Experten warnen vor Einbau neuer Gasheizungen
Das Institut der Deutschen Wirtschaft warnt Immobilienbesitzer vor dem Einbau neuer Gasheizungen. Dabei argumentiert das IW nicht mit Bedenken hinsichtlich des CO₂-Ausstoßes in Zeiten des Klimawandels, auch nicht mit möglichen Versorgungslücken, sondern mit Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit: Eine bislang unveröffentlichte Studie, die die "Rheinische Post" zitiert, kommt zum Ergebnis, dass sich die Heizkosten mit Gas bis ins Jahr 2040 nahezu verdoppeln könnten (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt). Neue Gasheizungen erlaubt – aber absehbar nicht wirtschaftlich Nach dem reformierten Heizungsgesetz der Regierung Merz dürfen Öl- und Gasheizungen entgegen den Plänen der Ampelkoalition zwar weiterhin eingebaut werden, allerdings im Rahmen einer sogenannten "Biotreppe", wonach es ab dem Jahr 2029 einen verbindlichen und stetig steigenden Biogasanteil geben soll. Der IW-Studie zufolge wird nun vor allem diese neue Verpflichtung die Kosten weiter erhöhen. Wärmepumpen langfristig preiswerter Vor diesem Hintergrund sieht das Institut das neue Heizungsgesetz kritisch und empfiehlt deshalb beim Einbau einer neuen Heizung, besser auf Wärmepumpen zu setzen. Damit könnten die Heizkosten über viele Jahre stabil bleiben. Die Ersparnis würde im Vergleich zur Gasheizung für eine Altbauwohnung bei jährlich etwa 1.000 Euro liegen. Auch das Fraunhofer-Institut warnt vor Fehlinvestition Diese Aussagen entsprechen in der Tendenz einer Anfang des Monats veröffentlichten Studie des Fraunhofer-Instituts, die ebenfalls vor Fehlinvestitionen warnt. "Der Umstieg auf Biogas funktioniert nicht, weil ein Großteil der Haushalte zu Wärmepumpen oder Wärmenetzen wechselt", so die Autoren dieser Studie. Wenn jedoch Gasnetzbetreiber nicht mehr genug Nachfrage hätten, könnten sie ihre Netze nicht wirtschaftlich weiterbetreiben. Droht eine Stilllegung der Gasnetze? Kurzfristig führe das zu steigenden Preisen. Langfristig könnten die Energieversorger "unter realistischen Bedingungen spätestens 2045 keine wettbewerbsfähigen Gaspreise mehr anbieten", erklären die Fraunhofer-Experten. Die Gasnetze würden deshalb "aller Wahrscheinlichkeit nach" bis dahin stillgelegt. Mit Informationen von AFP