Eurovision Song Contest: Niederlande wollen auch am ESC 2027 nicht teilnehmen
Nach ihrem Boykott in diesem Jahr im Streit um den Umgang mit Israel nehmen die Niederlande auch im kommenden Jahr nicht am Eurovision Song Contest (ESC) teil. Der Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaft Avrotros, Taco Zimmerman, begründete die Entscheidung damit, dass sich internationale Konflikte zunehmend auf den Wettbewerb auswirkten und seinen neutralen Charakter untergrüben. Der Eurovision Song Contest sei damit zu einer »Plattform für Spaltung« geworden.
Die Niederlande sind Gründungsmitglied und fünfmaliger Gewinner des ESC. Im Mai boykottierten sie mit vier weiteren traditionellen Teilnehmerländern wie Spanien den in Wien ausgerichteten ESC. Vor dem Hintergrund des Vorgehens der israelischen Armee im Gazakrieg forderten die Niederlande und andere Länder einen Ausschluss Israels vom ESC. In der nun verkündeten Entscheidung, dem Wettbewerb auch 2027 fernzubleiben, wurde Israel nicht namentlich genannt.
Internationale Kritik am Vorgehen im Gazastreifen
Das Vorgehen Israels im Gazastreifen wird international stark kritisiert. Am 7. Oktober 2023 hatte die Hamas einen verheerenden Terrorangriff im Süden Israels verübt. Israel reagierte mit einer großflächigen Militäroperation im von der Hamas beherrschten Gazastreifen. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe. Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt jedoch katastrophal und trotz Waffenruhe ist die Sicherheitslage fragil. Regelmäßig sterben Palästinenser bei israelischen Militärschlägen.