Europäische Südsternwarte beobachtet Falcon-Einschlag auf dem Mond
Mit einem starken Teleskop in Chile konnten Forscher der Europäischen Südsternwarte (European Southern Observatory, ESO) den Einschlag der ausgebrannten Oberstufe einer Falcon 9 auf dem Mond beobachten. Es war vermutet worden, dass Teleskope auf dem amerikanischen Kontinent den Einschlag vermutlich erfassen können, weil dort der Himmel zu dem Zeitpunkt noch dunkel war. Weiterlesen nach der Anzeige Die Raketenstufe krachte gegen 8:35 Uhr unserer Zeit mit einer Geschwindigkeit von etwa 8700 Kilometern pro Stunde auf den Mond. Die ESO habe im Zuge einer koordinierten Beobachtungskampagne das Very Large Telescope (VLT) auf die errechnete Einschlagstelle im Bereich des Einsteinkraters gerichtet, teilte die ESO über die Social-Media-Plattform Instagram mit. Das VLT, das aus vier Einzelteleskopen besteht, gehört zum Paranal-Observatorium in der Atacama-Wüste in Chile. Das VLT habe in der Staubwolke, die durch den Aufprall aufgewirbelt worden sei, Spektrallinien von Natrium und Lithium nachgewiesen, teilte ESO mit. Die Wolke sei nach dem Aufprall noch 5 bis 10 Minuten lang zu sehen gewesen. Sie war vermutlich einige Dutzend Kilometer groß. Natrium aus dem Mondboden, Lithium aus der Rakete „Das Natrium kam wahrscheinlich aus dem Mondboden, das Lithium hingegen könnte von der Rakete selbst stammen.“ Weitere Details will das Team erst bekannt geben, wenn es die Daten vollständig ausgewertet hat. Die Beobachtung sei schwierig gewesen, sagte Sara Webb, Astrophysikerin an der Swinburne University of Technology in Melbourne, der britischen Tageszeitung The Guardian. „Wir hatten eine Reihe von Teleskopen auf den Mond gerichtet, aber niemand schaffte es, klare Bilder oder Videos von dem Einschlag aufzunehmen.“ Die etwa vier Tonnen schwere Oberstufe gehört zu einer Falcon-9-Rakete von SpaceX, die am 15. Januar 2025 die Lander Blue Ghost des US-Unternehmens Firefly Aerospace und Resilience des japanischen Start-ups Ispace auf den Weg zum Mond brachte. Nach dem Aussetzen der beiden Lander verglühte sie nicht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Enttäuschung auf der Erde Weiterlesen nach der Anzeige Der Einschlag war mit Spannung erwartet worden, weil vermutet wurde, dass er von der Erde aus zu sehen sein könnte. Das war jedoch nicht der Fall. Bilder aus dem Orbit von der Einschlagstelle wird es wohl erst in einigen Tagen oder Wochen geben. Keine der Sonden in der Mondumlaufbahn war in einer Position, um den Einschlag direkt zu verfolgen. Am nächsten dran war der südkoreanische Orbiter Danuri, der den mutmaßlichen Einschlagort nahe dem Einsteinkrater kurz vorher überflog. Allerdings teilte die Raumfahrtagentur Korea Aerospace Research Institute (KARI) bereits vorab mit, mögliches aufgenommenes Material erst nach eingehender Prüfung zu veröffentlichen. Ein Datum nannte das KARI nicht. In den kommenden Tagen wird der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) der US-Raumfahrtbehörde NASA den fraglichen Bereich überfliegen und fotografieren. Auf den Bildern sollte die Einschlagstelle zu erkennen sein.