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Gefäßputzer-Plan: LMU-Mediziner erklärt, wie sich Plaques vermeiden und zurückbilden lassen

Von: Alexandra Grauvogl

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Eine Verkalkung der Arterien gilt oft als unumkehrbar. Ein Münchner Top-Mediziner erklärt, ab welchem Laborwert verstopfte Blutgefäße wieder frei werden können und welche Ernährung dabei hilft.

Die Diagnose Arteriosklerose (Gefäßverengung) ist für viele Patienten ein Schock. Oft herrscht der Irrglaube, dass sich einmal abgelagertes Cholesterin an den Gefäßwänden, die sogenannten Plaques, nie wieder entfernen lässt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Prof. Dr. Klaus Parhofer, renommierter Stoffwechsel-Experte am LMU Klinikum Großhadern, macht im Interview Hoffnung: Verengte Gefäße können sich tatsächlich wieder regenerieren.

Der Aha-Moment: Ab diesem Wert schrumpfen die Ablagerungen

Wenn der Status quo bei leichten Plaques in den Gefäßen gehalten werden kann, ist das laut Prof. Parhofer bereits ein sehr gutes Zeichen. Doch es geht sogar noch mehr: „Es gibt Daten, die zeigen, dass, wenn Sie das LDL-Cholesterin richtig weit absenken, sich diese Plaques zurückbilden können“, erklärt der Mediziner.

Der Schlüssel zum „Gefäßputzer-Effekt“ liegt in einem strikten Zielwert für das schädliche LDL‑Cholesterin. In Studien mit intravaskulärem Ultraschall (Ultraschall direkt in den Blutgefäßen) zeigte sich ein erstaunlicher Effekt. Prof. Parhofer betont: „Wenn Sie LDL-Werte unter 55 mg/dl erreichen, reagieren mehr als 90 Prozent der Patienten mit einer Regression.“ Das bedeutet, die Ablagerungen bilden sich bei einem Großteil der Betroffenen messbar zurück.

Wer diesen LDL-Wert erreicht hat, braucht allerdings Geduld, bis sich die Plaques zurückgebildet haben. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, das ist ein jahrelanger Prozess“, stellt der Oberarzt klar. Die Plaques haben schließlich auch Jahre gebraucht, um sich aufzubauen.

Zucker oder Fett: Was verstopft die Arterien wirklich?

Um die Gefäße zu schützen und das LDL-Cholesterin zu senken, spielt neben Medikamenten (wie Statinen) die tägliche Ernährung eine zentrale Rolle. Prof. Parhofer warnt davor, Fett per se zu verteufeln, und sieht auch den Zucker differenziert. „Es gibt natürlich sowohl gute wie schlechte Kohlenhydrate und es gibt gute und schlechte Fette“, so der Endokrinologe.

Folgende Grundregeln nennt Stoffwechsel-Experte Prof. Dr. Klaus Parhofer für den Alltag:

Die richtigen Fette wählen: Ungesättigte, pflanzliche Fettsäuren sowie Omega-3-Fettsäuren sind gut für den Körper. Vorsicht: Die positiven Effekte auf die Gesundheit beziehen sich auf Omega-3 aus Lebensmitteln. Es gibt laut dem Experten mehrere Studien, die zeigen, dass Omega‑3 aus Nahrungsergänzungsmitteln diese nicht aufweist. Auch gesättigte und tierische Fette wirken sich tendenziell negativ auf den Stoffwechsel aus.

Die Dosis macht das Gift: Zweimal in der Woche Fleisch zu essen, sei völlig unproblematisch. Problematisch wird es, wenn täglich tierische Fette in großem Maße konsumiert werden, da diese den Lipidstoffwechsel ungünstig verändern und so Arteriosklerose fördern.

Komplexe Kohlenhydrate bevorzugen: Während Vollkornprodukte zu den guten Kohlenhydraten zählen, sind Einfachzucker die schlechte Wahl.

Vorsicht vor flüssigen Kalorien: Fruchtsäfte werden oft überschätzt, da sie sehr viel Zucker enthalten. Ernährungsberater raten daher eher zu Gemüse, denn laut Parhofer ist Obst im Grunde „Gemüse mit Zucker“.

Energiebilanz im Blick behalten: „Wer eine Stunde Sport treibt und danach Pizza und Bier konsumiert, hat keine gute Energiebilanz“, warnt Prof. Parhofer. Man kann gar nicht so viel Sport machen, um solche Kalorienmengen auszugleichen.

Der Gefäßputzer-Plan für den Alltag

Während Prof. Parhofer die medizinischen Grundlagen liefert, fragen sich viele Leser: Was gehört nun konkret auf den Teller? Um den Fettstoffwechsel zu entlasten und die Gefäße zu schützen, haben sich bestimmte Lebensmittel und Essensrhythmen bewährt.

1. Die besten Lebensmittel für die Gefäße

Natives Olivenöl extra und Rapsöl: Reich an wertvollen einfach ungesättigten Fettsäuren und Polyphenolen, die Entzündungsmarker wie CRP und Interleukin-6 senken können. In der bekannten PREDIMED-Studie sank das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse durch mediterrane Kost mit nativem Olivenöl um 30 Prozent.

Walnüsse, Mandeln und Co.: Der perfekte Snack für elastische Gefäße. Eine Handvoll Nüsse liefert gefäßschützende Alpha-Linolensäure (Omega-3) sowie L-Arginin und senkt laut Langzeitstudien das Risiko für koronare Herzkrankheiten um bis zu 24 Prozent.

Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen und Kichererbsen liefern lösliche Ballaststoffe und bioaktive Pflanzenstoffe, die Cholesterin im Darm binden. Laut einer Metaanalyse im Fachblatt BMJ Nutrition Prevention & Health senkt eine tägliche Portion von rund 170 Gramm das Bluthochdruck-Risiko um etwa 30 Prozent.

Fetter Seefisch: Lachs, Makrele oder Hering liefern essenzielle Omega-3-Fettsäuren, die den Triglyceridspiegel regulieren und Gefäßentzündungen ausbremsen können.

Haferflocken und Vollkorn: Eine Metaanalyse im European Heart Journal zeigt, dass bereits 60 bis 100 Gramm Vollkorn am Tag Blutfette und Blutdruck verbessern. Verantwortlich ist vor allem das lösliche Beta-Glucan: Bereits 3 Gramm täglich – enthalten in einer Schale Haferflocken – können das gefäßschädigende LDL-Cholesterin um bis zu 15 Prozent senken

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2. Intervallfasten: Auf das richtige Zeitfenster kommt es an

Studien deuten darauf hin, dass längere Esspausen (wie die 16:8-Methode) den Stoffwechsel entlasten, den Insulinspiegel senken und Gefäßentzündungen eindämmen. Für maximalen Herzschutz empfehlen Chronobiologen und neuere Studien jedoch, nicht das Frühstück ausfallen zu lassen, sondern das Abendessen vorzuziehen („Dinner Cancelling“). So bleibt der zirkadiane Stoffwechselrhythmus im Takt und das nächtliche Fastenfenster unterstützt die Gefäßregeneration optimal.

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Nicht weniger essen, sondern bewusster: Intervallfasten setzt auf gezielte Pausen statt Verzicht. Dieser Ratgeber erklärt, welches Modell zu welchem Lebensstil passt, und was der Körper dabei wirklich braucht – hier können Sie das PDF kostenlos herunterladen.

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