Ex-Kapitän beunruhigt wegen Zustand
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US-Flugzeugträger ankert vor Thailand: Ex-Kapitän beunruhigt wegen rostigem Zustand
Von: Tobias Utz
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Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln mit rund 5000 Crew-Mitgliedern macht nach einem ungewöhnlich langen Seegang Station in Thailand. Nun wird der Zustand des Schiffs diskutiert.
Update vom Freitag, 4. September, 08.00 Uhr: Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ankert derzeit in den Gewässern vor Thailand, genauer gesagt vor der Region Pattaya. Dort erholen sich Tausende US-Soldaten von einem außergewöhnlich langen Einsatz auf See (s. frühere Updates).
Neben strengen Regeln für die Soldaten wird derzeit vorwiegend der Zustand des US‑Flugzeugträgers diskutiert. Der jüngste Einsatz hat laut übereinstimmenden Berichten Spuren hinterlassen. Noch im Dezember 2025 kursierten Fotoaufnahmen, welche die USS Abraham Lincoln in sehr gutem Zustand zeigten, bezogen auf den Rumpf. Fachleute erklärten dem US-Sender CNN, dass diese Entwicklung jedoch absehbar gewesen sei. „Rost an der Wasserlinie ist bei einem Schiff, das 60 Tage oder länger ununterbrochen auf See im Einsatz war, nichts Ungewöhnliches“, betonte Carl Schuster, ehemaliger Kapitän bei der US‑Marine. Schuster absolvierte demnach drei Einsätze auf US-Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse, wie der USS Abraham Lincoln. Der Rost könne nun nicht einfach abgekratzt werden, „das dauert mindestens 30 Tage“, warnte Schuster. Während eines laufenden Einsatzes, der Thailand-Aufenthalt zählt noch dazu, wäre das nicht möglich.
Ob während des Thailand-Stopps der US-Marine erste Arbeiten begonnen werden, ist nicht bekannt. Laut Schuster sei das jedoch möglich, ungeachtet des Rosts am Rumpf. Vorbereitungen könne man bereits jetzt treffen: „Es ist besser, gleich etwas zu machen, als später ein größeres Problem zu haben“, sagte er CNN.
„Rost bekämpfen ist eine der beiden unbeliebtesten Tätigkeiten in der Marine. Die andere ist die Reparatur von Toiletten und Abwasserrohren. Ich habe beides als junger Offizier auf einem Schiff gehasst.“
Donald Trump stört der Zustand einer der bekanntesten US-Flugzeugträger offenbar nicht. Auf Bilder der angekommenden US-Soldaten in Thailand gab es bislang keine Reaktion aus dem Weißen Haus. Laut Angaben von ohn Phelan, ehemaliger US-Marineminister zwischen März 2025 und April 2026, hatte Trump vergangenes Jahr mehrfach nachts bei ihm angerufen und sich über den rostigen Zustand des Schiffs beklagt. „Hol die Schiffe aus den Decks. Mach den Rost weg“, sagte Trump laut Phelan.
Flugzeugträger USS Abraham Lincoln: Neue Details zu Thailand-Aufenthalt bekannt
Update vom Donnerstag, 3. September, 11.30 Uhr: Der Thailand-Zwischenstopp des US-Militärs soll offenbar fünf Tage lang dauern, bis zum 6. September. Anschließend soll der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln samt Besatzung zurück Richtung Heimathafen San Diego in Kalifornien steuern. „Unsere Ankunft in Laem Chabang bietet unseren Seeleuten und Marinesoldaten die wohlverdiente Gelegenheit, sich zu erholen und neue Kraft zu tanken“, sagte Konteradmiral Robert E. Loughran laut einer Mitteilung der US-Navy.
Laut einem Bericht der Bangkok Times sollen sich insgesamt 4800 Besatzungsmitglieder des US-Flugzeugträgers und 312 Soldaten des Zerstörers USS Frank E. Petersen Jr. im Gebiet Pattaya aufhalten. Dafür gelten offenbar strenge Regeln (s. Erstmeldung). Die US-Soldaten wurden laut einem Bericht der Nachrichtenagenturen von der einheimischen Bevölkerung mit Blumengirlanden und Souvenirs empfangen.
Pattaya – Erstmeldung vom Mittwoch, 2. September, 15.00 Uhr: Nach einem außergewöhnlich langen Einsatz ohne Hafenstopp hat der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln am 2. September den thailändischen Hafen Laem Chabang erreicht. Rund 5000 Soldatinnen und Soldaten sowie Marines dürfen erstmals seit mehr als 250 Tagen wieder festen Boden betreten – allerdings unter strengen Auflagen.
