EU-Zukunftsrede: Ursula von der Leyen will bei KI auf die Bremse treten!
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Straßburg – Einen Gang zurückschalten bei der Künstlichen Intelligenz (KI) – das will EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (67). In ihrer jährlichen Rede zur „Lage der Union“ im Straßburger EU-Parlament bekannte sie sich gleichzeitig zu massiven Investitionen in fünf Schlüsselbereichen. „Indem wir die Risiken der KI begrenzen, können wir ihre Vorzüge voll ausschöpfen.“
Von der Leyen warnte davor, die Risiken zu unterschätzen: „Modelle, die heute entwickelt werden, werden Hacking auf einem Niveau ermöglichen, das wir nie für möglich gehalten hätten. Und bald werden sie Gegenspielern in die Hände fallen, die die Welt mit ganz anderen Augen sehen als wir.“
Auch DAS Debatten-Thema der letzten Tage sprach sie an: KI -Agenten, die aus ihren Umgebungen ausbrechen und womöglich völlig außer Kontrolle geraten. Von der Leyen: „Die Chefs der Unternehmen an der Spitze warnen, dass es an der Zeit ist, das Tempo bei der Entwicklung selbstrekursiver Modelle zu drosseln. Einen Gang zurückzuschalten. Wenn selbst die Entwickler dieser Technologie sich so klar äußern, dann sollten wir das auch tun.“
Keine Krebs-Nachricht vom KI-Roboter
Von der Leyen warb für einen „europäischen Weg“ der KI, der „den Menschen unterstützt, aber nicht ersetzt“ und bei dem „der Mensch das Heft in der Hand behält“. Als Ärztin wählte sie das Beispiel Medizin: „Möchte ich, dass mein Arzt durch KI direkten Zugang zu allen Daten hat, die für die bestmögliche Diagnose oder Behandlung nötig sind? Ja, natürlich. Aber möchte ich, dass dieser Arzt ein KI‑gestützter Roboter ist? Nein, selbstverständlich nicht. Ich will mir nicht von einem Roboter sagen lassen, ob ich Krebs habe oder nicht.“
Wichtigste Einsatzbereiche für KI in der Europäischen Union seien: Gesundheit, Verkehr, Landwirtschaft und Lebensmittel, Spitzenfertigung sowie Verteidigung und Weltraum. Im November werde ihre Behörde „wegweisende Initiativen in diesen Branchen“ ankündigen. Klar sei: „Wir müssen unsere Rechenkapazität massiv steigern.“
Neue Social-Media-Regeln für Kinder
Gegen Ende ihrer gut einstündigen Rede kündigte von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren an: „Kein Social Media unter 13. Keinen persönlichen Account unter 15 Jahren“, sagte sie. Das bedeute, zwischen 13 und 15 Jahren könne ein Kind altersangepasste Accounts mit Zeitbeschränkung nutzen, die von den Eltern eingerichtet und überwacht werden. Für Jugendliche zwischen 15 und 18 gelte für Plattformen die Verpflichtung, das Design sicher zu gestalten.
Die genauen Details will die Mutter von sechs Kindern morgen vorstellen. Sie machte klar, dass dieser Punkt ein persönliches Anliegen ist. Von der Leyen: „Mir ist bewusst, dass für viele die Macht von Big Tech schier überwältigend ist. Unmöglich, dagegen anzukommen. Ich sehe das anders. Wir müssen keine Funktionen hinnehmen, die süchtig machen.“ Kinder bräuchten die „Zeit, um sich selbst zu finden“. Es gehe in Wahrheit nicht darum, ob Minderjährige Zugang zu Social Media hätten: „Es geht darum, wann und wie wir es Social Media erlauben, Zugang zu unseren Kindern zu haben.“