„Es gibt nichts, was Trump tun kann“: Mehrheit glaubt nicht mehr an Wahlkampf
Wenige Wochen vor den Kongresswahlen glaubt eine Mehrheit der US-Amerikaner nicht mehr daran, dass die Republikanische Partei ihren Rückstand in den Umfragen wieder aufholt. Das geht aus einer aktuellen Befragung des Nachrichtenportals „Politico“ hervor. Sogar Anhänger der Republikaner sind demnach skeptisch, dass US-Präsident Donald Trump noch ein Schachzug gelingt, der den Wahlkampf auf den Kopf stellen könnte.
Selbst wenn es Trump gelänge, den Iran-Krieg zu beenden, 100.000 neue Jobs zu schaffen oder den Spritpreis um einen US-Dollar pro Gallone (ca. 3,8 Liter) zu senken, würde eine Mehrheit der Befragten nicht eher republikanisch wählen. Der Umfrage zufolge betrifft dies vor allem demokratische oder unentschlossene Wähler.
„Ich glaube, viele der Würfel sind bereits gefallen“, sagte Mike Noble vom Meinungsforschungsinstitut Noble Predictive Insights „Politico“. Es sei schwierig, überhaupt mit Republikanern zu sprechen, es sei denn, es handele sich um unglaublich eingefleischte Anhänger. „Wie sollen sie sich denn derzeit motivieren? Die Demokraten sind eindeutig motiviert“, sagte Noble weiter.
Lebenshaltungskosten bestimmen den Wahlkampf
Ähnliche Töne schlägt ein anonymer Mitarbeiter der Republikaner an, der an den Kampagnen in den besonders umkämpften Bundesstaaten arbeitet. „Es gibt nichts, was Trump tun kann, und offen gesagt: Selbst wenn er etwas tun würde, würde es ihm zu diesem Zeitpunkt ohnehin niemand mehr abnehmen“, sagte er dem Nachrichtenportal.
27
Prozent der Befragten trauen Trump eine deutliche Senkung der Lebensmittelpreise zu.
Neben dem Iran-Krieg und den als Folge erhöhten Benzinpreisen machen den US-Amerikanern vor allem die ausufernden Kosten für Lebensmittel zu schaffen. Laut dem Statistikamt des Arbeitsministeriums sind die Durchschnittspreise für Lebensmittel seit 2019 um ein Drittel gestiegen. Auch hierbei spielt der Krieg eine Rolle, denn er trieb außer den Kosten für Treibstoff auch die Preise für Mineraldünger in die Höhe.
Allerdings glaubten nur 27 Prozent der Befragten, dass es Trump gelingen könnte, die Lebensmittelpreise bis zum Wahltag deutlich zu senken. Ebenso wenige glaubten, dass er bis dahin den Krieg beenden könnte. Eine Senkung der Spritpreise um einen US-Dollar trauten Trump nur 25 Prozent der Befragten zu.
Umfragen sehen die Demokraten vorne
David Ingle, Sprecher des Weißen Hauses, zeigte sich davon unbeeindruckt. „Präsident Trump ist der unbestrittene Anführer, der beste Botschafter und der unübertroffene Motivator für die Republikanische Partei, und er setzt sich dafür ein, die republikanischen Mehrheiten im Kongress zu erhalten“, sagte Ingle in einer Stellungnahme.
Bei den Kongresswahlen am 3. November werden alle Sitze des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel der Sitze des Senats neu gewählt. Bislang halten die Republikaner in beiden Kammern die Mehrheit. Während die meisten Umfragen den Demokraten eine klare Mehrheit im Repräsentantenhaus prognostizieren, gilt das Rennen um den Senat als knapper. Die Demokraten müssten mindestens vier Sitze hinzugewinnen, um dort die Mehrheit zu erlangen. (doe)