DAX -0,78 % 26.234,67 Pkt 11:47:52 MDAX -1,04 % 32.128,21 Pkt 11:47:55 Euro Stoxx 50 -0,58 % 6.492,41 Pkt 11:47:45 Dow Jones -0,71 % 53.459,78 Pkt 22:42:57 S&P 500 -0,69 % 7.745,06 Pkt 22:42:27 Nasdaq -0,59 % 26.644,91 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,72 % 4.449,80 USD 11:52:50 Silber -1,51 % 65,13 USD 11:52:45 Brent +0,18 % 91,03 USD 11:52:41 WTI -0,40 % 84,16 USD 11:52:53 Bitcoin -0,68 % 64.070,02 USD 12:02:49 EUR/USD +0,07 % 1,15820 USD 12:01:58 EUR/GBP +0,15 % 0,85570 GBP 12:02:55 EUR/CHF -0,07 % 0,93980 CHF 12:02:55 EUR/JPY +0,28 % 184,799 JPY 12:02:53

Erschöpfung und Demenz: Vierfach erhöhtes Alzheimer-Risiko entdeckt

Gesundheit

Chronische Entzündungsprozesse rücken zunehmend in den Fokus der Forschung, wenn es um Erschöpfungszustände, Depressionen und langfristige Krankheitsverläufe geht. Mehrere aktuelle Untersuchungen liefern Hinweise darauf, wie eng biologische Marker, Stress und psychische Gesundheit miteinander verwoben sind. Spurenelemente und Entzündungswerte bei Intensivpatienten Eine Untersuchung von Forschenden des Korea University Anam Hospital und der Ewha Womans University Mokdong widmete sich dem Zusammenhang zwischen Spurenelementen und Entzündungsmarkern bei schwer erkrankten Patienten. Die Analyse legt nahe, dass niedrigere Zink- und Selen-Blutspiegel mit höheren Werten von CRP (C-reaktives Protein) und Procalcitonin – beides klassische Entzündungsmarker – assoziiert sind. Nach Angaben der beteiligten Einrichtungen wurden entsprechende Zusammenhänge zwischen den Spiegeln der beiden Spurenelemente und den Entzündungsparametern beobachtet. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nutrients veröffentlicht. Diese Beobachtungen fügen sich in ein größeres Bild ein: Zink und Selen gelten als essenzielle Spurenelemente für Gewebereparatur und die Regulierung von Entzündungsreaktionen. Fachliteratur empfiehlt für Erwachsene üblicherweise eine tägliche Zinkzufuhr von 15 bis 30 Milligramm, etwa in Form von Zinkpicolinat oder -citrat, sowie 100 bis 200 Mikrogramm Selen täglich, beispielsweise als Selenmethionin. Als natürliche Quellen gelten unter anderem Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne, Cashews, Kichererbsen und Eier sowie Paranüsse für Selen. Dabei wird empfohlen, Zink eher mit Kupfer zu kombinieren statt mit Kalzium oder Eisen, da sich die Aufnahme sonst gegenseitig behindern kann. Ein Zinkmangel kann zudem den Transport von Vitamin A über das Retinol-bindende Protein blockieren und den Geschmackssinn beeinträchtigen. Bestimmte Medikamente, etwa Thiazid-Diuretika, können dem Körper zusätzlich Mineralstoffe entziehen. Stress als Auslöser: Das Problem des „Zuviel“ Der Stressforscher Volker Busch erklärte kürzlich in einem Interview, dass chronischer Stress häufig aus einem „Zuviel“ im Alltag entsteht – zu viele Reize, Aufgaben und Anforderungen, die gleichzeitig auf Menschen einwirken. Er betonte, wie wichtig es sei, im Alltag bewusster auszuwählen, welche Dinge tatsächlich Priorität verdienen, um chronischem Stress vorzubeugen. Anzeige Wer sich mit den Auswirkungen von Belastungen auf den Körper befasst, sollte auch die Rolle von Nährstoffen und Entzündungsprozessen verstehen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie stille Entzündungen identifizieren und mit der richtigen Ernährung gezielt gegen Erschöpfung vorgehen können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt entdecken Auf zellulärer Ebene liefert eine im Fachjournal Acta Neuropathologica Communications veröffentlichte Untersuchung an einem Mausmodell für chronischen Stress weitere Erklärungsansätze. Demnach stört anhaltender Stress die Interaktion zwischen Mikroglia – den Immunzellen des Gehirns – und Blutgefäßen über ein als AT1R-Signaling bezeichnetes System. Aktivierte Mikroglia zeigten in dem Modell eine reduzierte Beweglichkeit und geringeren Kontakt zu den Gefäßen, während Gefäßdichte, Gefäßdurchmesser und Blutfluss abnahmen. Eine Hochregulation des AT1R-Rezeptors in gefäßnahen Mikroglia wurde dabei als möglicher Vermittler dieser gestörten Interaktion sowie von depressionsähnlichem Verhalten identifiziert. Burnout, Erschöpfung und langfristige Risiken Burnout gilt laut ICD-11 nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als Faktor, der den allgemeinen Gesundheitszustand beeinflussen kann, wie der Berater Gregor Wojtowicz darlegt. Nach dem Modell der Forscherin Christina Maslach umfasst Burnout drei Dimensionen: emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und ein Gefühl reduzierter Wirksamkeit. Als Präventionsmodell dient häufig ein Vier-Phasen-Schema nach Freudenberger und North, das von übersteigertem Ehrgeiz über Vernachlässigung eigener Bedürfnisse und Verdrängung bis hin zum Zusammenbruch reicht. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen chronischer Erschöpfung können erheblich sein. Eine schwedische Kohortenstudie mit mehr als 1,3 Millionen Teilnehmenden über einen Beobachtungszeitraum von acht bis neun Jahren fand laut Medscape ein vierfach erhöhtes Alzheimer-Risiko bei Personen, die sowohl unter chronischer Erschöpfungsstörung als auch unter Depression litten. Anzeige Der Zusammenhang zwischen chronischen Beschwerden und biologischen Markern ist komplex und oft schwer zu durchschauen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen 25-seitigen Report, wie Sie Ihre Blutwerte selbst richtig interpretieren und frühzeitig auf Warnsignale reagieren können. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck hier anfordern In Deutschland leben nach Angaben des Spiegel mehr als 600.000 Menschen mit ME/CFS, einer schweren Form chronischer Erschöpfung; besonders stark Betroffene sind mitunter bettlägerig und können kaum Licht oder Geräusche ertragen. Ausblick auf Therapieansätze Auch bei der Behandlung stressassoziierter Störungen gibt es differenzierte Befunde. Ein Cochrane-Review mit acht randomisiert-kontrollierten Studien und mehr als 700 Teilnehmenden zeigte laut Medscape, dass eine frühzeitige medikamentöse Behandlung innerhalb von drei Monaten nach einem Trauma eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) nicht wirksam verhindert. Eine Metaanalyse von 144 Studien mit über 40.000 Teilnehmenden ergab zudem, dass der Tod eines nahen Angehörigen das PTBS-Risiko um 24 Prozent erhöht. Demgegenüber deutet eine Netzwerk-Metaanalyse von 70 randomisiert-kontrollierten Studien mit mehr als 5.500 Kindern darauf hin, dass trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie den Schweregrad einer PTBS kurzfristig deutlich reduzieren kann. Insgesamt zeichnen die verschiedenen Forschungsansätze ein Bild, in dem Entzündungsmarker, Nährstoffversorgung, Stressbelastung und psychische Gesundheit eng miteinander verknüpft sind – ein Zusammenhang, der weiterhin Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Untersuchung bleibt.

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