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„Es ist ein Chaos“ - Russland zieht laut Bericht alle Schiffe aus dem Mittelmeer ab

Welt

Seit mehr als zehn Jahren soll Russland erstmals keine dauerhaft im Mittelmeer stationierten Kriegsschiffe mehr haben. Das berichtet der britische „Telegraph“ (gehört wie WELT zu Axel Springer) und beruft sich auf westliche Vertreter. Demnach sei die seit 2013 bestehende Einsatzgruppe längst abgezogen. „Seit Juni ist dort nichts mehr“, zitiert die Zeitung einen Nato-Vertreter, der den Schritt als „ziemlich bedeutsam“ einordnet. Denn: Russland hätte damit vorerst eine wichtige militärische Präsenz in der Region aufgegeben.

Als Grund wird der wachsende Schutzbedarf der russischen Schattenflotte genannt. Zuletzt haben mehrere Nato-Staaten solche Schiffe, die trotz westlicher Sanktionen weiterhin Öl transportieren, kontrolliert oder festgesetzt. Allein in den vergangenen sechs Monaten seien es 13 gewesen, was den Druck auf Moskau weiter erhöht hat. So patrouilliere im Ärmelkanal derzeit die Fregatte „Neustrashimy“, die dort russische Schiffe begleiten soll. „Die Nato hat Russland vor ein Dilemma gestellt“, zitiert der „Telegraph“ eine diplomatische Quelle. Dadurch entstehe „eine Lücke im Mittelmeer“.

Dem Artikel nach gibt es aber auch erhebliche logistische Probleme: Für längere Einsätze sollen Versorgungstanker fehlen. Zeitgleich habe vor allem die Schwarzmeerflotte im Krieg gegen die Ukraine Verluste erlitten. Ein Vertreter der Nato beschreibt dem Blatt gegenüber den Zustand der russischen Überwasserflotte mit: „Es ist ein Chaos.“

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