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Experte verrät, wie das Handy länger lebt

Wirtschaft

rosenheim24-de Rosenheim Rosenheim Stadt Kann so das Handy länger leben? Rosenheimer Experte weiß, welche Tricks dem Akku gut tun Von: Sophie Mischner Uns auf Google folgen Der Bildschirm ist kaputt und der Akku ständig leer: Anstatt ein neues Gerät zu kaufen, lassen es einige bei Chris Preisinger in der Rosenheimer Handybörse reparieren. Mit dem Recht auf Reparatur könnten es bald mehr Leute werden. Wann sich eine Reparatur lohnt – und was die Regelung ändern wird. Rosenheim – Mit dem 31. Juli tritt das Recht auf Reparatur in Kraft. Mit dem Reparieren beschäftigt sich Chris Preisinger von der Handybörse am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Rosenheim täglich. Der 33-Jährige hat vor sieben Jahren seinen Laden eröffnet und seit etwa drei Jahren repariert er selbst die Handys seiner Kunden. Deshalb weiß er, was das neue Recht verändern wird und wie ein Handy länger leben kann. „Ich glaube, dass die Aufmerksamkeit auf das Reparieren mit dem neuen Recht etwas steigen wird“, sagt Preisinger. Zu ihm kommen täglich Leute mit kaputten Handys: Ob gesprungener Bildschirm, alter Akku oder gebrochene Kameragläser – Preisinger hat sich in den vergangenen Jahren darauf spezialisiert, die Mobiltelefone wieder zu reparieren, schließlich sei das der nachhaltigere Weg, als ein Neukauf. Doch in manchen Fällen lohnt sich das Reparieren auch nicht. „Manchmal ist es nicht wirtschaftlich: Wenn das Handy vor vier Jahren 250 Euro gekostet hat und die Reparatur jetzt 180 Euro kostet“, sagt er. Bei der Handybörse in Rosenheim verbauen sie bei Android-Geräten nur Originalteile, sagt Preisinger. Bei Apple seien es Originalteile oder Teile mit Originalqualität. Dadurch liegt der Preis für eine Displayreparatur etwa bei 130 bis 250 Euro. „Dabei kommt es auch immer auf den Hersteller an“, sagt der 33-Jährige. Das Tauschen eines Akkus ist deutlich günstiger. Das kostet laut dem Ladeninhaber 80 bis 120 Euro. „Ein Akku hält in der Regel zwei, drei Jahre. Aber in den letzten Jahren sind sie immer besser geworden“, sagt er. Außerdem könne man die Lebensdauer des Akkus auch mit seinem Nutzungsverhalten beeinflussen, etwa beim Laden. Denn er sollte nie ganz voll oder leer sein – im Optimalfall im Bereich von 20 bis 80 Prozent. „Bei vielen Handys kann man mittlerweile einstellen, dass es nur bis 80 Prozent lädt“, sagt Preisinger. Das schone den Akku, denn die letzten 20 Prozent seien der komplizierteste Teil beim Laden. „Man muss sich das wie bei einem Parkplatz vorstellen. Ist er leer, findet man anfangs schnell einen freien Platz. Aber wenn er zu 80 Prozent voll ist, muss man länger suchen“, erklärt er. Die neue Regelung könnte jetzt helfen, dass mehr Leute ihre Geräte reparieren lassen, glaubt Preisinger. Wobei er bei sich im Laden nicht so viel mehr Aufträge stemmen könne. „Ich mache das selbst, weil ich keinen Mitarbeiter dafür finde. Deswegen schränken wir das Reparieren sehr ein. Da wäre noch mehr Potenzial da“, sagt er. Doch dadurch, dass nur er die Handys repariert, wissen Kunden, wer ihr Telefon in der Hand hat – denn diese Person sollte laut Preisinger vertrauensvoll sein. „Man braucht immer den PIN zum Gerät beim Reparieren“, sagt er. Dadurch hat die reparierende Person den Zugriff auf das Gerät samt seiner Daten. „Ich persönlich kenne nur wenige Reparaturläden, bei denen ich mein Handy lassen würde“, sagt Preisinger. In der Handybörse reparieren sie aber nicht nur Handys. Preisinger und seine Mitarbeiter bieten auch Verträge an und verkaufen Mobiltelefone. Dazu gekommen ist der 33-Jährige durch seine Ausbildung in einem Elektrofachmarkt. Doch für ihn sei schon immer klar gewesen: Er möchte sich selbstständig machen. So könne er sich seine Mitarbeiter aussuchen und den Alltag selbst gestalten. „Ich kann die Artikel verkaufen, die gut sind und hinter denen ich stehe“, sagt er. So auch bei den Mobiltelefonen, die sie in der Handybörse anbieten. Trotz des Internethandels würden viele Kunden vor Ort vorbeischauen. „Es werden jeden Tag mehr Leute, die in den Laden kommen, um ein Handy zu kaufen. Das sind die, die keinen Ärger wollen“, sagt Preisinger. Denn sein Team und er übernehmen mehr als nur die Beratung. „Wir machen die Einrichtung, die Datenübertragung, machen die Updates und löschen die Werbung runter“, sagt er. Das sei vor allem bei Kunden im Alter von 30 Jahren und aufwärts gefragt. Aber auch jüngere, vor allem Minderjährige, kämen oft mit ihren Eltern für eine Handyberatung. „Allgemein ist jede Altersgruppe im Laden vertreten. Unser ältester Smartphone-Kunde ist 94 Jahre alt“, sagt Preisinger. Bei Reparatur folgt eine Garantieverlängerung Aber nicht nur die Handybörse sieht das Recht auf Reparatur als eine Chance, auch MediaMarktSaturn stimmt dem zu. „Es ist eine sinnvolle Weiterentwicklung des Verbraucherschutzes und ein wichtiger Schritt in Richtung einer ressourcenschonenderen Wirtschaft“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. Für ihre Kunden würde sich ab dem 31. Juli vor allem eins ändern: Sie haben ein Wahlrecht zwischen Reparatur oder Ersatz. „Und wenn sie reparieren lassen, kriegen sie 12 Monate Garantieverlängerung. Das ist neu“, sagt sie. Das ist das Recht auf Reparatur Zum 31. Juli wird die EU-Richtlinie zum „Recht auf Reparatur“ ins deutsche Gesetz umgesetzt. Die IHK-München klärt auf ihrer Webseite darüber auf, was das Recht bedeutet. „Ziel der Richtlinie ist es, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern.“ Außerdem solle sich so auch der Abfall reduzieren. Die Regelung greift bei Waren aus der Gruppe der Haushaltsgeräte wie Spülmaschinen, Kühlgeräte und Staubsauger, elektronischen Geräten wie Mobiltelefonen und elektronischen Displays, aber auch Fahrzeugen mit LV-Batterien wie E-Scootern und E-Bikes. Damit haben Verbraucher im Falle eines Defekts das Recht auf eine Reparatur zu angemessenen Kosten.

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