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Essen: Waffen-Panne bei Flucht von Häftling

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Essen (NRW) – Noch immer fehlt jede Spur von dem geflohenen Häftling Dijvar Gündüz (34). Zwei Wachmänner hatten ihn am Mittwochmittag zu einem Arzttermin begleitet, als sie plötzlich von zwei Vermummten überrumpelt wurden. Jetzt kommt raus: Offenbar kam es bei dem Überfall zu einem Waffen-Problem – einer der beiden Justizbeamten wollte schießen. Doch der Schuss löste sich nicht.

Der Beamte hatte den Abzug seiner Dienstwaffe schon gedrückt, um Gündüz’ Komplizen zu stoppen. Doch die Pistole war offenbar nicht direkt einsatzbereit. Kurz darauf wurde sie ihm aus der Hand geschlagen. Caroline-Ann Schlösser, Sprecherin der Landesjustizvollzugsdirektion, erklärt gegenüber BILD: „Im Regelfall sind die Waffen der Beamten teilgeladen und gesichert. Das Magazin ist in der Waffe, es sind keine Patronen im Lauf. Die Waffe muss entsichert und durchgeladen werden, damit Patronen in den Lauf kommen.“ Erst dann kann geschossen werden.

Ob dies dazu führte, dass Drogenhändler Dijvar Gündüz schlussendlich fliehen konnte, ist unklar. „Die Anhörungen beider Justizbeamten sind noch nicht abgeschlossen“, so Sprecherin Schlösser. Die Dienstwaffe werde polizeilich untersucht. Die beiden Beamten waren von Gündüz’ Helfern an ein Treppengeländer an der Radiologie-Praxis gefesselt worden.

Häftling erfuhr am Abend zuvor vom Arzttermin

Laut NRW-Justizministerium wurden vor dem lang geplanten Arztbesuch in Essen alle Vorschriften eingehalten. Dazu gehörten die Fragen, welche Sicherungsmaßnahmen nötig sind und welche Waffen mitgenommen werden. „Im Vorhinein gibt es eine Gefährdungsanalyse“, sagt Schlösser zu BILD. „Es ist immer eine Einzelfallentscheidung. Die Sicherheitslage wird geprüft und die Vorkehrungen werden entsprechend getroffen.“

Gefangene erfahren in der Regel erst kurz vorher von einem solchen Termin. So ist es auch bei Gündüz gewesen, er wurde am Abend vor dem Arztbesuch informiert. Wie dann seine Helfer davon erfuhren, muss jetzt ermittelt werden. Am Freitag beschäftigt der Fall den Rechtsausschuss des Landtags.

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