Erneut Feuer auf Handelsschiff vor Rumäniens Küste
Vor der Küste Rumäniens ist erneut ein Feuer auf einem Handelsschiff ausgebrochen. Es sei in der Nacht in rumänischen Hoheitsgewässern von Drohnen getroffen worden, teilte Rumäniens Präsident Nicusor Dan auf einem Gipfeltreffen der Europäischen Union in Brüssel mit. Daraufhin sei es in Brand geraten, sagte Dan der Nachrichtenagentur Reuters.
Bei dem Zwischenfall am frühen Morgen im Schwarzen Meer, rund 24 Kilometer von der Stadt Sulina entfernt, konnten vier Seeleute gerettet werden, wie die Schifffahrtsbehörde in der Schwarzmeer-Hafenstadt Constanta mitteilte. Acht Seeleute würden noch vermisst.
Drohne auf Radar gesichtet
Zuvor hatten rumänische Medien bereits berichtet, dass die Besatzungen anderer Schiffe in der Nähe einen Drohnenangriff auf das in Brand gesetzte Schiff beobachtet hätten.
In der Nacht habe Rumäniens Flugabwehr im Raum Sulina eine Drohne aus Richtung der nahe gelegenen Ukraine gesichtet, die aber nach einer Minute wieder vom Radar verschwand, wie das Verteidigungsministerium in Bukarest berichtete.
Die Stadt Sulina liegt an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Das Schiff, ein Tanker für chemische Substanzen, war nach Angaben der rumänischen Behörde unter der Flagge von San Marino unterwegs.
Nicht der erste Vorfall im Schwarzen Meer
Infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wurde das Schwarze Meer zuletzt häufiger Schauplatz von Drohnenvorfällen. Am Mittwochabend brach bei Sulina ein Feuer auf einem unbeladenen Schiff aus, das unter der Flagge der Komoren fuhr.
Erst vor neun Tagen war nahe dem rumänischen Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe in der ausschließlichen Wirtschaftszone Rumäniens ein mit Getreide beladenes türkisches Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden und gesunken. Zwei Seeleute kamen dabei ums Leben.
Betroffen waren in den vergangenen Tagen auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien.