DAX +1,75 % 26.039,68 Pkt 18:00:00 MDAX +0,99 % 30.798,65 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,64 % 6.207,07 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 52.342,56 Pkt 21:33:51 S&P 500 -0,03 % 7.720,39 Pkt 21:32:46 Nasdaq -1,11 % 26.184,73 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:30:02 Gold -0,96 % 3.992,80 USD 07:47:12 Silber -2,72 % 50,77 USD 07:47:12 Brent -2,47 % 112,04 USD 07:47:16 WTI +0,94 % 102,96 USD 07:47:10 Bitcoin +0,85 % 78.448,98 USD 07:57:13 EUR/USD +0,24 % 1,11830 USD 07:56:43 EUR/GBP -0,26 % 0,83470 GBP 07:57:14 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 07:57:15 EUR/JPY +0,09 % 176,217 JPY 07:57:14

Evonik kündigt Abbau von 3.200 Stellen an

Wirtschaft

Der Spezialchemiekonzern Evonik wird angesichts der Branchenkrise seinen Umbau auch unter Interimschef Claus Rettig fortsetzen. "Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen", sagte Rettig nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat.

Ein wichtiger Bestandteil des Umbaus ist der Abbau von tausenden Jobs: Weltweit will das Unternehmen 3.200 Stellen streichen, davon 2.150 in Deutschland. Erstmals sollen nun auch Mitarbeiter mit Abfindungen dazu gebracht werden, den Konzern zu verlassen, bei dem es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.

So werden frei werdende Stellen nicht nachbesetzt, Beschäftigte früher in den Ruhestand verabschiedet oder freiwillige Abgänge über Abfindungen vereinbart. Schon bis Ende 2026 fallen durch Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen weg.

Verkauf der Tochterfirmen geplant

Außerdem will sich der Konzern von den Töchtern Oxeno und Syneqt mit rund 4.300 Beschäftigten trennen. "Wir sprechen bei Oxeno mit Investoren, im Falle Syneqts ist das noch nicht der Fall", sagte Rettig. "Aber es ist klar, dass es in beiden Fällen zum Verkauf kommen wird."

Bei Oxeno rechnet Rettig nach eigenen Angaben schon in diesem Jahr mit Ergebnissen. Bei Syneqt - die Tochter hat 3.500 Beschäftigte in Marl und Wesseling - "soll der Verkaufsprozess 2027 starten", kündigte er an.

Zudem soll das Produktportfolio nach Rollenprofilen geordnet werden, allen großen Standorten in Deutschland würden spezifische Aufgaben zugeteilt. "Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen eine Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und ökonomischen Krise unserer Industrie", sagte Übergangschef Rettig laut Mitteilung.

Aktie legt zu

Gute Chancen für Wachstum sieht Evonik besonders in "Asien und Amerika", dort werden aktuell weitere Investitionsprojekte geprüft. Evonik brauche die Fokussierung auf profitable Geschäfte, um das eigene Wachstum zu stärken, sagte Rettig. Die Anleger reagierten positiv auf die Nachrichten, die Aktie legte am Morgen um fast fünf Prozent zu.

Vorstandschef Kullmann soll zurückkehren

Der 66-jährige Rettig ist vorübergehend an die Spitze des Essener Konzerns gerückt. Vorstandschef Christian Kullmann war im August überraschend wegen einer Erkrankung "bis auf Weiteres" ausgeschieden. Er soll nach seiner Genesung aber wieder zurückkehren. "Christian Kullmann hat seine Operation gut überstanden", sagte Rettig.

Kullmann befinde sich auf dem Weg der Besserung. "Ich bin zuversichtlich, dass er im kommenden Jahr zurückkommen wird", betonte Rettig. Kullmann hatte den Umbau Evoniks angestoßen - Rettig will nun Kurs halten.

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