Estland wirft Russland Sabotage von Rüstungsfirma vor
Ukraine-News
Estland wirft Russland Sabotage von Rüstungsfirma vor
von MDR AKTUELL
Stand: 29.09.2026 13:11 Uhr
Estland wirft Russland Sabotage vor
Russland erhöht Rüstungsausgaben
Kiew meldet Schäden nach russischen Angriffen
Papst Leo XIV. fordert neue Gespräche über den Ukraine-Krieg
Ereignisse gestern – Nachrichten und Podcast zum Ukraine-Krieg
Estland macht Russland für Brandanschlag auf Rüstungshersteller verantwortlich
Ein Brandanschlag auf ein estnisches Rüstungsunternehmen im August ist nach Erkenntnissen der Regierung in Tallinn von russischen Geheimdiensten in Auftrag gegeben worden. Dies teilte der estnische Ministerpräsident Kristen Michal mit. Das betroffene Unternehmen Milrem Robotics liefert unbemannte Fahrzeuge an die Ukraine.
Wir können heute mit Gewissheit sagen, dass der Brandanschlag auf das Rüstungsunternehmen Milrem Robotics in der Nacht vom 14. auf den 15. August ein Sabotageakt war, der von den russischen Geheimdiensten angeordnet wurde. Kristen Michal, Ministerpräsident Estland
Eine russische Stellungnahme gibt es noch nicht. Moskau wies Vorwürfe westlicher Staaten von Sabotage und anderer hybrider Angriffe in Europa allerdings wiederholt zurück.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte sagte am Dienstag in Brüssel, dass Russland mit seiner "rücksichtslosen Kampagne feindseliger Aktionen gegen Nato-Verbündete" gescheitert sei. Russland scheitere auf dem Schlachtfeld in der Ukraine, "und es scheitert daran, unsere Einheit und unsere Unterstützung für die Ukraine zu untergraben." (Quelle: Reuters, dpa, AFP)
Antrittsbesuch des ukrainischen Verteidigungsministers verschoben
Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat seinen für heute geplanten Antrittsbesuch bei seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius in Berlin kurzfristig abgesagt. Grund sei die Lage in der Ukraine, teilt das Verteidigungsministerium mit. Beide Seiten bemühten sich um einen Ersatztermin. (Quelle: Reuters)
Mindestens acht Verletzte nach Angriffen auf Odessa
Bei neuen russischen Angriffen auf die ukrainische Hafenstadt Odessa sind mindestens acht Menschen verletzt worden. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden unter anderem ein Industriebetrieb, Lagerhallen und ein Tierheim getroffen. (Quelle: dpa)
Russland setzt Angriffe auf Kiew fort
Russland hat seine schweren Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht fortgesetzt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe kamen erneut ballistische Raketen zum Einsatz. Bürgermeister Vitali Klitschko meldete Schäden und Brände in mehreren Stadtteilen. Getroffen wurden demnach unter anderem ein Verwaltungsgebäude und eine Bildungseinrichtung.
Bereits im Tagesverlauf war Kiew mehrfach angegriffen worden. Nach Behördenangaben wurden dabei zwei Menschen getötet und 24 weitere verletzt. Getroffen wurden unter anderem eine Klinik und die Akademie der Wissenschaften. (Quellen: dpa, AFP)
Russland plant höhere Militärausgaben für 2027
Russland will seine Militärausgaben 2027 einem Reuters-Bericht zufolge auf den höchsten Stand seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine erhöhen. Geplant seien 17,1 Billionen Rubel, umgerechnet rund 178 Milliarden Euro. Das wären etwa 27 Prozent mehr als ursprünglich vorgesehen.
Die steigenden Rüstungsausgaben belasten den russischen Staatshaushalt. Für 2026 rechnet die Regierung den Dokumenten zufolge inzwischen mit einem Haushaltsdefizit von 3,2 Prozent der Wirtschaftsleistung, doppelt so viel wie bislang erwartet. Zur Finanzierung sind für 2027 unter anderem Steuererhöhungen geplant. (Quelle: Reuters)
Papst fordert neue Gespräche über Ende des Ukraine-Kriegs
Papst Leo XIV. hat neue internationale Anstrengungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gefordert. Die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder müssten sich an einen Tisch setzen und miteinander sprechen, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Rückflug von einer Frankreich-Reise.
Zugleich warnte Leo erneut vor einem internationalen Wettrüsten. Statt immer mehr Geld für Waffen auszugeben, sollten die Mittel stärker zur Bekämpfung von Hunger, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit eingesetzt werden. (Quelle: dpa)
Die Ereignisse gestern – am 28. September 2026
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind mehrere Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. In Dnipro und der nahe gelegenen Stadt Synelnykowe starben nach Angaben des Regionalgouverneurs mindestens vier Menschen. In Kiew wurde laut Präsident Wolodymyr Selenskyj ein Mensch beim Angriff auf das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften getötet. Auch eine Klinik wurde getroffen. In Charkiw wurden nach Angaben des Bürgermeisters 35 Menschen bei Angriffen mit Gleitbomben auf ein Wohnhaus verletzt.
Selenskyj zufolge griff die Ukraine Ölanlagen und Rüstungsfabriken in Russland an. In der Grenzregion Brjansk wurde nach russischen Angaben bei einem Drohnenangriff eine Bahnbrücke beschädigt; fast 30 Waggons entgleisten.
Die EU verhängte neue Sanktionen gegen Personen, die am Ausschluss der russischen Anti-Kriegspartei Jabloko von der Duma-Wahl beteiligt gewesen sein sollen. Weitere Maßnahmen richten sich gegen Personen und Einrichtungen, die die EU für die rechtswidrige Verschleppung ukrainischer Kinder verantwortlich macht.
Selenskyj erklärte unter Berufung auf Geheimdienste, Russland habe eine zusätzliche Mobilmachung begonnen. Unabhängig davon erhöhte Präsident Wladimir Putin per Dekret die vorgesehene Personalstärke der Streitkräfte um 15.500 Militärangehörige. Eine Mobilisierung von Reservisten ist damit nicht verbunden. Russland stellte zudem das dortige Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter russische Verwaltung.
Ukraine-News am Dienstag, 29. September 2026
Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg gegen die Ukraine auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages.
Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg.