DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,24 % 64.468,74 USD 12:30:52 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

EU-Justizkommissar kündigt Bußgelder gegen süchtig machende Apps an

Wirtschaft

Die EU-Kommission will demnach bis Jahresende einen Vorschlag zur Stärkung des Onlineverbraucherschutzes vorlegen. Parallel diskutiert die EU derzeit über ein mögliches Social-Media-Verbot für jüngere Nutzer – am kommenden Montag soll das Urteil eines Expertengremiums dazu vorgestellt werden. Großbritannien will Social Media für Jugendliche unter 16 verbieten Der Vorstoß reiht sich in eine wachsende internationale Debatte ein, wie Kinder und Jugendliche vor den Gefahren von Social Media geschützt werden können. Großbritannien hat kürzlich angekündigt, unter Sechzehnjährigen den Zugang zu Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat zu untersagen. Einzelne EU-Staaten wie Frankreich planen nationale Beschränkungen. Auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich bereits für entsprechende Maßnahmen ausgesprochen. McGrath gilt als Freund von Big Tech Dass ausgerechnet McGrath diesen Vorstoß vorantreibt, ist bemerkenswert. Irland ist der Standort zahlreicher Europa-Zentralen von Silicon-Valley-Firmen wie Apple, der Google-Mutter Alphabet oder Meta. Der Inselstaat hat sich in der Vergangenheit häufig als Bremser von EU-Regeln positioniert, die den großen Techkonzernen schaden. Wie die »Irish Times« berichtete, hat McGrath seit Amtsantritt mehr Gespräche mit Führungskräften großer US-Tech- und KI-Konzerne geführt als die eigentlich für Digitalpolitik zuständige Kommissarin Henna Virkkunen. Diese ist ihm in der Kommissionshierarchie übergeordnet. Bereits im ersten Amtsjahr reiste McGrath zum St. Patrick’s Day nach Washington, um dort mit Spitzenvertretern von Apple, Meta, Microsoft und Amazon zu sprechen – noch bevor Virkkunen selbst ins Silicon Valley reiste. Nach Angaben der Zeitung gilt McGrath als derjenige EU-Kommissar, bei dem US-Tech-Lobbyisten am ehesten Gehör finden. So soll etwa Meta-Politikchef Joel Kaplan gegenüber irischen Regierungsvertretern erklärt haben, McGrath sei der Einzige, bei dem man innerhalb der Kommission überhaupt »Wirkung« erziele. McGrath kommentierte den Bericht nicht. Neue Regeln würden auch für kleine Onlinehändler gelten Vor diesem Hintergrund wird nun genau beobachtet, wie streng der von ihm verantwortete Digital Fairness Act am Ende tatsächlich ausfällt. Die Kommission will sich künftig selbst die Befugnis geben, bei »sehr großen, systemischen und grenzüberschreitenden Fällen« direkt einzugreifen. Bislang liegt die Durchsetzung von Verbraucherschutzregeln bei den Mitgliedstaaten, koordiniert durch die Kommission. Diese Koordination habe laut McGrath »noch nie zu einem Bußgeld oder einer Sanktion geführt, und das ist einfach keine ausreichende Abschreckung für Unternehmen, die unsere Gesetze missachten wollen«. Der Vorschlag wird laut Bericht innerhalb der Kommission noch diskutiert. Einige EU-Beamte sowie Mitgliedstaaten wie Polen sehen zu große Überschneidungen mit bestehender Digitalgesetzgebung, etwa dem Digital Services Act (DSA), der bereits die Inhalte großer Plattformen reguliert. McGrath ist skeptisch gegenüber Social-Media-Verbot Vollständige Social-Media-Verbote für Kinder, wie sie etwa Australien eingeführt hat, sind umstritten. Kritiker verweisen darauf, dass die dafür nötigen Altersverifizierungsverfahren leicht umgangen werden können und erhebliche Datenschutzbedenken aufwerfen. Social Media brächte Kindern viele Vorteile, sagt der Justizkommissar. »Sie verbinden sich mit ihren Freunden, und das wird noch lange Teil ihres Lebens sein, auch im Erwachsenenalter, und wir müssen sie auch darauf vorbereiten«, sagte McGrath der FT. Die internationalen Erfahrungen mit Verboten für Kinder auf Social Media seien bislang »nicht eindeutig« gewesen.

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