Erneut massive ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau
Ukraine-News
Erneut massive ukrainische Drohnenangriffe auf Moskau
von MDR AKTUELL
Stand: 18.08.2026 23:25 Uhr
Bürgermeister: Region Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert
Russland droht Deutschland und Großbritannien mit "Konsequenzen" nach Drohneneinsatz
Die Ereignisse von gestern 17.08.2026 im Überblick
Weitere Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
Ukraine: Geschasster Verteidigungsminister drängt auf Wahlen
Der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow drängt knapp einen Monat nach seiner Entlassung trotz des laufenden Krieges mit Russland auf Wahlen. "Die Demokratie darf keine Geisel Russlands sein. Wir kämpfen eben deswegen, weil wir ein freier europäischer Staat sein wollen", sagte Fedorow in einer mit harten Beats unterlegten Videobotschaft.
Der Staat müsse einen "gesetzlichen, sicheren und realistischen Mechanismus" für einen Urnengang trotz des andauernden Krieges finden. Fedorow wurde im Rahmen eines Regierungsumbaus nach knapp sechs Monaten als Verteidigungsminister entlassen. Zuvor leitete er das 2019 neu geschaffene Digitalisierungsministerium. Seine Entlassung zog Demonstrationen von vor allem jungen Leuten für seine Rückkehr ins Verteidigungsressort nach sich. Präsident Wolodymyr Selenskyj reichte heute jedoch die Kandidatur des kommissarischen Verteidigungsministers Jewhenij Chmara für diesen Posten im Parlament ein. Fedorows Videobotschaft gilt als Reaktion auf diese Kandidatur. (Quelle: dpa)
Ukrainischer Präsident empfängt neuen deutschen Botschafter
Der neue deutsche Botschafter in der Ukraine, Boris Ruge, hat nach seinem Dienstantritt Präsident Wolodymyr Selenskyj sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Selenskyj dankte dabei Deutschland für die gewährte Hilfe. "Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran", sagte das Staatsoberhaupt. Bei dem Empfang in der historischen Sophienkathedrale in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sei auch der Ausbau der gemeinsamen Rüstungsproduktion besprochen worden. Ruge trat seinen Dienst bereits vergangene Woche an. Der 64-Jährige gilt als Außen- und Sicherheitsexperte.
Ihre Unterstützung ist die größte in Europa. Wir wissen das und erinnern uns daran. Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Selenskyj schlägt Chmara als neuen Verteidigungsminister vor
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt Jewhenij Chmara als neuen Verteidigungsminister vor. Zugleich habe er erklärt, dass Andrij Sybiha Außenminister bleiben solle, teilen Abgeordnete mit. Die Abstimmung im Parlament über die Personalien ist für morgen angesetzt. Chmara führt das Verteidigungsministerium kommissarisch, seit sein Vorgänger Mychajlo Fedorow im Juli entlassen wurde. Dieser Schritt hatte eine politische Krise für Selenskyj ausgelöst. (Quelle: Reuters)
Drohnenattacke: Personal von AKW Saporischschja getötet und verletzt
Eine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hieß es.
Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und Kiew dafür verantwortlich gemacht.
