Experten sicher: So geht es mit den USA weiter, wenn Trump weg ist
Startseite Politik Experten sicher: So geht es mit den USA weiter, wenn Trump weg ist Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Experten beschreiben, was mit den USA passieren könnte, wenn Donald Trump das Weiße Haus verlässt. Was passiert mit den USA, wenn Donald Trump eines Tages das Weiße Haus verlässt? Zwei Experten zeichnen unabhängig voneinander ein ähnliches Bild: Die Ära Donald Trump dürfte nicht automatisch enden, wenn seine Präsidentschaft ausläuft. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Wer auf eine schnelle „De-Trumpifizierung“ der USA hofft, könnte enttäuscht werden. Denn viele politische Methoden, Loyalitäten und Konfliktlinien, die Trump geprägt hat, haben sich längst verselbstständigt. Der Kampf um sein politisches Erbe könnte deshalb Jahre dauern. Knapp zwölf Wochen vor den US-Zwischenwahlen wächst zwar die Erwartung, dass Trumps Macht in den letzten Jahren seiner Amtszeit schwindet. Frühere Präsidenten verloren in dieser Phase häufig an Einfluss, besonders nach Niederlagen ihrer Partei bei den Midterms. Bei Trump müsse das aber nicht ähnlich laufen, argumentiert der Historiker Nicholas Guyatt von der Universität Cambridge in einem Meinungsbeitrag für die britische Nachrichtenseite The i Paper. Trumpismus funktioniert längst ohne Trump Guyatt verweist auf eine Anhörung mit dem früheren US-Gesundheitsexperten Anthony Fauci. Republikanische Senatoren hätten ihn dort über Stunden scharf attackiert. Ein Abgeordneter habe den inzwischen 85-Jährigen sogar angeschrien. Trumps früherer Chefstratege Steve Bannon forderte anschließend: „Warum trägt er keine Handschellen? Er sollte im Gefängnis sterben.“ Für Guyatt zeigt die Episode, dass der Trumpismus inzwischen auch ohne direkte Steuerung des Präsidenten funktioniert. Trump habe Fauci über Jahre zum Feindbild seiner Maga-Bewegung gemacht. Inzwischen hätten viele republikanische Politiker diese Haltung übernommen. Auch Trumps bisherige politische Karriere spreche gegen die Annahme, er werde nach einem Machtverlust einfach verschwinden. Nach seiner Wahlniederlage 2020 gelang ihm vier Jahre später die Rückkehr ins Weiße Haus. Abgesehen von Grover Cleveland im 19. Jahrhundert ist Trump der einzige US-Präsident mit zwei nicht aufeinanderfolgenden Amtszeiten. Selbst die Midterms könnten die Frage neu stellen Carlo Versano, Politik- und Kulturchef des US-Magazins Newsweek, hält eine Debatte über eine Zeit nach Trump allerdings noch für verfrüht. In einer Analyse vom Juli vertritt er die Ansicht, dass zunächst die Zwischenwahlen im November entscheidend seien. Sollte es den Demokraten trotz Trumps niedriger Zustimmungswerte nicht gelingen, deutlich zuzulegen, könne das zeigen, dass die USA weniger bereit seien, sich vom Trumpismus zu lösen als vielfach angenommen. Versano geht damit noch einen Schritt weiter als Guyatt. Möglicherweise gebe es gar keine republikanische Partei „nach Trump“, weil auch politisch zunächst keine echte Zeit nach Trump beginne. Als möglichen Kandidaten für 2028 nennt er Donald Trump Jr. oder einen Bewerber, der dem Präsidenten vollständige Loyalität verspreche. Der Versuch, Maga ohne Trump zu etablieren, sei schon 2024 gescheitert. Floridas Gouverneur Ron DeSantis habe im republikanischen Vorwahlkampf am ehesten für dieses Modell gestanden, sich gegen Trump aber nicht durchsetzen können. Trumps Macht dürfte trotzdem nicht ewig halten An einem Punkt setzt Versano einen anderen Akzent. Auch Trump werde nach dem Ausscheiden aus dem Amt Kräften unterliegen, die frühere Präsidenten schnell aus dem politischen Alltag gedrängt hätten. Barack Obama spiele heute nur noch punktuell eine Rolle in der Tagespolitik, Joe Biden ebenfalls. Trump werde sich vermutlich stärker gegen diesen Bedeutungsverlust wehren: „Trump wird wahrscheinlich nicht so still verschwinden. Das entspricht nicht seiner Persönlichkeit.“ Doch schon nach den Midterms beginne faktisch der Präsidentschaftswahlkampf für 2028. Damit werde zwangsläufig ein neuer Kandidat aufgebaut, der die politische Aufmerksamkeit auf sich ziehe. Sollte erneut ein Republikaner gewinnen, müsste dieser zugleich eine Partei übernehmen, die Trump tief nach seinen Vorstellungen verändert hat. Obwohl Guyatt und Versano aus unterschiedlichen Blickwinkeln – der eine aus der britischen Wissenschaft, der andere aus dem US-Medienalltag – auf das Thema schauen, laufen ihre Beobachtungen im Kern zusammen: Trump selbst wird irgendwann das Weiße Haus verlassen. Ob damit auch der Trumpismus endet, ist eine völlig andere Frage.