Der US‑Flugzeugträger ankert etwa 25 Kilometer nördlich der Touristenmetropole Pattaya. Begleitet wird das Flaggschiff von weiteren Kriegsschiffen: Der Zerstörer USS Frank E. Petersen Jr. liegt im nahen Sriracha vor Anker, der Lenkwaffenkreuzer USS Robert Smalls im Hafen Map Ta Phut in der Provinz Rayong.
Regeln der US-Navy: Pattayas Bürgermeister stimmt zu
Bereits vor dem Eintreffen der Trägergruppe hatte sich Pattayas Bürgermeister Poramet Ngampichet mit Vertreterinnen und Vertretern der US-Marine koordiniert. Das Ergebnis: eine Liste von Verboten für die Besatzung. Laut dem US-Magazin Newsweek ist den Soldatinnen und Soldaten unter anderem der Konsum von Cannabis untersagt. Auch das Betreten von Apotheken sowie Parasailing und andere Wasseraktivitäten sind tabu.
Bestimmte Straßenzüge bleiben für die Besatzung zudem komplett gesperrt – darunter das Rotlichtviertel der Stadt. Die bekannte Walking Street im Süden Pattayas dürfen die Soldatinnen und Soldaten hingegen besuchen, allerdings nur bis 2 Uhr nachts. Die Polizei kündigte verstärkte Präsenz an.
Pattaya und das US-Militär
Die Verbindung zwischen dem US-Militär und der thailändischen Stadt Pattaya reicht weit zurück. Bereits im Vietnamkrieg war die Gegend ein beliebtes Erholungsziel für US-Soldaten.
Die USS Abraham Lincoln ankerte vor dem aktuellen Halt bereits zweimal in der Region: im Jahr 2006 und im Jahr 2012.
Polizeichef Anek Srathongyoo stellte laut der Nachrichtenagentur AP klar: Verstöße werden nach thailändischem Recht verfolgt. Das betrifft auch Regelungen, die sich deutlich von denen in den USA unterscheiden. E-Zigaretten und Vapes sind in Thailand verboten – schon der Besitz kann mit Haft oder Geldstrafen geahndet werden. Bei Vapes drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Cannabis ist zwar für medizinische Zwecke erlaubt, erfordert aber ein Rezept eines zugelassenen thailändischen Arztes. Freizeitkonsum bleibt verboten, ebenso der Kauf ohne entsprechende Unterlagen und der Konsum in der Öffentlichkeit. Dann drohen bis zu ein Jahr Haft und eine Geldstrafe von umgerechnet etwa 520 Euro.
Besonders heikel: Thailands strenge Gesetze zum Schutz der Monarchie. Wer hochrangige Mitglieder des Königshauses beleidigt, bedroht oder verleumdet, muss mit bis zu 15 Jahren Gefängnis rechnen.
Hoffnung auf Einnahmen durch US-Tourismus
Bürgermeister Poramet betonte, Pattaya freue sich auf den Besuch und hoffe auf zusätzliche Einnahmen. Die Stadt wolle „als wichtiger Urlaubsort wahrgenommen werden“. Zudem hoffe man auf weitere Besuche der US-Truppen „für Übungen oder Urlaub“, bevor diese in die Vereinigten Staaten zurückkehrten.
Besatzung des US-Flugzeugträgers mehr als 250 Tage ohne Hafenstopp
Der Landgang folgt auf einen ungewöhnlich langen Einsatz. Die USS Abraham Lincoln war mehr als 250 Tage ohne Hafenstopp auf See. Das Schiff hatte seinen Heimathafen im November 2025 verlassen und sollte ursprünglich ins Südchinesische Meer fahren. Im Januar erreichte der Träger den Nahen Osten, noch vor Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar 2026.
Berichte über psychische Belastungen an Bord der USS Abraham Lincoln
Die Dauer des Einsatzes löste in den USA Sorgen um die Lage an Bord aus. Es häuften sich Berichte über sinkende Moral, psychische Belastungen und Engpässe bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Mehrere Seeleute hätten zudem versucht, über Bord zu springen. Die US-Marine erklärte dazu, ihr sei kein Anstieg von Suizidgedanken bekannt. Man nehme aber „das Wohlergehen jedes einzelnen Soldaten sehr ernst“. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wies die Kritik zurück. Die Schilderungen über die Erfahrungen der Besatzung seien „völlig falsch dargestellt“ worden.