Experte vermutet Ikea als Ursache
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Deutscher Matratzen-Hersteller insolvent – Experte vermutet auch IKEA als Ursache
Von: Bettina Menzel
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Verbraucher zeigen Kaufzurückhaltung, die Kosten steigen und die Bürokratie belastet. In diesem Geschäftsumfeld ging nun ein weiterer Matratzenhersteller insolvent.
Bielefeld – Der Matratzenhersteller Bönning + Sommer ist insolvent. Das Amtsgericht Bielefeld hat Dr. Yorck Tilman Streitbörger zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufen. „In der Matratzenbranche findet seit Jahren ein Verdrängungswettbewerb statt. Bei acht Millionen Matratzen, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden, wollen alle was vom Kuchen abhaben“, kommentierte Streitbörger gegenüber Bild. 109 Mitarbeiter sind betroffen, ihr Gehalt ist aber zumindest für die nächsten drei Monate gesichert. Unlängst hatte auch der Matratzenhersteller Breckle aus Weida in Thüringen Insolvenz angemeldet, wie MDR berichtete.
Laut Insolvenzverwalter Streitbörger könnte ein Grund sein, dass „in diesem Bereich IKEA stark expandiert – mit neuen Produktionen und Lieferanten aus Osteuropa“. IKEA selbst gibt an, im Jahr 2021 insgesamt 12,4 Millionen Matratzen verkauft zu haben. Wie viele davon nach Deutschland gingen, ist nicht bekannt. Laut Statistischem Bundesamt werden in Deutschland selbst rund vier Millionen Matratzen hergestellt, der Rest kommt aus dem Ausland. Auch die Anschaffung aus China lohne sich für viele Verbraucher aufgrund verbesserter Transportmöglichkeiten und niedrigerer Kosten, meint Streitbörger weiter.
Kaufzurückhaltung trifft Matratzen-Branche
Nach dem Pleite-Rekord im Frühjahr bleibt die Lage in Deutschland weiter angespannt. Einer Umfrage des ifo-Instituts vom April zufolge sieht etwa jedes zwölfte Unternehmen seine wirtschaftliche Existenz bedroht. „Die Insolvenzzahlen dürften vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheit in den kommenden Monaten auf einem hohen Niveau bleiben“, kommentierte Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher sei demnach das beherrschende Thema. Das bestätigt auch Insolvenzverwalter Streitbörger mit Blick auf Bönning + Sommer. „Man überlegt mittlerweile, ob die alte Matratze nicht doch noch zwei weitere Jahre hält“, sagte er zu Bild.
Noch im November 2024 hatte Bönning + Sommer die insolvente LaPur GmbH übernommen. „Aufgrund der Übernahme der LaPur GmbH durch Bönning+Sommer ist es uns gelungen, einen bedeutenden Schaumstoffproduzenten am Standort Northeim langfristig zu verankern“, kommentierte Uwe Köstens, Managing Partner der Mittelstandsberatung enomyc, den Deal damals. Laut ifo gibt es aktuell drei Problemfelder in Deutschland: fehlende Aufträge und schwache Nachfrage, steigende Betriebs- und Energiekosten sowie eine zunehmend belastende Bürokratie. (Quellen: ifo-Institut, Bild, Statistisches Bundesamt, IKEA, Pressemitteilung enomyc) (bme)