Ex-Armeechef Saluschnyj glaubt nicht an Nato-Beitritt der Ukraine
Der ukrainische Botschafter in Großbritannien und frühere Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, hält einen Beitritt seines Landes zur Nato nicht für realistisch. Dies sagte er laut dem Portal European Pravda bei einem Treffen von Botschaftern in Kiew. „Ich kenne die Nato sehr gut. Etwa zwölf Jahre lang habe ich persönlich daran gearbeitet, dass wir uns die Nato-Standards aneignen, und jedes Jahr hörte ich Märchen darüber, dass wir bald der Nato beitreten würden“, wurde er in dem Bericht zitiert. „Wir werden ihr leider niemals beitreten.“ Saluschnyj sagte laut dem Bericht, es sei aus seiner Sicht „unmöglich, mit dem Entwicklungsstand, den die ukrainischen Streitkräfte haben, einer Organisation beizutreten, die sich an Doktrinen aus dem Zweiten Weltkrieg orientiert“. Er räumte jedoch ein, dass die Ukraine Fähigkeiten benötige, über die Nato-Staaten bereits verfügen, darunter Raketenabwehrsysteme und Weltraumkapazitäten. Russland meldet Tote nach Angriff auf Ferienresort – Gleitbomben auf die Ukraine abgefeuert Saluschnyj: Andere Bündnisse möglich Im Zusammenhang mit Sicherheitsgarantien für die Ukraine nannte Saluschnyj andere mögliche Bündnisse. Die Ukraine werde sich wahrscheinlich an „Blöcke und Bündnisse binden, die sich erst noch bilden werden“. Wahrscheinlich sei aus seiner Sicht, dass über einen europäischen Sicherheitsblock gesprochen werde. Auch die Joint Expeditionary Force (JEF), ein von Großbritannien geführter Verbund von zehn europäischen Staaten, halte er demnach für einen potenziell wirksamen Mechanismus. Er bedauerte, dass die Ukraine nicht auf einen Beitritt zur JEF hinarbeite. Die JEF sieht laut European Pravda bislang keine kollektiven Verteidigungsverpflichtungen zwischen ihren Mitgliedern vor. Die Ukraine hat den Beitritt zu Nato und der Europäischen Union laut Reuters als strategisches Ziel in ihrer Verfassung verankert. Im Juni 2026 wurde das erste Cluster der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine eröffnet. Saluschnyj war dem Bericht zufolge im Jahr 2024 nach Differenzen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj über die Kriegsführung als Oberbefehlshaber abgelöst worden. Russland lehnt eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine strikt ab. Lesen Sie mehr zum Thema