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"Es geht nicht um Worte": Selenskyj zu Treffen mit Putin bereit

Welt

Aktualisiert am 12.09.2026 - 13:17 UhrLesedauer: 25 Min.

Der ukrainische Präsident blickt selbstbewusst auf den G20-Gipfel in Miami. Drohnen treffen eine russische Fabrik – und fordern Tote in der Ukraine. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 12. September

Selenskyj zu Treffen mit Putin bei G20-Gipfel in Miami bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben zu einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin bereit, sollten beide Politiker zu einem G20-Gipfel in die USA eingeladen werden. "Wir müssen uns treffen, miteinander sprechen und Entscheidungen treffen", sagte Selenskyj in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Deutschen Welle (DW).

"Es geht nicht um Worte", sagte Selenskyj in dem Interview, das am Freitag in Kanada geführt wurde. "Was ich ihm sagen werde oder was er mir sagen will, spielt keine Rolle", sagte Selenskyj mit Blick auf Putin. Er fügte hinzu: "Was zählt, ist das Ergebnis." Die Ukraine sei an der Front viel stärker als noch im vergangenen Jahr, Moskau dagegen zahle einen "hohen Preis" für kleine Erfolge. "Deshalb glauben wir, dass wir uns jetzt in einer guten Verhandlungsposition befinden", betonte der ukrainische Präsident.

Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G20-Gruppe inne. Im Dezember findet in Miami im Bundesstaat Florida der Gipfel der G20-Staats- und -Regierungschefs statt. US-Präsident Donald Trump hatte im April gesagt, eine Teilnahme Russlands wäre "wahrscheinlich sehr hilfreich". Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine im Februar 2022 haben sich Putin und Selenskyj nicht persönlich getroffen.

Ukraine: Haben Fabrik in Russland getroffen

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben eine Fabrik im Wolgagebiet Samara angegriffen. Auf dem Gelände des Betriebs in Toljatti sei ein Brand festgestellt worden, teilte der Generalstab in Kiew mit. Das Unternehmen sei unter anderem spezialisiert auf die Herstellung synthetischer Kautschuke, was wichtig für die Nutzung von taktischen und ballistischen Raketen sei, hieß es zur Begründung.

Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew schrieb am frühen Morgen bei Telegram lediglich von einem großen ukrainischen Drohnenangriff. Der Bürgermeister der Stadt Toljatti, Ilja Suchich, teilte mit, dass ein Mensch infolge eines massiven Angriffs auf die Stadt ins Krankenhaus gebracht worden sei. Einige mehrstöckige Wohnhäuser seien beschädigt worden.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die eine große Rauchwolke in Toljatti zeigen sollen.

Tote und viele Verletzte nach russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen sind in der Nacht mindestens drei Menschen in der Ukraine getötet worden. In Saporischschja kamen nach Behördenangaben eine Frau und ein Mann bei einem Drohnenangriff ums Leben. Mindestens eine weitere Person wurde demnach verletzt. Es sei ein Wohngebiet getroffen worden.

Im südukrainischen Gebiet Odessa wurden nach Angaben von Militärgouverneur Oleh Kiper mindestens 35 Menschen verletzt. Darunter sei auch ein fünf Monate altes Baby. Zwei Personen würden noch gesucht. Auf von Behörden veröffentlichten Fotos war ein beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus zu sehen. In der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih wurden dem Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, zufolge zwei Menschen bei einem Angriff auf einen Betrieb getötet. Vier weitere seien dabei verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte Angriffe. Attackiert worden seien in Saporischschja und Krywyj Rih Unternehmen der Metallindustrie, die Produkte für militärische Zwecke herstellten, hieß es. In der Region Odessa seien Objekte der Hafeninfrastruktur und ein wichtiges Objekt der Verkehrsinfrastruktur für die Entladung und Lagerung militärischer Güter getroffen worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Explosion und Brand in Munitionslager von Rüstungsunternehmen

Rund einen Monat nach einem Brand in einem Munitionslager des Rüstungsunternehmens Emco in Bulgarien hat eine Explosion in einem weiteren Lager ein Feuer ausgelöst. Nach Angaben der Polizei vom Samstag ereignete sich der Vorfall am späten Freitag nahe dem Ort Gorni Varpishta im Zentrum des Landes. Die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, hieß es weiter. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar.

Kürzlich hatte es bereits in einem anderen Munitionslager von Emco gebrannt. Das Unternehmen schloss menschliches Versagen als Ursache aus. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein. Das Nato- und EU-Mitgliedsland Bulgarien ist ein Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Munition von Emco kommt auch dort zum Einsatz.

Emco-Eigentümer Emilian Gebrew, sein Sohn und ein weiterer Firmenvertreter überlebten 2015 einen Vergiftungsversuch. In dem Fall wurden in Bulgarien drei russische Staatsbürger angeklagt. Unabhängig davon wurden sechs Russen im Zusammenhang mit vier Explosionen in Rüstungsbetrieben des Landes zwischen 2011 und 2020 angeklagt.

Putin äußert sich zu AfD-Wahlergebnis

Erst wollte er nicht, dann sprach Putin doch zum AfD-Wahlsieg. Er sieht Fehler auf europäischer Ebene. Mehr dazu lesen Sie hier.

Britischer Marschall: 500.000 russische Soldaten tot

Nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes sind in Wladimir Putins großangelegtem Krieg gegen die Ukraine eine halbe Million russischer Soldaten getötet worden. Marschall Rich Knighton, Chef der britischen Streitkräfte, sagte, die Gesamtzahl der Verluste Russlands, einschließlich der Verwundeten, werde seit Februar 2022 auf 1,5 Millionen Soldaten geschätzt.

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