Ernüchternd: "Die Verräter" starten so schwach wie nie
In vielen Ländern sind "Die Verräter" ein großer Erfolg, in Deutschland wollte der echte Durchbruch zumindest bei der linearen Auswertung bislang noch nicht so recht gelingen. Mit einer Event-Programmierung wollte RTL das nun zur vierten Staffel ändern und räumt zwei Wochen lang jeweils den Montag- bis Donnerstagabend frei. Zum Auftakt gelange es allerdings schonmal nicht, darüber zusätzliche Aufmerksamkeit zu generieren. Insgesamt verfolgten im Schnitt nur 1,25 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die lineare Ausstrahlung der ersten Folge. Zum Vergleich: Die dritte Staffel erreichte im Frühjahr 2025 zum Start etwa eine halbe Million Menschen mehr, die erste Staffel lag sogar bei über 1,9 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern (jeweils noch ohne zeitversetzte Nutzung). Im Verlauf sanken bei den letzten Staffeln die Reichweiten dann noch jeweils ab, die vierte Staffel liegt aber schon zum Auftakt nur hauchdünn über dem bisherigen Allzeit-Tief. Dass man die Staffel diesmal im Spätsommer zur Urlaubszeit an den Start brachte, kann da auch nur bedingt als Erklärung herhalten, denn auch der Marktanteil lag mit 6,1 Prozent deutlich tiefer als beim Auftakt in den letzten Jahren. In der klassischen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lief es für "Die Verräter" mit nur 7,6 Prozent Marktanteil sogar so schwach wie noch nie. Dass es in der erweiterten Zielgruppe 14-59 mit 8,2 Prozent ein klein wenig besser aussah, ist da nur ein kleiner Trost. Für RTL bleibt nun nur zu hoffen, dass in den nächsten Tagen doch noch ein paar weitere Zuschauerinnen und Zuschauer zu den "Verrätern" finden - oder dass es zumindest einen Werbe-Effekt für RTL+ entfaltet, wo die Ausstrahlung bereits zwei Wochen zuvor begann. Auch von dort gibt es somit bereits erste Reichweiten-Daten. In der Woche, in der die ersten beiden Folgen veröffentlicht wurden, erzielten die Programmmarke "Die Verräter" eine Streaming-Nettoreichweite von 0,521 Millionen - so viele sind demnach also mit "Verräter"-Inhalten mindestens kurz in Kontakt gekommen. Das können ganze Folgen sein oder auch kurze Clips, über die Intensität der Nutzung sagt dieser Wert nichts. Im Vergleich zur Auftakt-Woche der dritten Staffel im vergangenen Jahr war das ein minimaler Zugewinn.