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Erneutes Muheim-Traumtor! HSV feiert die nächste Stuttgart-Party im Volkspark

Allgemein

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In seinem Krankenbett in London dürfte Nicolai Remberg am Sonnabend einen lauten Jubelschrei von sich gegeben haben. Der Kapitän des HSV verfolgte in seinem Zimmer der renommierten Fortius Clinic, wie der HSV gegen den VfB Stuttgart erstmals ohne seinen Kapitän kämpfen musste. Und das taten die Hamburger leidenschaftlich. Gegen den Champions-League-Club lieferten die Hamburger im ausverkauften Volksparkstadion einen großen Fight und spielten auch für Remberg. Am Ende feierte der HSV einen umjubelten 1:0-Sieg. Und wie schon in der vergangenen Woche war es Miro Muheim, der die HSV-Fans in Ekstase versetzte. Der Schweizer traf mit einem Traumtor kurz vor Schluss (88.). Das Stadion war ein Tollhaus.

Remberg, der nach seinem in Hoffenheim erlittenen Kreuzbandriss in London erfolgreich operiert wurde, sah eine Mannschaft, die alles für ihren schwer verletzten Spielführer gegeben hatte. Die Mannschaft machte sich schon vor dem Spiel in Remberg-Trikots warm. „Wenn der Kapitän nicht da ist, übernehmen wir das im Volksparkstadion“, rief Stadionsprecher Christian Stübinger vor dem Spiel Richtung Nordtribüne.

Trainer Merlin Polzin hatte eine Woche lang Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wer Remberg ersetzen wird. „Rambo kann man nicht kompensieren“, sagte Polzin bei DAZN. „Es geht für uns darum, seine Führungsaufgaben anders zu verteilen und frische Elemente reinzubekommen. Da haben wir Bock drauf, dass neue Elemente in unserem Spiel zu sehen sein werden.“

Bilal Nadir ersetzt HSV-Kapitän Remberg

Gemeint war vor allem Bilal Nadir, der überraschend den Vorzug vor Kofi Amoako erhalten hatte. Der Marokkaner, der in der vergangenen Saison bei Olympique Marseille in der ersten französischen Liga gespielt hatte, übernahm auf der Sechs.

Kofi Amoako, der als Favorit für die Position galt, sitzt zunächst auf der Bank. „Bilal hat aufgrund seiner Erfahrung, die er aus Frankreich mitbringt, genau diese Drucksituation gemeistert. In einer anspruchsvollen Liga und einem anspruchsvollen System“, sagte Polzin bei DAZN. „Er bringt viel mit, das unserem Spiel guttut. Er hat eine Aggressivität gegen den Ball, gleichzeitig aber auch ein Füßchen, das seine Mitspieler gut aussehen lässt. Es ist ein gutes Gesamtpaket, auch wenn es eine neue Rolle für ihn ist.“

Besonders bitter für den HSV: Auch Rembergs Nebenmann Albert Sambi Lokonga fiel gegen Stuttgart aus. Der Belgier war nach dem Sieg in Hoffenheim angeschlagen und hat es nicht rechtzeitig in den Kader geschafft. Für Sambi Lokonga spielte Miro Muheim auf der Doppelsechs. Der Schweizer stand erstmals in dieser Saison in der Startelf.

HSV zunächst ohne Ballbesitz

Dass es der HSV mit dieser Mittelfeldbesetzung gegen den VfB schwer haben werde, war zu erwarten. Und von Beginn an zu sehen. Stuttgart übernahm vom Anpfiff weg die Spielkontrolle, der HSV zog sich zurück und versuchte es mit langen Bällen, die aber nie beim Mitspieler landeten. Schon nach einer Minute hatte Angelo Stiller die erste Torchance für die Gäste, als HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes noch im Pyro-Nebel nach Orientierung suchte.

Aber auch der HSV hatte eine frühe Chance. Fabio Vieira wurde nach einem Fehlpass freigespielt und zog aus 16 Metern drüber (6.). Es sollte für eine lange Zeit aber die letzte Möglichkeit sein, denn nun spielte nur noch der VfB. Deniz Undav und Ermedin Demirovic hatten jeweils per Kopf (9./15.) gute Möglichkeiten. Der HSV schaffte es aber weitestgehend, die gefährliche Stuttgarter Offensive aus dem Spiel zu nehmen.

