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Ermittler haben mutmaßlichen Brandstifter gefasst

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Kehlsteinhaus fast vollständig zerstört – mutmaßlicher Brandstifter offenbar psychisch krank

Von: Bjarne Kommnick, Carmen Mörwald, Katja Thorwarth

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Das historische Kehlsteinhaus ist weitgehend zerstört. Nun verdichten sich die Hinweise gegen einen festgenommenen Motorradfahrer. Die Ermittlungen laufen.

Update vom 25. Oktober, 6:50 Uhr: Nach dem Brand im Kehlsteinhaus sind die Nachlöscharbeiten abgeschlossen. Das bestätigten ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein und das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, wie pnp.de berichtet. Polizeikräfte sind weiter vor Ort. Das Areal ist weiträumig abgesperrt. Das NS-Dokumentationszentrum am Obersalzberg ist von dem Brand nicht betroffen.

Neue Details gibt es zum festgenommenen Motorradfahrer. Der 33-jährige Deutsche wohnt laut Polizei in Berlin, stammt aber gebürtig aus dem Berchtesgadener Land. Er war den Einsatzkräften auf der steilen Kehlsteinstraße entgegengekommen. Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) fuhr er ohne Kennzeichen. Polizei und Feuerwehr stoppten ihn „in einem sehr spontanen Eingreifen“ und nahmen ihn vorläufig fest. Laut Polizei roch er nach Brand und wollte auf dem Motorrad fliehen. Gegen ihn besteht dringender Tatverdacht wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

Update vom 24. Oktober, 17:14 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand am Obersalzberg ist das Kehlsteinhaus – einst von den Nazis für Adolf Hitler gebaut – fast vollständig zerstört. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf mehrere Millionen Euro.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Traunstein die Unterbringung des festgenommenen Tatverdächtigen, eines 33-jährigen Motorradfahrers, in einer forensischen Psychiatrie beantragt. Der mutmaßliche Brandstifter ist der Staatsanwaltschaft zufolge psychisch krank. Einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein zufolge scheinen viele seiner Aussagen derzeit nicht belastbar.

Update vom 24. Oktober, 15:35 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand im historischen Kehlsteinhaus am Obersalzberg zeichnet sich ein großer Sachschaden ab. „Der Schaden geht sicher in die Millionen“, sagte Bartl Wimmer, Vorsitzender des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, müssen nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zunächst Brandsachverständige klären.

Ein Wiederaufbau ist weiterhin vorgesehen, dürfte allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Laut Herrmann ist das Gebäude gut versichert, mögliche Ansprüche gegenüber der Versicherung werden bereits geprüft. Wegen der historisch belasteten Vergangenheit des einst von den Nationalsozialisten errichteten Gebäudes sollen auch Historikerinnen und Historiker in die Planungen einbezogen werden. Eigentümer des Kehlsteinhauses ist der Freistaat Bayern.

Update vom 24. Oktober, 12:35 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand des Kehlsteinhauses am Obersalzberg zeichnet sich ein Wiederaufbau ab. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Rande des CSU-Parteitags in München gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können.“ Das historische Gebäude gehört dem Freistaat Bayern und fällt in die Zuständigkeit von Herrmanns Ministerium. Ein konkreter Wiederaufbauplan wurde nicht vorgestellt.

Unterdessen gibt es neue Informationen zu dem festgenommenen Verdächtigen. Laut Herrmann stammt der Mann aus der Region, wurde verletzt und befindet sich derzeit im Krankenhaus. Wie es zu seinen Verletzungen kam, ist bislang nicht bekannt. Nach Informationen der dpa aus Ermittlerkreisen gibt es deutliche Hinweise darauf, dass der festgenommene Motorradfahrer den Brand gelegt haben könnte. Die Behörden wollen am Samstagnachmittag auf einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten bekannt geben.

Motorradfahrer soll Brand beim Kehlsteinhaus gelegt haben

Update vom 24. Oktober, 11:58 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand im Kehlsteinhaus am Obersalzberg verdichten sich die Hinweise auf Brandstiftung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gehen die Ermittlungsbehörden inzwischen davon aus, den mutmaßlichen Verursacher gefasst zu haben. Demnach soll es deutliche Hinweise darauf geben, dass ein nach Ausbruch des Feuers in der Nähe des Kehlsteinhauses festgenommener Motorradfahrer den Brand gelegt hat. Die dpa beruft sich dabei auf Ermittlerkreise.

Offiziell bestätigt ist die mutmaßliche Täterschaft bislang nicht. Weitere Einzelheiten wollen die Behörden am Samstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Berchtesgaden bekannt geben. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wird dort erwartet.

Update vom 24. Oktober, 10:30 Uhr: Der verheerende Großbrand am Obersalzberg hat das historische Kehlsteinhaus offenbar weitgehend zerstört. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Demnach brannte das von den Nationalsozialisten errichtete Gebäude in der Nacht zum Samstag größtenteils nieder. Die bereits am Freitagabend (23. Oktober) begonnenen Löscharbeiten dauern auch am Samstagvormittag weiter an.

