Erneut Tote bei russischem Raketenangriff auf Kiew
Startseite Politik Ukraine-Krieg aktuell: Neuer Verteidigungsminister Chmara soll Langstreckenangriffe ausweiten Von: Simon Schröder, Franziska Schwarz Uns auf Google folgen Aktuelle News-Lage im Ukraine-Krieg im Ticker: Tote nach nächtlichem Angriff auf Kiew. Selenskyj beauftragt seinen neuen Verteidigungsminister. Update, 6:57 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat dem neuen ukrainischen Verteidigungsminister Jewhenij Chmara den Auftrag erteilt, die Reichweite der ukrainischen Langstreckenangriffe gegen Russland deutlich auszuweiten. Der Präsident betonte zugleich, die Ukraine müsse vor dem nächsten Winter militärisch handlungsfähig bleiben. „Ich erwarte vom Verteidigungsministerium, dass es den Umfang unserer Langstreckenangriffe ausweitet, mit ukrainischen Waffenherstellern zusammenarbeitet, um mehr Kapazitäten zum Schutz des ukrainischen Luftraums bereitzustellen, und mit unseren Partnern kooperiert, um unsere Verteidigungsoperationen und offensiven Aktionen zu stärken“, sagte Wolodymyr Selenskyj laut der Kyiv Post in seiner Abendansprache am Mittwoch (18. August). Als Begründung für Khmaras Ernennung verwies der Präsident auf dessen früheren Dienst beim Sondereinsatzzentrum Alpha des ukrainischen Geheimdienstes – ein Beleg dafür, dass der neue Minister keine leeren Versprechen mache, so Selenskyj. Transparenzhinweis Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Russland mit nächtlicher Raketen-Attacke auf Kiew Update, 20. August, 6:36 Uhr: Russland hat Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen – fünf Menschen kamen ums Leben, 23 weitere wurden verletzt. Laut der Kiewer Militärverwaltung wurden Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt, zudem brachen auf großer Fläche Brände in Lagerhallen aus. Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte die Opferzahlen über seine Social-Media-Kanäle. Die Kiewer Militärverwaltung meldete, dass die Folgen des feindlichen Angriffs an mehr als zwölf Stellen in den Stadtbezirken Darnyzkyj, Swjatoschinsk und Solomjanka festgestellt wurden, so die Ukrajinska Prawda. Update, 23:30 Uhr: Die Vereinten Nationen haben den Ausschluss der russischen Anti-Kriegs-Partei Jabloko von den Parlamentswahlen verurteilt. Das Büro von UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk zeigte sich zudem „alarmiert“ über die Verurteilung von Jabloko-Vize Lew Schlosberg zu elf Jahren Haft „wegen einer Antikriegsrede“. Türk forderte die russischen Behörden auf, „die Meinungsfreiheit sowie das Recht der Bürger auf uneingeschränkte und freie Teilhabe an Wahlprozessen zu achten“. Die Erklärung erfolgte zwei Tage nach der Bestätigung des Wahlausschlusses durch Russlands Oberstes Gericht – ein weiteres Kapitel im Kontext des Ukraine-Kriegs, in dem Moskau innenpolitischen Widerspruch zunehmend unterdrückt. Russland tötet zwei Menschen mit Drohnenangriff auf die Ukraine Update, 20:40 Uhr: Bei einem russischen Drohnenangriff im Norden der Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Russland habe ein Gebäude der Nationalpolizei in Schytomyr attackiert, teilte die Nationalpolizei mit. Zwei Polizisten seien ums Leben gekommen und mindestens 20 Menschen verletzt worden. Russland habe bei dem Angriff Drohnen mit Düsenantrieb eingesetzt. Update, 19:53 Uhr: Deutschland hat 50 Millionen Euro für die Reparatur der beschädigten Schutzhülle über der Atomruine Tschernobyl zugesagt. