Evenepoel kann sich auf zwei Zeitfahren im Duell mit Pogacar freuen
Tour de France: Strecke für 2027 präsentiert - Evenepoel kann sich auf zwei Zeitfahren im Duell mit Pogacar freuen
Eurosport bei Google bevorzugen
Die Strecke der Tour de France 2027 überrascht die Stars um Tadej Pogacar und Remco Evenepoel mit nur drei Bergankünften, dafür aber zwei Einzelzeitfahren. Die 114. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt startet im schottischen Edinburgh und endet traditionell in Paris, auf 3479 Kilometern sind 53.450 Höhenmeter zu bewältigen. Die 21 Etappen führen durch Zentralmassiv, Jura, Alpen und Pyrenäen.
Tadej Pogacar greift im Juli 2027 nach dem Rekordsieg bei der Tour de France, doch die Strecke kommt dem Slowenen bei der Jagd auf den sechsten Triumph nicht unbedingt entgegen.
Denn die Planer haben die Zahl der Bergankünfte auf drei zurückgeschraubt und gleichzeitig die Zahl der Zeitfahrkilometer auf 71 und damit den höchsten Wert seit 2012 (95 km) erhöht.
Das kommt besonders Remco Evenepoel entgegen, der als Olympiasieger und Weltmeister in dieser Disziplin selbst Pogacar Zeit abnehmen dürfte. Der Titelverteidiger bleibt zwar der große Favorit, aber das Rennen um den Gesamtsieg dürfte länger spannend bleiben als in den letzten Jahren.
"Die hohen Berge sind wieder die Essenz der Tour, aber wir haben auch die meisten Zeitfahr-Kilometer seit 2012", sagte der Rundfahrt-Chef Christian Prudhomme im Pariser Kongresspalast. Die berühmtesten Anstiege um Alpe d'Huez, Col du Galibier und Mont Ventoux fehlen aber im Strckenplan 2027.
"Insgesamt kommt uns diese Strecke entgegen und gibt uns allen Grund, das Gelbe Trikot als klares Ziel ins Visier zu nehmen", sagte Red Bull-Sportchef Zak Dempster.
"Keine Anti-Pogacar-Strategie": Tour-Chef verteidigt Strecke für 2027
Tour 2027: Erst Zeitfahren, dann Berge
Gestartet wird die Tour 2027 so weit im Norden wie noch nie, am 2. Juli macht sich das Feld von Edinburgh aus auf den Weg nach Süden. Die drei Etappen in Großbritannien enden in Carlisle, Liverpool und Cardiff mit den ersten von insgesamt sechs Chancen für die Sprinter - wobei in Wales auch die Klassiker-Stars um Mathieu van der Poel und Wout van Aert Chancen auf den Etappensieg und das Gelbe Trikot haben.
Nach dem ersten Ruhetag nimmt die Tour dann in Nordwestfrankreich Fahrt auf, bevor auf der 7. Etappe das erste Einzelzeitfahren zum Gradmesser für die Favoriten wird: Die 38 Kilometer von Blois nach Chambord sind ein Kurs für die Spezialisten in dieser Disziplin und werden das Gesamtklassement vorsortieren, bevor auf der 9. Etappe die erste Bergankunft ansteht.
Am Grand Colombier war die Tour schon 2023 und 2020 mit Etappenankünften zu Gast, beide Male waren die Abstände zwischen den Stars dort trotz der Schwierigkeit des Anstiegs gering.
Die zweite Tour-Woche beginnt dann mit zwei Alpenetappen, von denen das 11. Teilstück am französischen Nationalfeiertag als Bergankunft in Les Saisies endet und auf 4750 Höhenmeter kommt.
Tour 2027: Finale wieder mit Montmartre
Den Auftakt in die Schlusswoche der Tour macht das zweite Einzelzeitfahren rund um Toulouse. Die 33 Kilometer sind fast völlig flach, eine fiese Rampe bricht unterwegs den Rhythmus.
Zwei abschließende Bergetappen in den Pyrenäen entscheiden am 18. und 19. Tour-Tag über die Podiumsplätze der Gesamtwertung. Zuerst steht die Königsetappe zur Bergankunft am Col du Portet an, mit 2215 Höhe ist er das Dach der Tour 2027. Insgesamt vier schwere Pässe, darunter auch der Col du Tourmalet, summieren sich auf 5400 Höhenmeter.
Die letzte Bergetappe der Tour kommt "nur" auf 4300 Höhenmeter und endet im Tal in Laruns, letzter großer Anstieg des Rennens ist der Col de Marie Blanque mit seinen sehr steilen letzten vier Kilometern.
Nach einer Sprintetappe auf dem Weg nach Norden folgt der Transfer nach Paris, wo die Schlussetappe entgegen anderslautender Gerüchte erneut wie in den letzten Jahren über den Anstieg am Montmartre führen wird.
Am Abend des 25. Juli wird dann auf den Champs Elysées der Gesamtsieger geehrt werden, im Fall von Pogacar wäre es ein historischer sechster Triumph. Doch der Sturz des Dominators bei der Spanien-Rundfahrt 2026 hat gezeigt, wie unwägbar der Radsport immer bleibt. Auch Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel und Paul Seixas dürften wieder ums Tour-Podium kämpfen, während Florian Lipowitz eventuell den Giro d'Italia als Kapitän in Angriff nehmen könnte.