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Eskalation schon in den nächsten Monaten?: Geheimdienstler rechnen offenbar mit russischen Aggressionen auf Nato

Welt

Plant Russland in naher Zukunft Angriffe auf Nato-Territorium? Drei europäische Geheimdienstchefs warnen in einem Medienbericht vor möglicherweise bald bevorstehenden Aggressionen. Denkbar seien etwa verstärkte Sabotageakte und Provokationen unter falscher Flagge – aber auch kleinangelegte Invasionen in russische Nachbarstaaten.

Der britische „Guardian“ sprach dafür mit den Chefs von Geheimdiensten in Tschechien, Lettland und Schweden über ihre Einschätzungen zu Bedrohungen aus Russland. Diese vermuten Aggressionen aus Moskau demnach bereits innerhalb von Monaten.

Michal Koudelka vom tschechischen Sicherheitsinformationsdienst BIS hält der Zeitung zufolge neben einer Steigerung der Drohnenaktivität eine kleinere Invasion in russlandnahem Nato-Territorium für möglich. „Dabei könnte es sich um ein begrenztes Eindringen, Provokationen unter falscher Flagge oder massive Beeinflussungskampagnen handeln.“ Vorfälle dieser Art erwartet er bereits innerhalb von „Monaten, nicht Jahren“.

Nicht zu unterschätzen sei außerdem die Auswirkung von Sabotage als Belastung der Geheimdienstressourcen. „Jetzt muss jeder Brand oder jede Störung von den Geheimdiensten als potenzieller Terroranschlag untersucht werden“, sagte er. Für Russland sei die entstehende Unruhe auch dann ein gutes Ergebnis, wenn der Kreml nicht dahintersteckt.

Aus Lettland kommt unterdessen vorsichtige Entwarnung. Der Generaldirektor des lettischen Staatssicherheitsdiensts, Normunds Mežviets, sagte der Zeitung: „Wir sehen keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff.“ Es gebe zwar Anzeichen für entsprechende Vorbereitungen Russlands. Ob es sich dabei aber um konkrete Pläne handle oder vielmehr um „Versuche, Angst und Unsicherheit in der westlichen Gesellschaft zu verbreiten“, sei offen.

„Vor 2022 haben wir unsere westeuropäischen Partner ständig vor der Bedrohung durch Russland gewarnt, aber meistens wurde uns nicht zugehört“, sagte Mežviets weiter. Im Februar 2022 begann Russland seinen großangelegten Angriffskrieg in der Ukraine.

Aus Sicht von Thomas Nilsson, dem Leiter des schwedischen Sicherheits- und Militärgeheimdienstes, geht es Russland demnach vor allem um drei Dinge:

die Ukrainehilfen zu reduzieren,

Spaltungen innerhalb der Nato zu fördern,

die Bevölkerung Europas in Alarmbereitschaft zu versetzen.

Leipziger Sprengstoffdrohne als „Gamechanger“?

Schon jetzt werden immer wieder Provokationen festgestellt, die Russland zugeschrieben werden – etwa Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets, mutmaßliche Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur oder Cyberangriffe. Die Bundesregierung machte Moskau für den Zwischenfall mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen verantwortlich. Nilsson nannte den Vorfall einen „Gamechanger“.

Dass sich die russische Sabotage in Europa in den kommenden Monaten weiter verschärfen wird, darin sind sich die vom „Guardian“ befragten Geheimdienstler jedenfalls einig.

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