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) besuchte den zerstörten Reaktor und erklärte, Deutschland werde Teil einer internationalen Lösung sein. Schneider zeigte sich zuversichtlich, dass der Bundestag dem Vorhaben zustimmen werde, mahnte aber auch andere Staaten zur Beteiligung. Die Gesamtkosten für die Sanierung werden laut Kraftwerksleitung auf rund 500 Millionen Euro geschätzt. Die Schutzhülle war im Ukraine-Krieg durch einen Drohnenangriff beschädigt worden, den der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einer russischen Drohne zuschrieb. Update, 19:18 Uhr: Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point hat sein Budget für den Bau einer Feststoffraketen-Fabrik in Dänemark auf 150 Millionen Euro verdreifacht. Das berichtet der Kyiv Independent. Die zusätzlichen Mittel fließen in ein neues Gebäude, da der ursprünglich geplante Produktionsstandort die Anforderungen nicht erfüllt habe, sagte Firmenchefin Iryna Terekh. Die Ankündigung folgt auf Unsicherheiten über die Zukunft des Projekts: Mitgründer des Unternehmens, Denys Schtiljerman, hatte im Mai behauptet, der Bau sei „auf Eis gelegt“ worden. Die dänische Regierung widersprach und betonte, die Zusammenarbeit mit der dänischen Fire-Point-Tochter laufe weiterhin. Die Anlage soll Ende 2027 den Betrieb aufnehmen. Nach Ukraine-Angriffen: Russland muss Kraftstoff importieren Update, 17:52 Uhr: Russland hat laut Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak mit dem Import von Kraftstoff begonnen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Angaben zu Mengen oder Herkunftsländern machte der Politiker nicht. Nowak zufolge rechnet die Regierung damit, dass mehrere Ölraffinerien nach planmäßigen Wartungsarbeiten bald wieder in Betrieb gehen und das Angebot verbessern werden, berichtet die Nachrichtenagentur Tass. Hintergrund sind wiederholte ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen im Ukraine-Krieg, die die Raffinerieproduktion in den vergangenen Monaten erheblich gedrosselt und landesweite Engpässe ausgelöst hatten. Russland ist eigentlich Netto-Exporteur von Kraftstoffen. Ukraine-Krieg aktuell: Putin äußert sich zu Ukraine-Angriffen auf Wildberries-Lagerhäuser Update, 16:35 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich erstmals über die ukrainischen Drohnenangriffe auf Lagerhäuser des russischen Online-Händlers Wildberries geäußert. „Natürlich gibt es keine kritischen Folgen solcher Angriffe, die gab es nie und kann es nie geben“, sagte Putin, wie der Kyiv Independent berichtet. Im Ukraine-Krieg hatte das ukrainische Verteidigungsministerium am 16. August erklärt, sieben der zehn größten Logistikzentren von Wildberries beschädigt zu haben. In der Nacht zum 19. August wurde zudem ein weiteres Lager in der Nähe von Moskau getroffen. Das Unternehmen kontrolliert nach Angaben von Beobachtern knapp die Hälfte des russischen Online-Handelsmarkts und gilt als Ziel, weil es auch Waren mit militärischer Verwendbarkeit vertreibt. Kiew trifft russische Rüstungsbetriebe im Ukraine-Krieg Update, 15:15 Uhr: Im Ukraine-Krieg hat Kiew nach eigenen Angaben zwei russische Rüstungsbetriebe getroffen. Das berichtet Ukrainska Pravda. Laut dem Generalstab der Streitkräfte der Ukraine wurden beim Angriff vom 15. August eine Produktionshalle des Raketenkonstruktionszentrums Progress sowie eine Flugzeugwartungshalle des Aviakor-Werks in Samara beschädigt. Beim Beschuss des Progress-Zentrums sei ein Feuer auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern ausgebrochen, teilte der Generalstab mit. Die Anlage gilt als eine der wichtigsten Einrichtungen der russischen Raketen- und Raumfahrtindustrie – dort werden Trägerraketen der Sojus-Familie gefertigt, die unter anderem russische Satellitenkommunikationssysteme für das