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Export bricht drastisch ein: Russland verliert 1,1 Milliarden Euro

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Export bricht drastisch ein: Russland verliert 1,1 Milliarden Euro

Von: Bleranda Shabani

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Russlands Exporte in die Türkei brechen massiv ein. Ukrainische Angriffe auf wichtige Häfen setzen den Handel unter Druck und kosten Moskau Milliarden.

Frankfurt – Russlands Handel mit der Türkei gerät zunehmend unter Druck. Im August sind die russischen Ausfuhren in das Land um rund 40 Prozent eingebrochen. Dahinter steht nicht nur ein schwächerer Handel: Ukrainische Angriffe auf wichtige Häfen erschweren den Transport von Öl, Getreide und anderen Rohstoffen.

Russlands Handelsweg über das Schwarze Meer wird zum Problem

Im August lieferte Russland Waren im Wert von 1,93 Milliarden US-Dollar in die Türkei. Im Juli waren es noch 3,23 Milliarden Dollar. Damit erreichten die Ausfuhren den niedrigsten Monatswert seit 2022. Nach Informationen von The Moscow Times ist die Türkei damit weiterhin einer der wichtigsten Handelspartner Russlands und steht hinter China und Indien auf Platz drei. Im Vergleich zum Vormonat gingen Russland damit Exporte im Wert von rund 1,3 Milliarden US-Dollar verloren, umgerechnet etwa 1,1 Milliarden Euro.

Der Einbruch lässt sich vorwiegend mit den Problemen im Süden Russlands erklären. Seit dem Sommer greift die Ukraine verstärkt Hafenanlagen und Schiffe am Schwarzen und Asowschen Meer an. Für russische Exporteure bedeutet das: Waren können nicht mehr so zuverlässig über die bisherigen Routen verschifft werden. Einige Lieferungen werden deshalb über andere Häfen oder längere Landwege umgeleitet. Das erhöht die Transportkosten und verlängert die Lieferzeiten.

Getreide trifft es besonders hart

Besonders deutlich werden die Folgen beim Getreide. Russland wickelte in der vergangenen Exportsaison rund 90 Prozent seiner See-Getreideausfuhren über Häfen am Schwarzen und Asowschen Meer ab. Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 wurden über diese Route rund 46,3 Millionen Tonnen Getreide verschifft. Laut Reuters versuchen Händler inzwischen, einen Teil dieser Mengen über die Ostsee umzuleiten.

Doch die Ausweichroute kann den Schwarzmeerhandel nicht annähernd ersetzen. Die russischen Ostseehäfen können nur einen Teil der normalerweise über den Süden abgewickelten Mengen aufnehmen. Gleichzeitig sind zusätzliche Bahntransporte nötig. Das macht die Ausfuhr nicht unmöglich, aber deutlich komplizierter und teurer. Für Russland ist das gerade während der wichtigen Exportperiode ein erhebliches logistisches Problem.

Ukrainische Angriffe legen wichtige Getreidehäfen lahm

Wie stark die Infrastruktur betroffen ist, zeigte sich im August im Hafen von Noworossijsk. Nach einem ukrainischen Angriff stellten dort zwei große Getreideterminals ihren Betrieb ein. Nach weiteren Angriffen waren zeitweise sämtliche großen Getreideterminals des Hafens außer Betrieb. Für den russischen Getreidehandel ist das ein großer Einschnitt, weil Noworossijsk zu den wichtigsten Exporthäfen des Landes gehört.

Eine Analyse des Centre for Eastern Studies (OSW) zeigt, wie deutlich die Folgen inzwischen ausfallen. Demnach lagen die russischen Ausfuhren von Getreide und Rohöl über die Häfen des Asow-Schwarzmeer-Raums im August mehr als 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Neben beschädigten Anlagen spielt dabei auch die Unsicherheit für Reedereien eine Rolle. Höhere Risiken treiben Fracht- und Versicherungskosten nach oben.

Auch das Ölgeschäft gerät unter Druck

Noch wichtiger ist der Effekt auf Russlands Energiegeschäft. Der Schwarzmeerraum ist eine zentrale Route für russisches Rohöl und Ölprodukte. Laut S&P Global sanken die russischen Rohölexporte über den Schwarzmeerraum im August auf rund 380.000 Barrel pro Tag. Damit lagen sie weniger als halb so hoch wie im Juli. Gleichzeitig stiegen die Ausfuhren über russische Ostseehäfen leicht an.

Auch bei den Einnahmen zeigt sich die Belastung. Nach Berechnungen des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) fielen Russlands Einnahmen aus fossilen Brennstoffexporten im August um acht Prozent auf durchschnittlich 604 Millionen Euro pro Tag. Besonders drastisch war der Rückgang bei den auf dem Seeweg exportierten Ölprodukten: Ihre Einnahmen sanken um 32 Prozent auf 78 Millionen Euro pro Tag – den niedrigsten Wert seit Beginn der russischen Vollinvasion.

Russland kann ausweichen – aber nicht ohne Kosten

Ganz vom internationalen Handel abgeschnitten ist Russland damit nicht. Die Entwicklung zeigt vielmehr, wie schwierig es für Moskau wird, die bisherigen Transportwege kurzfristig zu ersetzen. Beim Getreide werden zusätzliche Kapazitäten in der Ostsee genutzt, beim Öl können andere russische Häfen einspringen. Doch die Verlagerung hat Grenzen. Gerade die Infrastruktur an den alternativen Routen ist nicht darauf ausgelegt, die gesamten Mengen des Schwarzmeerraums aufzunehmen.

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