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Experte fordert Überwachung des Grundwassers

Wissenschaft

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Der Hydrologe und Dürre-Experte Andreas Marx vom Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung fordert ein flächendeckendes Monitoring zur Nutzung von Grund- und Oberflächenwasser. Angesichts trockener Böden und niedriger Grundwasserspiegel ist der Forscher der Meinung, dass „wir in Deutschland endlich ein Monitoring davon haben sollten, wer zu welchem Zeitpunkt wie viel Wasser aus dem Boden entnimmt, aus dem Grundwasser, aber auch aus Oberflächengewässern“.

Marx leitet den Deutschen Dürremonitor, eine täglich aktualisierte Deutschlandkarte mit Daten und Modellrechnungen zum Bodenfeuchtezustand. „Wir haben eben die Situation, dass wir in den meisten Regionen in Deutschland und auch von den meisten Industriebetrieben, die Wasserrechte haben, nicht genau wissen, wie viel Wasser sie zu welchem Zeitpunkt entnehmen“, erklärt der Hydrologe. In der Vergangenheit sei das schlicht nie notwendig gewesen. Bereits in ihrer nationalen Wasserstrategie formulierte die Bundesregierung dies 2023 aber als eines ihrer Leitbilder.

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Aufgrund geringer Niederschlagsmengen, anhaltender Trockenheit und niedriger Flusspegel hatten mehrere Kreise und Kommunen in den vergangenen Wochen Wasserentnahmeverbote verhängt. Grundsätzlich seien Trockenheit und sinkende Grundwasserspiegel im Sommer normal. Die derzeitige Trockenheit im Gesamtboden sei in großen Teilen des Ostens und auch im Süden Deutschlands nach besonders niederschlagsarmen Monaten aber ausgeprägter als normal.

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Um Wasser zu sparen, griff die Stadt München am Dienstag zu einer Allgemeinverfügung. Seither dürfen private Pools nicht mehr befüllt, Rasenflächen nicht mehr bewässert und Wasser nicht mehr aus Seen oder Flüssen entnommen werden. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen.

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Die Folgen der Dürre sind unter anderem mittel- und langfristige Schäden an Waldbeständen, die deutlich über das hinausgehen, was etwa Waldbrände verursachen, wie Marx berichtet. „Wenn in Deutschland ein schlimmes Waldbrandjahr ist, dann brennen ungefähr 4000 Hektar Wald – diese Verluste durch Dürre, das sind Größenordnungen, die einfach anders sind.“

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Die Trockenheit der Böden sei keine Entwicklung, die nur in einer Richtung verlaufe, ordnet Marx ein. Es gebe starke regionale Unterschiede. Zudem erholten sich die Grundwasserpegel in den deutlich feuchteren Jahren 2023 und 2024 wieder. „Erst einmal ist nicht davon auszugehen, dass Deutschland austrocknet“, bilanziert der Forscher. Zahlreiche Klimasimulationen legten nahe, dass Deutschland auch in 50 Jahren noch ein wasserreiches Land sein werde.

„Was wir auf der anderen Seite aber eben jetzt auch erleben, ist eine Dürre-Phase, ist ein Extremereignis. Das kann durchaus über zehn Jahre so laufen.“ Auf diese Bedingungen sei die Gesellschaft aktuell nicht optimal eingestellt.

Bereits Anfang des Monats haben sich die Verbände kommunaler Unternehmen in Sachsen und Brandenburg und Berlin am Rande ihres Wasserkongresses in Dresden für eine länderübergreifende Zusammenarbeit zur Bewältigung der wasserwirtschaftlichen Herausforderungen in Ostdeutschland ausgesprochen.

dpa/ly

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