Militär ins All befördern. Update, 13:43 Uhr: Russland und die Ukraine haben im Ukraine-Krieg erneut Gefangene ausgetauscht. Aus ukrainischer Gefangenschaft seien 103 russische Soldaten zurückgekehrt, teilte das Ministerium in Moskau mit. Russland habe im Gegenzug 103 ukrainische Soldaten übergeben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Austausch und veröffentlichte Aufnahmen von vor Freude weinenden Soldaten. Die Kriegsparteien haben bereits mehrfach Gefangene und die Leichen von Gefallenen ausgetauscht. „Es handelt sich um Verteidiger der Streitkräfte, des staatlichen Grenzschutzes und der Nationalgarde. Unter den Freigelassenen befinden sich Soldaten, die die Ukraine in Mariupol sowie in den Gebieten Donezk, Luhansk, Charkiw, Saporischschja, Cherson, Dnipro und Sumy verteidigt haben“, teilte Selenskyj in sozialen Netzwerken mit. Update, 12:57 Uhr: Die Ukraine bekommt einen neuen Verteidigungsminister: Das Parlament in Kiew hat mit breiter Mehrheit für Jewhenij Chmara gestimmt – 312 von 450 Abgeordneten votierten für den Kandidaten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, berichtet Reuters. Chmara war zuvor bereits kommissarisch als Minister tätig, nachdem Selenskyj im Juli Amtsinhaber Mychailo Fedorow entlassen hatte. Für Aufsehen sorgte zeitgleich die Entlassung von Präsidialamts-Vize Iryna Mudra – ein Dekret nannte keinen Grund, allerdings hatten Antikorruptionsbehörden kurz zuvor Geldwäsche-Ermittlungen gegen einen stellvertretenden Leiter des Präsidialamtes bekanntgegeben. Ukraine-Krieg aktuell: Kraftstoff-Krise in Russland verschärft sich Update, 11:59 Uhr: Russlands Kraftstoffversorgung ist ins Wanken geraten – in Moskau und mindestens zehn weiteren Regionen kämpfen Behörden mit massiven Benzin-Engpässen. Betroffen sind Gebiete wie Orenburg, Krasnodar und Krasnojarsk, wo Verkaufsbeschränkungen wieder eingeführt oder verschärft wurden. Der Grund liegt laut der Kyiv Post in der beschädigten Raffineriekapazität Russlands: S&P Global zufolge wurden mindestens 26 russische Raffinerien abgeschaltet, sieben davon waren Ende Juli noch immer außer Betrieb. Die Ölverarbeitung sank auf rund 3,6 Millionen Barrel pro Tag – den niedrigsten Stand seit Mai 2002. Laut Kommersant könnte die Krise Anfang September einen neuen Höhepunkt erreichen, wenn weitere Anlagen in die Wartung gehen. Ukraine-Krieg aktuell: Kiew meldet neue Zahlen zu Russlands Verlusten Update, 10:42 Uhr: Russlands Verluste im Ukraine-Krieg haben laut ukrainischem Generalstab die Marke von 1,47 Millionen Soldaten überschritten. Allein am vergangenen Tag verzeichnete Moskau demnach 1190 weitere Gefallene und Verwundete seit Beginn des Vollangriffs am 24. Februar 2022. Neben den Personalverlusten habe Russland auch massiv an Ausrüstung verloren. Ein paar Zahlen als Beispiel (sie beziehen sich auf den Zeitraum ab Februar 2022 bis heute): 12.276 Panzer 25.162 gepanzerte Kampffahrzeuge 469.197 Drohnen Die Ukraine selbst macht aus Gründen der operativen Geheimhaltung keine Angaben zu eigenen Verlusten. Ukraine-Krieg aktuell: Russische Drohne trifft Bus in Cherson – vier Zivilisten getötet Update, 10:01 Uhr: Eine russische Drohne hat in Cherson einen Bus getroffen und vier Menschen getötet. Vier weitere Zivilisten wurden nach dem Angriff verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Regionalgouverneur Olexandr Prokudin teilte den Vorfall am Morgen über Telegram mit und veröffentlichte dabei Fotos des getroffenen Fahrzeugs. Die Aufnahmen zeigen einen gelben Bus mit Blutspuren auf den Stufen und zerbrochenen Fenstern, wie Reuters berichtet. Ukraine-Krieg aktuell: Drohnen-Nacht