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Etappenziel erreicht aber: Erst jetzt wird's richtig ernst für Aston & Honda!

Sport

(Motorsport-Total.com) - Aston Martin hat die rote Laterne in der Formel-1-Saison 2026 abgegeben. Mit dem unter der Leitung von Mastermind Adrian Newey entwickelten Ungarn-Update schaffte Fernando Alonso am Samstag auf dem Hungaroring erstmalig in diesem Jahr den Einzug in die zweite Qualifying-Phase. Das war ihm zwar im Sprint-Qualifying in Kanada im Mai auch schon gelungen. Dort konnte er an SQ2 dann aber wegen eines Unfalls nicht teilnehmen. Im Ungarn-Grand-Prix am Sonntag sahen immerhin beide Autos die Zielflagge: Lance Stroll als 13., Alonso als 14. Bemerkenswert, denn damit ließen sie einen Alpine sowie beide Williams und Haas hinter sich. (Zum Rennergebnis!) "Wir kamen hierher mit dem Ziel, wieder Rennfahren zu gehen. Ich denke, das haben wir erreicht", freut sich Rennleiter Mike Krack und setzt einen Haken ans erste Etappenziel. Das runderneuerte Auto sei "leichter" und habe "mehr Downforce" - aber: "Jetzt müssen wir die nächsten Schritte bringen." Ermutigend: Dass beide Fahrer über die volle Distanz gehen konnten, war für Aston Martin bisher keine Selbstverständlichkeit. "Keine Performance der Welt bringt dir was, wenn das Auto kaputtgeht", sagt Krack. "Und dann kannst du auch nicht weiterentwickeln. [...] Am wichtigsten ist, dass wir Rennen durchfahren und dabei über Fahrbarkeit, Schaltvorgänge und Energiemanagement lernen." Performance "im erwarteten Bereich" verbessert Wie viel Rundenzeit das Update wirklich gebracht hat, lässt sich kaum seriös beurteilen. Aber Alonso stellt zufrieden fest: "Ich denke, es ist ein guter Schritt vorwärts. Sowohl im Qualifying wie auch im Rennen. Eine solide Arbeitsbasis für die zweite Jahreshälfte. Die Korrelation stimmt, und der Performancegewinn ist im erwarteten Bereich." "Es ist noch früh mit diesem Auto. Neues Auto, neues Konzept - da kommt noch einiges, wenn wir das Set-up optimieren und so weiter", glaubt der Spanier. Auch Krack bestätigt: "Die Rennpace war wie erwartet. Wir sind noch nicht viel gefahren. Auch, weil wir im Training Probleme hatten. Wir schauen uns jetzt die Daten an, und dann werden wir sehen, ob wir in Zandvoort mehr rausholen können." Bis zum Grand Prix der Niederlande sind es noch vier Wochen - die Formel 1 geht nach Ungarn in ihre traditionelle Sommerpause. Nach dem Urlaub sollte dann auch Honda nachlegen. Aston Martins Powerunit-Partner arbeitet hinter den Kulissen ebenfalls an einem Entwicklungsschritt. Auf der Motorenseite sei nach dem Chassis-Update "ein bisschen Druck am Kessel", grinst Alonso. "Testtag" mit neuer Honda-Powerunit geplant Vor Zandvoort wird Aston-Martin-Honda noch einen sogenannten Filmtag absolvieren, also Dreharbeiten für Promotion-Aufnahmen. In Wahrheit eine Tarnung für einen Shakedown mit der runderneuerten Powerunit. "Das ist für uns eine gute Gelegenheit, die neue Powerunit mit dem neuen Chassis zu testen", räumt Honda-Chefingenieur Shintaro Orihara ein. Dass Honda jetzt unter Druck steht, mit der Chassisabteilung Schritt zu halten, streitet der Japaner gar nicht erst ab: "Ganz ehrlich, ja, das ist so. Die Einführung der neuen Powerunit in Zandvoort ist sehr wichtig. Das Chassis funktioniert jetzt gut. Jetzt muss auch unsere Powerunit Rundenzeit bringen." Am Ungarn-Wochenende sah es zunächst wieder einmal danach aus, als sei Honda die Sollbruchstelle im System Aston-Honda. Alonso klagte im ersten Freien Training über starke Vibrationen beim Fahren. Wer die ersten Saisonrennen gesehen hat, muss da ein Dé­jà-vu erlebt haben. Aber: "Das war am Samstag schon kein Thema mehr", bestätigt Alonso, bei dem am Freitagabend eine neue Powerunit eingebaut wurde. Dass die Vibrationen plötzlich weg waren, hatte damit aber nichts zu tun, wie Orihara erklärt: "Unsere Analyse ergab, dass das von den Temperaturen kam. Wir begannen mit dem Chassis auf der konservativen Seite. Dafür war die Motortemperatur nicht optimiert. Also haben wir ein paar Einstellungen angepasst, und dann wurde es besser." Alonso: Freundliche Töne gegenüber Honda Überhaupt fällt auf, dass die Atmosphäre zwischen Aston Martin und Honda langsam freundlicher wird. Erinnerte die Zusammenarbeit am Beginn stark an die Zeit der einseitigen Schuldzuweisungen aus der McLaren-Honda-Ära vor ein paar Jahren, so scheinen sich Newey und Co. langsam daran zu erinnern, dass Honda zuletzt mit Red Bull am besten funktionierte, wenn die notwendige Kritik intern angebracht und konstruktiv besprochen wurde, statt sie öffentlich auszutragen. Selbst Alonso, der unter den Ingenieuren in Sakura spätestens seit seinem legendären "GP2-Engine"-Funkspruch zu seinen McLaren-Zeiten an natürliche Beliebtheitsgrenzen stößt, schlägt Honda gegenüber freundliche Töne an. Er erinnert daran: "Am Saisonbeginn hat Honda uns bei einigen Schwächen des Autos geholfen. Jetzt versuchen wir, Honda so gut es geht zu helfen." Budapest und Zandvoort sieht der Routinier als "ersten Schritt, damit die beiden Werke wieder Vertrauen in das gewinnen können, was sie tun. Ich glaube, das ist für die nächsten Wochen das Allerwichtigste." Klar ist aber auch: Die Erwartungen wachsen noch nicht gen Himmel. Die kühne Ansage von Williams-Pilot Carlos Sainz, Aston Martin habe jetzt wahrscheinlich das beste Chassis der Mittelfeldgruppe, kostet Mike Krack nur ein mildes Lächeln: "Das denke ich nicht." Aber der Luxemburger stellt fest: "Wenn das Auto besser funktioniert, kannst du vielleicht in der Reifenwahl weniger konservativ entscheiden. Und dann funktioniert das ganze System besser. Das geht alles Hand in Hand: Energie, Grip, Reifen - und dann auch die Strategien, die man fahren kann."

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