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Experte warnt nach Waffenfund vor Putins Schattenkrieg

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„Ernsthafte Tötungsabsichten“: Experte warnt nach Waffenfund in Berlin vor Russlands Schattenkrieg

Von: Peter Sieben

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Ein verstecktes Waffendepot am Rande von Berlin alarmiert die deutschen Sicherheitsbehörden. Experten warnen: Russland werde in Deutschland immer aggressiver.

Berlin – Rund um Müggelheim ist viel Moor, viel Wald und viel Nichts. Mehr als genug Raum, um ein paar Waffen so zu verstecken, dass niemand sie jemals finden wird, der sie nicht finden soll. Sicherheitsbehörden haben sie dann aber doch gefunden, nach einem Tipp: Am Rande von Berlin, nahe dem Müggelsee, entdeckten Polizisten zwei Pistolen sowie Munition in einem geheimen Waffendepot.

Schon im Oktober habe der Verfassungsschutz von dem Waffenversteck erfahren, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) jüngst bei einer Pressekonferenz. Seitdem mehren sich Hinweise, dass die Waffen im Auftrag russischer Geheimdienste hinterlegt worden waren, Dobrindt sprach von einer möglichen Beteiligung „fremder Mächte“.

Hybride Kriegsführung durch Putins Russland: Mysteriöse Brände und hunderttausende Cyberangriffe

Berichten zufolge könnte ein Agentennetzwerk dahinterstecken, das im Auftrag Russlands Anschläge und Sabotageakte vorbereiten soll. Wochenlang lag die Polizei wohl auf der Lauer – mit einem Kniff aus RAF-Zeiten, als in Wäldern immer wieder Depots der Terrororganisation auftauchten. Damals machten die Polizisten gefundene Waffen unbrauchbar, legten sie ins Versteck zurück und warteten darauf, dass jemand sie abholen würde. So auch dieses Mal – allerdings ohne Erfolg. Das mag auch daran liegen, dass einer der mutmaßlichen Beteiligten seit Ende letzten Jahres in Rumänien in Untersuchungshaft sitzt. Das jedenfalls berichtet der Spiegel mit Verweis auf Sicherheitskreise. Demzufolge führt die Spur zu einem jungen Mann aus der Ukraine mit Kontakten zu russischen Geheimdiensten.

Auch der Terrorismusexperte Hans-Jakob Schindler vom Counter Extremism Project (CEP) hält eine russische Beteiligung für sehr wahrscheinlich: „Es wurden schon im Kalten Krieg immer wieder Waffenlager des sowjetischen Geheimdienstes KGB in Deutschland und Europa gefunden, die als Depots für Sabotageakte vorgesehen waren.“ Der Fund in Berlin ist nicht der erste dieser Art. 2024 waren Bauarbeiter in Rheinland-Pfalz bei Bellheim zufällig auf ein Lager mit Sprengstoff und militärischen Zündern gestoßen – nahe einer Kraftstoff-Pipeline der NATO.

Sicherheitsexperten deuten solche Depots als wichtigen Logistikpart für die hybride Kriegsführung von Putins Russland. Und Russland werde mit seinen Attacken gegen Deutschland „immer ruppiger“, sagt Schindler. Im August etwa war am Leipziger Flughafen in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff beladene Drohne gefunden worden. Beweise für einen russischen Ursprung gibt es bislang nicht – aber kurz nach dem Fund hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow öffentlich verkündet: „Wir werden unsere eigenen Maßnahmen deutlich verschärfen, um alles zu zerstören, was die Militärmaschine Kiews aus dem Westen antreibt. Und wir tun das bereits. Sie fangen schon an zu jammern.“

In der Tat werden die Sabotageakte häufiger. Mal geht es um mysteriöse Brände oder geplante Paketbombenanschläge in Zügen, mal um Drohnenflüge oder Spionagekameras an Kasernen: Allein 321 mutmaßliche Sabotageakte hat das Bundeskriminalamt (BKA) für das vergangene Jahr in Deutschland gezählt, dazu kommen hunderttausende Cyberattacken auf Unternehmen und staatliche Institutionen. Das ausgehobene Waffendepot spreche nun für eine weitere Zuspitzung, so Schindler: „Es geht wahrscheinlich um ernsthafte Tötungsabsichten und wir reden über professionelle Agenten, die beteiligt sein dürften.“

Mögliche Ziele könnten russische Oppositionelle sein. „Aber es gibt weiterhin Drohungen gegen deutsche Unternehmer, etwa gegen Rheinmetall-Chef Armin Papperger“, gibt Schindler zu bedenken. 2024 war über einen von Russland geplanten Mordanschlag auf Papperger berichtet worden. Und kürzlich wurde bekannt, dass auch der CEO des bayerischen Rüstungsunternehmens Donaustahl, Stefan Thumann, bedroht wurde. Das Unternehmen liefert Drohnen an das ukrainische Militär. In Sicherheitskreisen hieß es, Thumann sei ausgespäht worden, und es gab wohl Hinweise auf Pläne, ihn mit einem Nervengift zu töten. „Man kann davon ausgehen, dass es auch beim Berliner Waffendepot um etwas sehr Ernstes geht“, sagt Schindler. (Quellen: Gespräch mit Hans-Jakob Schindler, Spiegel, dpa, CNN, eigene Recherchen)

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