Die Polizei hält Brandstiftung weiterhin für möglich. Eine verdächtige Person wurde vorläufig festgenommen. Ob sie tatsächlich mit dem Feuer in Verbindung steht, wird noch untersucht. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen übernommen. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es keine Verletzten. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, will die Polizei im Laufe des Samstags auf einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand informieren.

Brand beim Kehlsteinhaus: Verdächtige Person festgenommen

Update vom 24. Oktober, 8:15 Uhr: Beim Kehlsteinhaus am Obersalzberg in Berchtesgaden laufen die Löscharbeiten weiter auf Hochtouren. Gegen 7:00 Uhr standen Teile der Berggaststätte nach Angaben eines Polizeibeamten noch immer in Flammen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Damit ist die Feuerwehr nach dem Eintreffen der ersten Rettungskräfte bereits mehr als neun Stunden im Einsatz. Die schwer zugängliche Lage auf 1834 Metern Höhe erschwert den Einsatz erheblich.

Unterdessen laufen die Ermittlungen zur Brandursache weiter. Die Kriminalpolizei Traunstein hat den Fall übernommen. Eine verdächtige Person wurde nach Angaben der dpa bereits vorläufig festgenommen. Ob sie tatsächlich mit dem Feuer in Zusammenhang steht, ist nach Polizeiangaben weiterhin unklar. Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich beim Ausbruch des Brandes niemand im Gebäude. Die Polizei geht deshalb weiterhin nicht von Verletzten aus.

Erstmeldung vom 24. Oktober: Es war Freitagabend, 23. Oktober, gegen 21:15 Uhr, als ein Rauchmelder im Kehlsteinhaus am Obersalzberg Alarm bei der Integrierten Leitstelle in Traunstein auslöste. Doch als die ersten Rettungskräfte um 21:52 Uhr eintrafen, stand der einstige Repräsentationsbau für Adolf Hitler bereits in vollen Flammen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte.

Polizeisprecherin Lisa Maier bezeichnete die Lage als schwierig: „Man kann nur mit schwerem Atemschutz in das Gebäude hinein“, sagte sie. Die Anfahrt zu dem 1834 Meter hoch gelegenen Gebäude und die Löscharbeiten stellen die Einsatzkräfte vor erhebliche Probleme. Am Samstagmorgen meldete das Polizeipräsidium, dass die Löscharbeiten weiterhin auf Hochtouren laufen.

Schwerer Einsatz auf über 1800 Metern Höhe

Rund 200 Rettungs- und Einsatzkräfte kämpfen gegen den Großbrand an dem denkmalgeschützten Bau. Die Einsatzkräfte fanden niemanden im Gebäude vor; nach derzeitigem Stand gab es keine Verletzte.

Die historische Bedeutung des Obersalzbergs

Der Obersalzberg bei Berchtesgaden war während des Nationalsozialismus neben Berlin das wichtigste Macht- und Repräsentationszentrum des Regimes. Ab 1933 ließ die NSDAP das Areal zu einem streng abgeriegelten „Führersperrgebiet“ ausbauen.

Rund um Hitlers privaten Wohnsitz, den „Berghof“, entstanden Residenzen führender NS-Größen wie Hermann Göring und Martin Bormann, Kasernen, Verwaltungsgebäude sowie ein weitverzweigtes unterirdisches Bunkersystem. Hier wurden zentrale politische und militärische Entscheidungen getroffen, darunter Kriegspläne und Verordnungen zur Verfolgung von Minderheiten.

Verdacht auf Brandstiftung – Motorradfahrer im Visier

Zur Brandursache gibt es noch keine gesicherten Angaben. „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen laufen“, erklärte Maier. Es bestehe jedoch der Verdacht, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden sei: Kurz nach Ausbruch geriet demnach eine Person in den Fokus der Ermittler und wurde vorläufig festgenommen. Es soll sich um einen Motorradfahrer handeln. Die Polizei stellt jedoch klar: „Ob die Person in Zusammenhang mit dem Brand steht, ist derzeit Gegenstand der kriminalpolizeilichen Untersuchungen.“

Vom NS-Repräsentationsort zum Ausflugsziel

Das Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden gehörte zum sogenannten Führersperrgebiet Obersalzberg. Den Zweiten Weltkrieg überstand es unbeschadet; seit 1952 wird das Haus als Gaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an seine Geschichte.

Der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden schreibt auf seiner Seite: „Erbaut 1937/38, sollte in der NS-Zeit das damals sogenannte Teehaus als politischer Repräsentationsort abseits der Öffentlichkeit dienen. Tatsächlich blieb die Bedeutung des Kehlsteinhauses gering.“ Adolf Hitler habe dort Diplomaten oder andere ausländische Gäste empfangen. Häufiger hingegen sei es „für die am Obersalzberg versammelte NS-Entourage zur Erholung und für private Feiern“ genutzt worden. (Quellen: AFP, dpa, BR.de) (ktho/cln)

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