IAEA-Chef Rafael Grossi forderte ein sofortiges Ende solcher Angriffe. Diese stellten ein großes Risiko für die nukleare Sicherheit während des Konflikts dar, erklärte er. (Quelle: dpa, Reuters)
Belgischer Außenminister muss bei Besuch in Kiew in Luftschutzbunker
Der belgische Außenminister Maxime Prévot hat bei seinem Besuch in Kiew ein Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha in einem Luftschutzbunker abhalten müssen. "Wegen russischer Drohnenangriffe auf unsere Hauptstadt haben wir unsere Gespräche unter der Erde im Luftschutzkeller des ukrainischen Außenministeriums geführt - eine tägliche Realität für Millionen Ukrainer", erklärte Sybiha in Onlinediensten. (Quelle: AFP)
Bundesumweltminister Schneider zu Besuch in der Ukraine
Bundesumweltminister Carsten Schneider ist heute zu einem mehrtägigen Besuch in der Ukraine gereist. Schneider werde in Kiew zusammen mit Bau-Staatssekretär Sören Bartol Vertreter der ukrainischen Regierung, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft treffen, teilte das Umweltministerium mit. Im Zentrum der Gespräche stehe der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. Dabei gehe es auch darum, wie "unter Kriegsbedingungen Energie- und Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energiekonzepte und Energieeffizienz vorangetrieben wird". (Quelle: AFP)
Moskau droht London nach Bericht über Einsatz britischer Drohnen in Russland
Moskau hat Großbritannien wegen des mutmaßlichen Einsatzes britischer Drohnen durch die Ukraine mit Konsequenzen gedroht. Die russische Botschaft in London erklärte, Großbritannien werde für seine Unterstützung Kiews einen Preis zahlen. London wies die Drohung zurück und bekräftigte seine Unterstützung für die Ukraine. (Quelle: AFP)
Haftstrafe im Prozess gegen mutmaßlichen Agenten Russlands
Ein Ukrainer ist in Deutschland wegen Agententätigkeit verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Stuttgart verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Der Mann soll im Auftrag Russlands Brandanschläge vorbereitet haben. Zudem soll er den Versand von Paketen mit GPS-Sendern in Auftrag gegeben haben, die zur Ausspähung möglicher Sabotageziele dienen sollten. In Haft muss der Verurteilte nicht mehr, weil seine Haftzeit bereits mit der Dauer der Untersuchungshaft verbüßt ist.
Zwei weitere ukrainische Angeklagte wurden freigesprochen. Die Männer waren im Mai vergangenen Jahres festgenommen worden. (Quelle: dpa)
Zehn Tote bei russischem Raketenangriff in Region Charkiw
Bei einem russischen Raketenangriff auf ein Dorf in der nordostukrainischen Region Charkiw sind örtlichen Behörden zufolge zehn Menschen getötet worden. Acht weitere Personen wurden zudem verletzt, wie der Gouverneur der Region auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mitteilte. Bei dem Angriff auf die Ortschaft Petschenihy seien zudem zehn Wohnhäuser, ein Café, eine Postfiliale, ein Geschäft und mindestens sieben Autos beschädigt worden. (Quelle: Reuters)
Bürgermeister: Region Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert
Die ukrainische Armee hat die Region Moskau erneut massiv mit Drohnen angegriffen. Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt teilte über Telegram mit, es seien mehr als 600 Drohnen auf die Region abgefeuert worden. Dabei seien mehrere Menschen verletzt sowie Gebäude beschädigt worden. Die Luftabwehr hat nach eigenen Angaben 180 Drohnen abgefangen. Nach russischen Aussagen wurde auch ein Lager des Versandhändlers Wildberries getroffen. Schon in der Nacht zu Sonntag wurde das Moskauer Gebiet nach russischen Angaben von hunderten Drohnen attackiert. (Quellen: AFP, dpa)
Die Ereignisse gestern – 17. August 2026
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In Saporischschja starben ein Mann und eine Frau bei einem Drohnenangriff auf eine Kleingartenanlage. Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf die russische Grenzregion Belgorod sind örtlichen Angaben zufolge sechs Menschen getötet worden. Vier weitere Personen wurden verletzt
Unterdessen gibt es in einigen russischen Regionen erneut Engpässe bei der Treibstoffversorgung. Die Behörden verschärften in mindestens zehn Gebieten die Kontrollen für den Spritverkauf an Tankstellen. Medienberichten und Augenzeugen nach war am Montag Benzin an einigen Tankstellen im Raum Moskau nicht erhältlich, Diesel dagegen meist schon.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Personaländerungen beim Militär angekündigt. Selenskyj sagte, erfahrene Kommandeure müssten mehr Handlungsspielraum erhalten.
Ukraine-News am Dienstag, 18. August 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.