Erpresser fordern Lösegeld nach Hackerangriff auf Berliner Landesnetz
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat bestätigt, dass Berlin nach dem Hackerangriff auf das Landesnetz erpresst wird. "Das Land Berlin ist Opfer einer schweren Straftat geworden", sagte Wegner am Freitag nach einer Sondersitzung des Senats.
Die Forderung sei am frühen Donnerstagabend gegen 17:30 Uhr eingetroffen. Darauf werde jedoch nicht eingegangen, betonte Wegner: "Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen."
Zuvor hatte der rbb am Donnerstag aus mehreren Quellen erfahren, dass eine Lösegeldforderung an das Land Berlin eingegangen war. Wie hoch die geforderte Summe ist, wurde zunächst nicht bekannt.
Gegen die mutmaßlichen Täter des Hackerangriffs ermitteln das Landeskriminalamt und die Berliner Staatsanwaltschaft in enger Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden des Bundes. Zu der Frage, welche und wie viele Daten abgeflossen sind, machte die Senatskanzlei keine Angaben. Wegner sagte jedoch, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch personenbezogene Daten betroffen seien.
Am Mittwoch hatte die Senatskanzlei bekanntgegeben, dass die Hacker früher in das Landesnetz eingedrungen waren als bisher bekannt. Mindestens seit dem 7. August, also eine Woche vor Entdeckung, seien Daten abgeflossen, erklärte Digitalstaatssekretär Florian Hauer. Am 14. August, also eine Woche später, wurden die Senatsverwaltungen für Verkehr und die für Stadtentwicklung aus Sicherheitsgründen vom restlichen Landesnetz abgekoppelt. Nach rbb-Informationen ist es der größte Cybervorfall, den das Land Berlin bisher erlebt hat.