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Eskaliert der Konflikt jetzt im Ostseeraum?

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Brisante Vorbereitungen an der Nato-Ostflanke: Russland schafft offenbar Tausende Lazarettplätze

Von: Konstantin Ochsenreiter

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Putin rüstet auf, die NATO antwortet: Russland plant 16.000 neue Krankenhausbetten im Nordwesten. Dobrindt warnt: Die hybride Bedrohungslage „verschärft sich“.

Berlin – Kommt es im Ostseeraum zur Eskalation zwischen Wladimir Putin und der NATO? Offenbar erwartet die russische Armee zeitnah einen steigenden Bedarf an Krankenhausbetten, berichtet die Welt unter Berufung auf das russische Medium Volya. Demnach sollen bis Herbst zusätzliche 16.000 Betten im Nordwesten Russlands geschaffen werden, wie aus Kreisen des russischen Verteidigungsministeriums berichtet wurde.

Experten warnen vor dieser Entwicklung: Es könnte sich nicht lediglich um eine Auswirkung des Ukraine-Kriegs handeln, sondern eine Konsequenz der massiven russischen Aufrüstung sein. Aktuell üben auch mehrere Hundert Bundeswehrsoldaten im Ostseeraum. Dieser wurde besonders in letzter Zeit immer häufiger zum Ziel hybrider Angriffe.

Ostsee unter Druck: NATO übt, Moskau sendet Signale

Es sind alarmierende Entwicklungen, für die eine unabhängige Bestätigung allerdings noch aussteht. Der Sicherheits- und Verteidigungsexperte Nico Lange bewertet die Berichte als Bestandteil einer kontinuierlichen russischen Aufrüstung, wie er gegenüber der Bild-Zeitung erklärte. Auch CDU-Sicherheitsexperte Roderich Kiesewetter bewertet die Meldung als bemerkenswert, hebt jedoch hervor, dass sie bisher nicht bestätigt werden konnte. Zugleich verweist er auf ähnliche Berichte aus den Jahren 2021 und 2022, wonach Russland Blutkonserven und Krematorien verlegt habe.

Besonders der geografische Schwerpunkt im Nordwesten Russlands dürfte NATO-Partner aufhorchen lassen: Die Region wird bereits seit Wochen vermehrt mit hybriden Aktivitäten konfrontiert. Die Allianz reagierte zuletzt auf das „zunehmend aggressive und hybride Vorgehen Russlands“ mit einer großangelegten Übung, bei der auch deutsche Streitkräfte eingebunden sind. Den Übungsort Gotland hebt der Befehlshaber, Generalleutnant Alexander Sollfrank, als „Schlüsselterrain für die NATO“ hervor.

Kommt es zur Eskalation im Ostseeraum? NATO reagiert

Die Übung Silver Wotan, die vom 14. September bis zum 23. September läuft, führt rund 500 Bundeswehrsoldaten gemeinsam mit schwedischen Streitkräften auf der Ostseeinsel Gotland zusammen. Im Mittelpunkt stehen Operationen zu Luft, Land und See. Generalleutnant Sollfrank betont, dass es sich bei dem Manöver nicht um eine „Reaktion auf ein Einzelereignis“ handele. Vielmehr sei es „der laufende Nachweis der Verteidigungsbereitschaft und -fähigkeit der NATO‑Partner“. Das verstärkte Übungsgeschehen hänge jedoch stark mit der veränderten Sicherheitslage in Europa zusammen.

Die Übung sei ein „wichtiger Baustein“, um den Ostseeraum zu „überwachen, noch besser zu sichern und hybride Angriffe weiter zu reduzieren und möglichst zu verhindern“. Auch das Bundeskabinett reagierte bereits auf die zuletzt zunehmenden hybriden Bedrohungen. CSU-Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte bei einem Ministertreffen in Flensburg gewarnt: „Die hybriden Aktivitäten, denen unsere Länder ausgesetzt sind, deuten auf eine weitere Eskalation hin.“

Die hybride Bedrohungslage „verschärft sich“, warnt Dobrindt

Mit Blick auf hybride Bedrohungen nannte Dobrindt konkret das Eindringen feindlicher Drohnen, Anschlagsversuche, Sabotageakte und Destabilisierungskampagnen. Es zeige sich, dass die Attacken „an Qualität und Intensität deutlich zunehmen“: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die hybride Bedrohungslage weiter verschärft.“ Dobrindt verwies dabei auch auf den Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen. Dieser stelle „eine neue Qualität“ dar.

„Die Angreifer testen unsere Reaktions- und Abwehrfähigkeit“, sagte Dobrindt. Dies gelte auch für andere Regionen, aber „als Anrainer der Ostsee sind wir derzeit in besonderer Weise bedroht“. Das Ziel des gemeinsamen Vorgehens sei, Angriffe „schneller aufzuklären, abzuschrecken, abzuwehren“. Dobrindt sprach sich für eine Taskforce auf Staatssekretärsebene aus. Der gemeinsame Gefährdungsraum solle zu einem gemeinsamen Sicherheitsraum entwickelt werden, sagte der Minister. Dazu gehöre auch, einzelne Anrainerstaaten bei notwendigen Abwehraktionen gemeinsam zu unterstützen. Mit Blick auf die Drohnenabwehr drängte Dobrindt darauf, dafür zusätzliche Mittel im neuen mehrjährigen EU-Finanzplan zur Verfügung zu stellen, über den derzeit verhandelt wird.

Putin erhöht den Druck auf den Westen: Die Front des Ukraine-Krieges weitet sich aus

Erst am vergangenen Sonntag (13. September) traf es einen Zug an der Grenze zu Polen, am Montag darauf feuerte ein russisches Kriegsschiff auf einen dänischen Armeehubschrauber und am Dienstag fingen NATO‑Kampfjets eine Drohne über Litauen ab. Das sind nur die jüngsten von unzähligen Angriffen, mit denen Moskau versucht, die Bevölkerung zu zermürben und die Partner der Regierung in Kiew unter Druck zu setzen.

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