über Russland – Kiew nimmt offenbar Sprengstoffwerk ins Visier Update, 9:16 Uhr: Mit einem Großangriff haben ukrainische Drohnen in der Nacht auf heute (19. August) mehrere Ziele in Russland attackiert – im Fokus stand wohl dabei erneut die Swerdlow-Sprengstofffabrik im Gebiet Nischni Nowgorod. Das russische Medium Astra berichtete, dass die militärisch-chemische Anlage in Dsjerschinsk getroffen wurde; lokale Behörden äußerten sich zunächst nicht. Bereits im April 2026 und im Oktober 2024 war die Anlage laut der Kyiv Post Ziel ukrainischer Drohnenangriffe gewesen. Ukraine-Krieg aktuell: Russland feuert mehr als 700 Drohnen auf Saporischschja ab Update, 8:31 Uhr: In der Region Saporischschja hat Russland binnen eines Tages 1019 Angriffe auf ukrainische Ortschaften verübt – mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung. Wie die Kyiv Post berichtet, wurden dabei zwei Menschen getötet und zehn verletzt. Die Opfer stammen aus der Stadt Saporischschja und dem umliegenden Bezirk. Gouverneur Iwan Fedorow bestätigte die Opferzahlen. Neben 717 Drohnenattacken führten russische Streitkräfte auch 19 Luftangriffe auf 13 Ortschaften sowie 276 Artillerieschläge durch – die Region gehört damit weiterhin zu den am stärksten beschossenen Gebieten der Ukraine. Keine „Putin-Müdigkeit“ in Russland Erstmeldung: Laut einem Russland-Experten ist die Kriegsmüdigkeit in Moskau trotz ukrainischer Drohnenangriffe weiterhin kein Massenphänomen – im Gegenteil. Die Unterstützung für Wladimir Putins Angriffskrieg sei in der Hauptstadt derzeit sogar stärker ausgeprägt als in vielen kleineren und mittleren Städten Russlands, berichtet laut n-tv der Kölner Stadt-Anzeiger. Dem Journalist Andrey Gurkov zufolge halte der Kremlchef „borniert an seinen Zielen fest“ und betrachte ukrainische Friedensangebote als „Merkmal der Schwäche“. Zwar fühle sich Russlands Elite „zunehmend in der Sackgasse“, doch gelte: „Niemand in Moskau ist derzeit stark genug, Putin von seiner Position abzubringen.“ Ukraine-Krise von innen: Fedorow fordert Wahlen Ex-Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat Wahlen in der Ukraine noch während des laufenden Krieges gefordert. In einer auf YouTube veröffentlichten Videoansprache sprach der 35-Jährige von einer Regierungskrise und verlangte ein Ende der Korruption in Kriegszeiten. Es ist laut Reuters die erste derartige Forderung einer bedeutenden ukrainischen Politikerin oder eines bedeutenden Politikers seit Beginn der russischen Invasion 2022. Fedorow war im Juli entlassen worden und hatte anschließend abgelehnt, als Berater von Präsident Wolodymyr Selenskyj tätig zu werden. Die ukrainische Gesetzeslage verbietet Wahlen während des Krieges ausdrücklich. Ukraine-Krieg aktuell: Selenskyj setzt auf Ex-Geheimdienstoffizier Chmara Selenskyj hat unterdessen den früheren Geheimdienstoffizier Jewhenij Chmara offiziell als neuen Verteidigungsminister der Ukraine nominiert und damit eine Rückkehr seines gefeuerten Vorgängers Fedorow ausgeschlossen. Das ukrainische Parlament, das am Dienstag (18. August) aus der Sommerpause zurückgekehrt ist, soll laut Kyiv Independent noch am heutigen Mittwoch über die Nominierung abstimmen. Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk erklärte, das Parlament werde „die Vorlage in naher Zukunft gemäß der Verfassung der Ukraine und dem etablierten parlamentarischen Verfahren prüfen“. Chmara, ein Generalmajor und ehemaliger Kommandeur des Alpha-Sonderoperationszentrums des ukrainischen Geheimdienstes SBU, gilt als Architekt der ukrainischen Langstreckendrohnenangriffe gegen Russland. (Redaktion mit Nachrichtenagenturen)