Ex-Bundesliga-Profi Kevin Kampl spricht über Schicksalsschläge
Ex-Bundesliga-Profi über Schicksalsschläge
"Ich bin nicht mehr derselbe Mensch wie vorher"
Von t-online, dpa
19.10.2026 - 07:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Kevin Kampl verlor innerhalb weniger Monate zwei Familienmitglieder. Seine Karriere beendete er daher früher als geplant. Nun spricht er über das, was von ihm geblieben ist.
Der frühere Bundesliga-Profi Kevin Kampl hat über den Tod seines Bruders und seines Vaters gesprochen. Die beiden Verluste innerhalb weniger Monate haben ihn nach eigenen Worten grundlegend verändert – und dazu bewogen, seine Fußballkarriere vorzeitig zu beenden.
"Ich merke das, dass ich nicht mehr derselbe Mensch bin wie vorher. Ich bin viel gefasster, ich lache auch nicht mehr so viel wie früher", sagte der 36-Jährige in der TV-Sendung "Sky 90". Er führte aus: "Mich hat das wirklich geprägt und auch verändert. Ich habe jetzt einfach gemerkt, dass ich jetzt anders durchs Leben gehe."
Sein Bruder war im Oktober 2025 plötzlich gestorben – er war 16 Jahre älter als Kampl. Daraufhin löste der Slowene seinen Vertrag bei RB Leipzig auf. Sein Vater, der schwer krank gewesen sei, starb wenige Monate später. Seine Mutter leide extrem darunter. "Und deswegen war es auch absolut die richtige Entscheidung für mich im Dezember zu sagen: Ich muss nach Hause, ich muss zu meiner Familie."
Kampl schilderte auch, wie er vom kritischen Zustand seines Bruders erfahren hat. "Ich war in Leipzig in der Kabine, hatte zehn Minuten später Training, und dann bekommst du einen Anruf, dass sie gerade versuchen, deinen Bruder seit einer Stunde zu reanimieren", berichtete der Ex-Profi. "Das hat mir natürlich erstmal den Boden unter den Füßen weggerissen."
Fußball ist für Kampl nur noch eine Nebensache
Er flog sofort mit dem Flugzeug nach Hause. Weil die Familie dachte, er fahre mit dem Auto, habe niemand versucht, ihn zu erreichen. Nach der Landung sah er auf dem Handy die vielen Nachrichten – "dass ich schnell ins Krankenhaus kommen soll, dass mein Bruder verstorben ist".
Kampl hatte geplant, nach dem regulären Karriereende im vergangenen Sommer mehr Zeit mit seinem Bruder zu verbringen. "Mein Bruder war einer der engsten Menschen in meinem Leben. Er war für mich alles in einem so ein bisschen: bester Freund, Bruder, auch Vaterrolle." Mit dessen Tod sei für ihn "eine komplette Welt" zusammengebrochen. "In dem einen Moment ist alles in Ordnung, und dann ist alles auf einmal weg."
Fußball sei für ihn zur Nebensache geworden, sagte der in Solingen geborene Kampl. Er konzentriere sich nur noch auf das, was ihm wirklich wichtig sei. "Am Ende ist es einfach so: Du weißt nie, wie viel Zeit hast du? Und die Zeit, die wir haben, sollten wir sinnvoll nutzen und das Beste draus machen."
In seiner Bundesliga-Karriere bestritt Kampl 270 Partien für RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund. Für die slowenische Nationalmannschaft lief er 28 Mal auf.