Erklärt: Warum Kimi Antonelli keine Tracklimits-Strafe erhielt
(Motorsport-Total.com) - Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli leistete sich beim Grand Prix von Singapur 2026 insgesamt vier Tracklimits-Verstöße, wurde jedoch nicht bestraft. Das irritierte viele Zuschauer, wenngleich die für dieses Vergehen übliche Fünf-Sekunden-Zeitstrafe nichts am Ergebnis geändert hätte: Antonelli hatte als Dritter 15,9 Sekunden Vorsprung auf den viertplatzierten Lando Norris.
Über die Gründe für die Nichtbestrafung wurde bereits während der TV-Übertragung spekuliert. Es wurde angenommen, dass der vierte Verstoß in der Runde nach dem Boxenstopp nicht gezählt worden war. Damit hätte sich Antonelli im erlaubten Rahmen von nur drei Tracklimits-Verstößen bewegt.
Ein FIA-Sprecher bestätigte das auf Nachfrage von Motorsport-Total.com: Der vermeintlich vierte Verstoß ließ sich durch Bremsprobleme erklären, wie sie bei Mercedes am Funk diskutiert wurden. Das galt in den Augen der FIA-Sportkommissare als "nachvollziehbarer Grund" für das Verlassen der Strecke in diesem Fall.
Was das Formel-1-Reglement dazu sagt
So formuliert es auch das Formel-1-Reglement 2026 im Abschnitt B1.8.5. Dort heißt es: "Die Fahrer müssen jederzeit alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um die Strecke zu benutzen, und dürfen sie nicht ohne triftigen Grund verlassen." Die Bremsprobleme bewahrten Antonelli also vor einer Zeitstrafe, zumal er durch den Ausritt keinen Vorteil gewann.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff weiß jedoch um die Gratwanderung seines Fahrers und sagte: "Das setzt uns unter Stress, denn schon zur Hälfte des Rennens haben wir drei Verwarnungen."
Das offizielle FIA-Dokument zu gestrichenen Rundenzeiten im Rennen nennt für Antonelli die Kurven 2 (zweimal) und 19 (einmal) als Tracklimits-Verstöße - wie Wolff andeutet, allesamt in der ersten Rennhälfte. Der vermeintlich vierte Verstoß ereignete sich kurz nach dem dritten Verstoß, diesmal in Kurve 7, sodass Antonellis Renningenieur Peter Bonnington am Funk etwas genervt wirkte.
Toto Wolff reagiert mit Humor auf die Tracklimits-Verstöße
Doch Wolff nimmt es mit etwas Abstand mit Humor. Er scherzte: "Für die Tracklimits habe ich eine gute Strategie: Ich lege ihm einfach ein Kissen aus dem Hotel unter den Hintern, damit er die Straße sehen kann. Denn ich glaube, aktuell sieht er sie nicht."
Unterm Strich sei Antonelli allerdings "reif und gut" mit der Situation umgegangen, erklärte Wolff. "Wir haben darüber gesprochen, und er sagte: 'Ich muss jetzt einfach ruhig bleiben und dafür sorgen, dass ich das Rennen zu Ende fahre.' In dieser Phase mit einem schwierig zu fahrenden Auto zurechtzukommen und gleichzeitig zu versuchen, es weiterzuentwickeln und dazuzulernen, ist gut."