/21 führten jedoch Maßnahmen wie das Tragen von Schutzmasken sowie Kontaktbeschränkungen dazu, dass Influenza und Infektionen mit dem RS-Virus nahezu vollständig ausblieben. In den darauffolgenden Jahren verschob sich der Höhepunkt der saisonalen Atemwegserkrankungen deutlich in den Dezember, was die Forscher unter anderem auf eine verringerte Immunität in der Bevölkerung infolge der ausgebliebenen Infektionswellen zurückführen. Als besonders bemerkenswert bewerten die Autoren den nahezu parallelen Verlauf der saisonalen Atemwegserkrankungen und der Gesamtsterblichkeit. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen den größten Anteil an den Todesfällen in Deutschland ausmachen, spiegelte sich die pandemiebedingte zeitliche Verschiebung der Atemwegsinfektionen nahezu unmittelbar auch in den Sterbedaten wider. Nach der Pandemie traten die höchsten Zahlen herzbedingter Todesfälle ebenfalls bereits im Dezember auf und nicht mehr wie zuvor überwiegend in den Monaten Februar und März. Immunität bestimmt den Start der Erkältungswellen Der Beginn und die Intensität saisonaler Erkältungs- und Grippewellen in Deutschland werden maßgeblich durch den Immunitätsstatus der Bevölkerung beeinflusst. Je geringer die vorhandene Immunität gegenüber einem zirkulierenden Krankheitserreger ausfällt, desto leichter kann sich dieser ausbreiten und größere Infektionswellen verursachen. Besonders gefährdet für schwere Krankheitsverläufe sind kleine Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Auch interessant Die während der Coronavirus-Pandemie beobachtete zeitliche Verschiebung der saisonalen Atemwegserkrankungen ist inzwischen nicht mehr nachweisbar. Aktuelle Daten zeigen, dass die Erkrankungswellen wieder dem vor der Pandemie typischen saisonalen Muster folgen und ihren Höhepunkt überwiegend in den Monaten Februar und März erreichen. Zum Schutz vor schweren Verläufen von Atemwegserkrankungen stellen Impfungen weiterhin eine der wirksamsten Präventionsmaßnahmen dar. Die Forscher verweisen in diesem Zusammenhang auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko), die eine wichtige Grundlage für die Planung von Schutzmaßnahmen bilden. Da Atemwegsinfektionen einen bedeutenden Risikofaktor für schwerwiegende und potenziell tödliche Herz-Kreislauf-Ereignisse darstellen, unterstreichen die Autoren die Notwendigkeit einer höheren Impfquote, insbesondere gegen Grippe. Ebenso heben sie die Bedeutung einer kontinuierlichen epidemiologischen Überwachung hervor, um gefährdete Bevölkerungsgruppen frühzeitig zu identifizieren und rechtzeitig vor dem saisonalen Höhepunkt der Infektionswellen wirksam schützen zu können.

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