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Extreme Unwetter am Mittelmeer

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Unwetter-Alarm am Mittelmeer: Erdrutsche und Überflutungen in Italien – Drei Tote in Nachbarland

Von: Carmen Mörwald, Martina Lippl

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Das extreme Tief aus Spanien zieht weiter. Sintflutartige Regenfälle treffen Frankreich und Italien. Die Zahl der Todesopfer steigt.

München – Update vom 22. Oktober, 6:25 Uhr: Die heftigen Unwetter im Süden Frankreichs haben jetzt drei weitere Tote gefordert. Das teilte die Präfektur des Departements Bouches-du-Rhône mit. Zusätzlich fiel in der Region der Strom aus, Straßen waren blockiert und Bahnlinien unterbrochen. Wegen Störungen im Telefonnetz wurden die Menschen über eine Warn-App informiert.

Wie die Zeitung La Provence unter Verweis auf die Behörden berichtete, starb eine 86-jährige Frau. Eine 26-Jährige wurde in Lançon-Provence ertrunken in einem Keller gefunden. In Saint-Mitre-les-Remparts kam zudem ein 75 Jahre alter Mensch ums Leben.

Unwetter-Alarm am Mittelmeer: „Wasserbombe“ trifft Urlaubsinsel – Erdrutsche und Überflutungen in Italien

Update vom 21. Oktober, 20:57 Uhr: Nach den schweren Unwettern in Südfrankreich und auf Korsika ist ein weiterer Todesfall bestätigt worden. Der seit Dienstag vermisste Mann auf der Mittelmeerinsel wurde tot aufgefunden, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Behörden berichtet. Der Mann war bei Ghisonaccia gemeinsam mit einer weiteren Person in einem Geländewagen unterwegs, als das Fahrzeug von den Wassermassen des Flusses Fium‘Orbu mitgerissen wurde. Während sich der andere Insasse durch ein Fenster retten konnte, wurde der Vermisste von den Fluten erfasst. Seine Leiche wurde in der Nacht zum Mittwoch entdeckt. Bereits am Dienstag war ein 75-Jähriger bei Marseille ums Leben gekommen.

Auf Korsika wird inzwischen das Ausmaß der Unwetter deutlich. Nach Angaben des französischen Wetterdienstes Météo-France wurden an der Messstation Solenzara insgesamt 596 Liter Regen pro Quadratmeter registriert. Allein innerhalb von sechs Stunden fielen demnach 538,5 Liter – ein bislang beispielloser Wert für das französische Staatsgebiet einschließlich Korsikas. Am Mittwochmorgen waren auf der Insel noch rund 2500 Haushalte ohne Strom, mehrere Straßen blieben gesperrt. Das berichten lokale Medien unter Berufung auf den Energieversorger EDF und die Behörden.

Erstmeldung vom 21. Oktober: Im Mittelmeerraum löst das intensive Sturmtief „Adam“ aus Spanien weiter höchste Alarmbereitschaft aus. Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Die Unwetterzone mit heftigem Starkregen dehnt sich weiter aus. In Frankreich gab es bei Marseille einen weiteren Toten. Auf Korsika wird eine Person vermisst. In Italien hat der Zivilschutz die Alarmstufe Orange für sechs Regionen am Mittwoch (21. Oktober) aktiviert. Erdrutsche und Überschwemmungen werden aus Genua gemeldet. Wegen des schlechten Wetters sind Schulen auf Ischia und Procida geschlossen.

Das Ausmaß der Schäden nach den verheerenden Unwettern im Süden Frankreichs ist zunächst noch unklar. Am Dienstag (20. Oktober) hatte sich das Tief aus Spanien nach Osten verlagert. Besonders betroffen waren die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur sowie Korsika, teilte die Präfektur Bouches-du-Rhône mit. In der Pressemitteilung wurde zudem der Tod eines 75-jährigen Mannes bestätigt. „Außerdem wurde eine Person gerettet, deren Bungalow in den Étang de Berre gespült wurde. Sie hat eine Handverletzung“, hieß es.

Extremes Wetterphänomen am Mittelmeer: Starkregen überschwemmt Marseille

In der Region wurden Rekordniederschläge verzeichnet. In Marseille wurden Metrostationen geschlossen und der Straßenbahnverkehr eingestellt, berichtet actu.fr. Wassermassen überfluteten Straßen, wie auf Videos in den sozialen Medien zu sehen ist. 235 Liter pro Quadratmeter wurden laut der Präfektur lokal in Saint-Chamas gemessen.

Eine „Wasserbombe“ traf laut rainews.it Sardinien. Häuser mussten in der kritischen Situation evakuiert werden. Schwere Gewitter tobten am Dienstagabend zwischen den Inseln Elba und der Küste von Livorno. Das Tiefdruckgebiet erreichte in der Nacht auf Mittwoch den Westen Italiens.

Schlamm und Geröll blockierten Straßen. Flüsse in Albisola (Ligurien), überfluteten auch den Friedhof. Im süditalienischen Crotone musste die Feuerwehr anrücken und fünf Personen retten, die von den Wassermassen in ihren Autos eingeschlossen wurden.

Sturmtief „Adam“ zieht weiter nach Italien – Zivilschutz löst Unwetteralarm für sechs Regionen aus

Der italienische Zivilschutz hat für Mittwoch (21. Oktober) in sechs Regionen eine Unwetterwarnung der Stufe Orange (zweithöchste Warnstufe) herausgegeben:

Ligurien

Teile von Piemont

Venetien

Friaul-Julisch Venetien

Latium

Kampanien

Die Warnung Stufe Gelb gilt für Trentino-Südtirol, die Toskana, Umbrien, Abruzzen, Molise, Apulien, Basilikata, Kalabrien und Sizilien sowie für einige Gebiete im Piemont, der Lombardei, Venetien, Friaul-Julisch Venetien, Emilia-Romagna, Latium und Kampanien.

Entlang der gesamten Küste Kroatiens warnt der kroatische Wetterdienst (DHMZ Državni hidrometeorološki zavod) vor schweren Unwettern mit Gewittern. „Es kann zu Überschwemmungen in städtischen Gebieten sowie zu Sturzfluten kommen.“

Wegen potenziell gefährlicher Wind- und Wellenverhältnisse gilt die Alarmstufe Orange an der Adriaküste: „Stellen Sie sich auf sturmartige Windgeschwindigkeiten und örtlich hohen Wellengang ein.“ Mit stürmischen Windböen mit bis zu 95 km/h ist zu rechnen.

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