Es ging um seine Zukunft: Jonas Urbig wurde beim FC Bayern von einer elementaren Ankündigung völlig überrascht
Von der jüngsten Ankündigung seines Mentors wurde Jonas Urbig in Hongkong überrascht. Manuel Neuer plant sein Karriereende? Wirklich? "Ich habe das tatsächlich gar nicht mitbekommen, dass er das gesagt hat", sagte Urbig, designierter Thronfolger im Tor des FC Bayern, am Rande der Asienreise des deutschen Rekordmeisters mit trockener Miene: "Das höre ich jetzt gerade zum ersten Mal." Dabei hatte Neuer schon vor über einer Woche gesagt, es sehe "schon stark danach aus, dass ich aufhöre" - und damit endgültig den Weg frei gemacht für Urbig. Doch noch will der 22-Jährige von seinem möglichen Sprung auf den Torwart-Thron der Münchner nichts wissen. "Der Fokus", betonte Urbig vor dem zweiten Test der Asienreise gegen Aston Villa am Freitag, "liegt auf der alltäglichen Arbeit". Doch auch die könnte sich für ihn in der kommenden Saison ändern. Schon in der vergangenen Spielzeit war Urbig regelmäßig für Neuer eingesprungen, kam auf 20 Einsätze. Nun aber soll Urbig wohl noch mehr gefordert werden und auch in wichtigen Spielen noch häufiger zwischen den Pfosten stehen. Das Ziel: den noch immer jungen Torhüter weiter an den Druck gewöhnen, den der Platz im Tor der Bayern mit sich bringt. "Manuel ist unsere Nummer eins. Aber wir lieben Jonas Urbig", sagte Kompany am Donnerstag: "Wir wollen weitermachen mit seiner Verbesserung und Entwicklung. Er hat ein Pokalfinale gegen Stuttgart gespielt, wichtige Spiele in der Champions League absolviert. Das Ziel ist es - und das ist nicht überraschend -, dass wir ihm weiter Spielzeit geben wollen. Wann und wie, das werden wir sehen - aber zu den richtigen Momenten." Urbig schwärmt von Team um Neuer beim FC Bayern: "Eine super harmonische Sache" Urbig präsentiert sich seit seinem Wechsel im Januar 2025 vom 1. FC Köln meist ausgesprochen souverän, sowohl auf als auch neben dem Platz. Angesprochen auf seine Einsatzzeiten in der kommenden Saison antwortete er mit einem Grinsen: "Also ein Modell habe ich jetzt nicht ausgearbeitet." Er habe sich "natürlich immer gefreut, wenn der Trainer mich aufgestellt hat. Grundsätzlich geht es aber darum, dass das Team weiß, egal welcher Torwart spielt, sie können sich auf alle verlassen." Also auch auf Neuer oder Sven Ulreich. Die Arbeit im Torwartteam, schwärmte Urbig, sei "eine super harmonische Sache". Was nicht zuletzt an Neuer zu sehen ist. Bissen sich in der Vergangenheit noch designierte Nachfolgerwie Alexander Nübel am Platzhirsch die Zähne aus, scheint der 40-Jährige in seiner neuen Rolle des Mentors voll aufzugehen. Auch in der bevorstehenden Saison soll das geplante Jobsharing zwischen ihm und Urbig seine volle Zustimmung genießen. Schließlich träumt auch Neuer in seiner 16. und letzten Bayern-Spielzeit noch einmal vom großen Wurf. "Wir haben alle Ziele, die man erreichen kann", hatte der Kapitän des Doublesiegers zuletzt betont. Die Motivation sei riesig, "nochmal mehr zu erreichen als in der letzten Saison". Um dann auf dem Höhepunkt den Thron frei zu machen.