Es geht um 2,5 Millionen Dollar: Deutscher Star-Unternehmer Wanja Oberhof in den USA festgenommen
Im Zentrum des Falls steht eine Investition von 2,5 Millionen Dollar. Laut US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York soll ein Geschäftsmann 2024 dieses Geld in ein mit Oberhof verbundenes Unternehmen gesteckt haben. Oberhof war damals Mitgründer und CEO der „The Healing Company“, eines Start-ups aus dem Gesundheits- und Wellnessbereich.
Dem Investor soll Oberhof zugesichert haben, dass ein großer Teil der Summe dafür verwendet werde, Schulden der „The Healing Company“ abzulösen. Genau das soll jedoch nicht geschehen sein. Stattdessen wirft die US-Justiz Oberhof vor, den überwiegenden Teil des Geldes für eigene Zwecke abgezweigt zu haben.
US-Staatsanwaltschaft erhebt Vorwürfe gegen Wanja Oberhof
Konkret führen die Ermittler rund 25.000 Dollar für die Miete seines Luxus-Penthouses in Manhattan an. Die Wohnung soll knapp 20.000 Dollar monatlich gekostet haben. Weitere mehr als 57.000 Dollar sollen in die Rückzahlung eines persönlichen Darlehens geflossen sein.
Der größte Teil des Geldes soll schließlich auf ein von Oberhof kontrolliertes ausländisches Bankkonto überwiesen worden sein: mehr als 1,8 Millionen Dollar.
Um die Verwendung des Geldes zu verschleiern, soll Oberhof außerdem Finanzunterlagen manipuliert haben. Die Vorwürfe sind in der Mitteilung der US-Staatsanwaltschaft und der dazugehörigen Strafanzeige detailliert aufgeführt.
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Wanja Oberhof wegen Betrugs angeklagt
Die US-Staatsanwaltschaft machte die Strafanzeige am 14. September öffentlich. Oberhof wurde noch am selben Tag vor der New Yorker Bundesrichterin Ona T. Wang vorgeführt. Das Verfahren wird von der Abteilung für komplexe Betrugsfälle und Cyberkriminalität der Staatsanwaltschaft geführt; beteiligt ist außerdem das FBI.
Oberhof wird ein Fall von „Wire Fraud“ vorgeworfen. Nach US-Recht kann darauf eine Höchststrafe von 20 Jahren Gefängnis stehen. Die US-Justiz weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass dies lediglich die gesetzliche Höchststrafe ist und nicht bedeutet, dass Oberhof im Fall einer Verurteilung tatsächlich so lange ins Gefängnis müsste. Nach seiner Vorführung vor Gericht wurde laut „Handelsblatt“ eine Kaution von zwei Millionen Dollar festgesetzt. Für eine mögliche Freilassung gelten demnach weitere Auflagen.
Wanja S. Oberhof ist seit Jahren als Unternehmer und Investor aktiv. Bekannt wurde er unter anderem als Mitgründer und CEO der „The Social Chain AG“, die aus dem Zusammenschluss seiner Lumaland AG mit der Social Chain Group hervorging. 2023 gab Oberhof den Vorstandsvorsitz an Georg Kofler ab und übernahm das US-Geschäft sowie die M&A-Aktivitäten des Unternehmens.