Nach vorne ging dafür zunächst fast nichts. Erst nach 25 Minuten wurde der HSV etwas mutiger. Über Standardsituationen kamen die Hamburger in Tornähe. Beinahe hätte Abwehrchef Sebastiaan Bornauw sein erstes Tor für den HSV erzielt, doch Stuttgarts Torhüter Dennis Seimen kratzte den von Vieira noch abgefälschten Ball von der Linie (26.).

Auf der anderen Seite war dann wieder der VfB gefährlich, weil HSV-Verteidiger Warmed Omari nicht zum ersten Mal etwas verträumt den Ball verlor und Demirovic dessen zweite Chance ermöglichte. Der frühere HSV-Jugendstürmer hatte am Mittwoch in Bratislava als Joker getroffen, diesmal durfte in seiner Heimatstadt starten. Der HSV war jetzt aber drin im Spiel, nachdem er in den ersten 15 Minuten nur 15 Prozent Ballbesitz hatte. Kurzzeitig erklang sogar die Torhymne, doch der Auslöser wurde zu schnell gedrückt.

Beinahe hätte Stadionsprecher Stübinger dann ein Tor der Gäste durchsagen müssen, doch Undav traf nur den Pfosten (39.). Zur Halbzeit waren es schließlich 6:11 Torschüsse. Eine Statistik, die zumindest aussagte, dass die Hamburger nicht chancenlos waren. Der HSV konnte mit dem 0:0 zur Pause aber gut leben.

Nach der Pause spielte der HSV auf die eigene Kurve und trat nun ganz anders auf als noch zu Beginn der ersten Hälfte. Yussuf Poulsen hatte direkt eine gute Kopfballchance nach einer Flanke von David Möller Wolfe, der erneut über die für ihn ungewohnte rechte Seite angriff, weil Zakaria El Ouahdi noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Auf der anderen Seite war es wieder Demirovic, der eine Flanke von Ramon Hendriks knapp am rechten Pfosten vorbeiköpfte (53.).

Poulsen trifft die Latte

Direkt im Gegenzug war der HSV dem 1:0 dann ganz nah. Der immer besser werdende Martin Adleine spielte Vieira rechts frei, der in den Strafraum auf Yussuf Poulsen legte. Der Mittelstürmer fackelte nicht lange und jagte den Ball aus 13 Metern an die Latte. Kurios: Als fast alle schon abgeschaltet hatten, flog der Ball wieder zurück ins Spielfeld und wäre womöglich direkt im Tor gelandet, doch Seimen hatte aufgepasst und klärte die Situation.

Es war jetzt ein sehenswertes Spiel auf Augenhöhe und es ging hin und her. Der HSV hatte sich in seiner neuen Formation gefunden. Muheim und Nadir machten ihre Sache auf der Doppelsechs immer besser und bauten zunehmend Druck auf. Youngster Louis Lemke hatte freie Schussbahn, wurde aber geblockt (55.). Dann war es erneut Undav, der Heuer Fernandes zu einer starken Parade zwang (58.).

Der HSV kämpfte weiterhin leidenschaftlich und Polzin wechselte mehrfach. Zunächst kam Otto Stange, dann feierte Albert Grönbaek sein Comeback. Zudem kamen Terem Moffi, El Ouahdi und später noch Amoako.

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Kurz vor Schluss traf der HSV tatsächlich noch zum Sieg. Bei einem Konter waren es die eingewechselten Grönbaek und El Ouahdi, die ihre Füße im Spiel hatten. Muheim kam dann 20 Meter vor dem Tor an den Ball und schweißte ihn mit seinem linken Fuß in den rechten Winkel. Was für ein Tor! Schon in Hoffenheim hatte er das Siegtor in der Nachspielzeit erzielt. Der Rest war nur noch schwarz-weiß-blauer Jubel und eine große Party im Volkspark.

HSV: Heuer Fernandes – Capaldo, Bornauw, Omari – Möller Wolfe, Nadir (83. Amoako), Muheim, Lemke (78. El Ouahdi) – Adeline (78. Grönbaek), Vieira (78. Moffi) – Poulsen (60. Stange).

Stuttgart: Seimen – Vagnoman, Jeltsch, Chabot, Hendriks – Karazor (67. Prömel), Stiller – Leweling (77. Sauer), Undav, El Khannouss (67. Führich) – Demirovic (77. Pejcinovic).

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