EU plant Satelliten-Bremse für Autos: Keine Chance mehr für Raser ab 2030
Geschwindigkeitsüberschreitungen sind der EU ein Dorn im Auge. Wie die EU-Kommission selbst auf ihrer Webseite schreibt, erhöht sich bei einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde pro zusätzlichem Kilometer pro Stunde das Risiko von Unfällen um zwei Prozent. Bei 50 Kilometern pro Stunde sind es sogar vier Prozent mehr. 40 bis 50 Prozent aller Fahrer:innen sollen sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten und fahren im Schnitt zehn Kilometer pro Stunde schneller als erlaubt. Doch damit könnte künftig Schluss sein. Satelliten sollen Geschwindigkeiten von Autos regeln Denn laut einem Bericht von The Telegraph prüft die EU-Kommission aktuell eine weitere Verordnung für neue Fahrzeuge. Darin ist vorgesehen, dass neue Autos ab 2030 mit einem speziellen Gerät ausgestattet werden müssen, das sich mit Satelliten im All verbinden kann. Die Satelliten wären über das Gadget im Fahrzeug in der Lage, den Standort des Autos genau festzustellen. Dazu kommen die Analyse von 5G-Signalen, um den Standort auf einer digitalen Karte zu überprüfen, und Kameras am Fahrzeug, die Verkehrszeichen aufzeichnen können. Kommt ein Fahrzeug beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde in eine Ortschaft, in der maximal 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, würde das System das erkennen und die Geschwindigkeit des Autos automatisch nach unten korrigieren. Fahrer:innen könnten dem Ganzen dabei nur temporär entgegenwirken. Das System sieht vor, dass sie kurz die Geschwindigkeit über das eigentliche Limit erhöhen können, um etwa zu überholen oder Gefahren auszuweichen. Danach würde aber wieder das neue System in den Fahrzeugen greifen und die Geschwindigkeit automatisch auf das vorgegebene Limit reduzieren. Kritik am Vorschlag der EU-Kommission Wie die Daily Mail berichtet, ist ein solches System nicht ganz neu. Es kommt heute schon bei E-Scootern von Lime zum Einsatz. Sobald die Scooter einen Bereich mit Geschwindigkeitsbegrenzung erreichen, wird die Geschwindigkeit automatisch gedrosselt. Die Erkennung funktioniert dabei ebenfalls über GPS-Satelliten. Von der Drosselung von Autos versprechen sich die Befürworter:innen der Verordnung, dass die Zahl der tödlichen Unfälle aufgrund von erhöhten Geschwindigkeiten deutlich reduziert wird. Kritiker:innen sehen noch große Probleme am geplanten System. Hugh Bladon von der Alliance of British Drivers, sagte gegenüber der Daily Mail: „Das System muss absolut unfehlbar sein – und das wird nie der Fall sein. Ich habe ein Auto, das ein Jahr alt ist. Jedes Mal, wenn ich eine bestimmte Straße außerhalb meiner Stadt entlangfahre, denkt es, hier wäre ein Limit von 30 Meilen pro Stunde, obwohl es 50 Meilen pro Stunde sind. Wenn diese wundervolle Technologie mich plötzlich auf 30 Meilen pro Stunde herunterbremst, was passiert mit dem Fahrer hinter mir?“ Das Forschungsinstitut Thatcham Research warnt ebenfalls vor solchen ISA-Systemen (Intelligent Speed Assistance). Demnach werden solche Systeme aktuell in der EU nur über eine längere Gesamtstrecke getestet, nicht aber anhand jeder einzelnen Entscheidung, die das System trifft. Demnach konnte das Auto mit dem schlechtesten ISA-Resultat über diese Strecke 91,3 Prozent Genauigkeit erreichen. Der Wert reduziert sich auf 74,3 Prozent, wenn jede Geschwindigkeitsentscheidung einzeln betrachtet wird. Laut Thatcham Research liegt ein solches System in einem von vier Fällen, bei der Geschwindigkeit daneben. Dieser Artikel wurde ursprünglich am 13.07.2026 veröffentlicht, interessiert jedoch immer noch sehr viele unserer Leser:innen. Deshalb haben wir ihn aktualisiert und hier nochmals zur Verfügung gestellt.