Ex-Bundesliga-Profi Kerem Demirbay rechnet mit Nationalmannschaft ab
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Istanbul – Es sind harte Worte eines ehemaligen deutschen Nationalspielers. Kerem Demirbay (33/2 Länderspiele) hat sich offen wie nie über seine Zeit beim DFB geäußert. Der ehemalige Bundesliga-Profi (HSV, Hoffenheim, Leverkusen) zieht dabei kein gutes Fazit.
Im Interview mit dem türkischen Journalisten Yagiz Sabuncuoglu (1,6 Mio. Follower bei Instagram) sagt Demirbay: „Ich wollte für die Türkei spielen, wir haben den Verband eineinhalb Jahre lang umworben. Aber wegen gewisser Dinge, über die ich nicht sprechen kann, musste ich mich für Deutschland entscheiden.“
Unter dem damaligen Bundestrainer Joachim Löw (66) debütierte Demirbay 2017 für die DFB-Elf, zählte in dem Jahr auch zum deutschen Kader, der den Confederations Cup gewann. Demirbay kam im Gruppenspiel gegen Kamerun (3:1) zum Einsatz, der Mittelfeldspieler erzielte ein Tor – mit Folgen.
Demirbay hat Türkei-Umriss auf der Schulter tätowiert
Demirbay: „Ich zog mein Trikot aus und man sah mein Türkei-Tattoo.“ Auf dem rechten Schulterblatt hat der gebürtige Hertener (NRW) die türkischen Landesumrisse tätowiert. Und weiter: „Das hat die Dynamik verändert, auch medial. Wie kann es sein, dass ein Spieler für Deutschland spielt und die Karte eines anderen Landes tätowiert hat? Danach wurde ich nie wieder einberufen.“
Was Demirbay besonders stört: Rund um seine einzigen DFB-Nominierungen war er über Jahre treibende Kraft im Mittelfeld von Hoffenheim und Leverkusen. Demirbay sagt: „Du holst mich in der Zeit, in der ich richtig durchstarte, nicht mehr zur Nationalmannschaft ? Ich wurde als Ausländer betrachtet. Ich würde nie wieder für Deutschland spielen, selbst wenn sie mich jetzt anrufen würden.“
Der zentrale Mittelfeldspieler verließ die Bundesliga im Sommer 2023, wechselte damals von Leverkusen zu Galatasaray. Seit Anfang des Jahres spielt er beim Istanbuler Stadtteilklub Kasimpasa. Demirbay stellt klar: „Mein Blut ist türkisch. Mein Vater ist Türke, meine Mutter ist Türkin – ich bin ein Türke.“
Und zum Abschluss: „Mein größtes Bedauern wird immer sein, nie das Trikot der türkischen Nationalmannschaft getragen zu haben.“