Erste Schule macht Künstliche Intelligenz zum Pflichtfach
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Roßleben (Thüringen) – Erste Stunde Mathe, zweite Deutsch, dritte Stunde: Künstliche Intelligenz! Während andere noch über die Schule der Zukunft reden, hat sie in der Klosterschule Roßleben (Kyffhäuserkreis) längst begonnen. Erstmals in Deutschland steht dort jetzt „KI-Kunde“ als eigenständiges Pflichtfach im Stundenplan. Alle Kinder der Klassen 5 bis 8 müssen ran.
Der pädagogische Leiter der Privatschule, Karsten Plöger (56), erklärt gegenüber BILD, wie das ungewöhnliche Schulfach zustande kam: „Wir konnten einen KI-affinen Physik- und Mathelehrer für das Projekt gewinnen, der bereit war, einen Lehrplan zu entwickeln. Auch die Schüler konnten sich mit Wünschen und Anregungen einbringen.“
Plöger ist sicher: „ Künstliche Intelligenz wird die Lebens- und Berufswelt unserer Schüler grundlegend prägen. Deshalb reicht es aus unserer Sicht nicht, KI nur punktuell im Unterricht zu thematisieren.“ Es gehe auch nicht darum, einfach nur Chatbots auszuprobieren. Die Schüler sollen auch etwas über die ethischen und rechtlichen Grenzen lernen und darüber, wann sie einer KI trauen können und wann besser nicht. Das wird ganz praktisch geübt: Stammt der Text für einen Klassensong tatsächlich von einer Mitschülerin, oder hat ihn eine KI geschrieben? Wie erkennt man falsche oder verzerrte Ergebnisse?
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Für die neue Zukunftsstunde nehmen die insgesamt 334 Schüler und ihre Eltern sogar eine Unterrichtsstunde mehr pro Woche in Kauf. Dennoch seien die ersten Rückmeldungen durchweg positiv, sagt Plöger. „Bei Kindern und Jugendlichen besteht ja die Gefahr, dass sie alles glauben, was generiert wird. Unsere ersten Erfahrungen zeigen aber, dass sie meistens mehr über KI wissen, als wir glauben.“ Künftig soll das Fach auf weitere Klassenstufen ausgedehnt werden und auch für Lehrer Pflichtstoff bei der Weiterbildung sein.