Essen: Männer verhelfen Häftling bei Arztbesuch zur Flucht - Polizei warnt Bevölkerung
Großeinsatz der Polizei in Essen: Zwei Männer sollen einem Häftling während eines Arztbesuchs zur Flucht verholfen haben. Die drei Männer sind nun offenbar gemeinsam auf der Flucht. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie bewaffnet seien, sagte eine Polizeisprecherin.
Wie die »WAZ« berichtet, wurde die Bevölkerung gebeten, besonders wachsam zu sein, vor allem im Bereich des Kennedyplatzes. »Sollten Sie eine verdächtige Person bemerken, sprechen Sie sie nicht an! Rufen Sie umgehend die 110 an«, hieß es auf X.
Laut Polizei war der Gefangene in Begleitung zweier Beamter aus einer Justizvollzugsanstalt zu der Arztpraxis am Kennedyplatz in der Essener Innenstadt gebracht worden. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, wurden die Beamten im Hausflur der Praxis in dem mehrstöckigen Gebäude von zwei maskierten Unbekannten angegriffen.
Nach ersten Ermittlungen kam es zu einer Rangelei, bei der einer der Beamten seine Waffe gezogen haben soll. Sie sei ihm aber aus der Hand geschlagen worden, so die dpa weiter. Nach SPIEGEL-Informationen wurden die Justizbediensteten anschließend gefesselt.
Den Angaben nach ist das Trio seit 12.45 Uhr auf der Flucht.
Möglicher Sprengstofffund nahe Arztpraxis als ungefährlich eingestuft
Die Polizei hatte zwischenzeitlich auch ein Entschärferteam vom Landeskriminalamt in die Essener Innenstadt beordert. In der Lindenallee, ganz in der Nähe des Kennedyplatzes, habe ein Zeuge einen »verdächtigen Gegenstand« an seinem Auto bemerkt, hieß es auf X. Die Polizei versah das Posting mit dem gleichen Hashtag, der zuvor auch für die Einsatzmeldung zur Gefangenenflucht genutzt wurde.
Wenig später dann jedoch die Entwarnung: »Das Entschärfer-Team vom Landeskriminalamt hat den verdächtigen Gegenstand untersucht und als ungefährlich eingestuft«, schrieb die Polizei auf X . Es soll sich demnach um eine Handgranatenattrappe aus Holz gehandelt haben. Ob es eine Verbindung zu der Gefangenenbefreiung gibt, ist derzeit unklar.
Geflohener saß wegen mehrerer Delikte in Untersuchungshaft
Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Justizministeriums saß der 34-Jährige wegen Drogendelikten und gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft.